Warum ein Blog einen Redaktionsplan benötigt!

Warum ein Blog einen Redaktionsplan benötigt

Warum ein Blog einen Redaktionsplan benötigt

Im ersten Teil dieser kleinen Themen-Reihe zum Redaktionsplan für Blogs, ging es in erster Linie um grundlegende Eigenschaften. Um die Sensibilisierung für einen professionellen Umgang mit dem eigenen Blog. Um eine Herzensangelegenheit. Um eine Philosophie. Um Alltagshandwerkzeug von Bloggern halt. Nach dem „Jawort“ zum Redaktionsplan wird es diesmal deutlich konkreter: welche Vorteile bietet ein Redaktionsplan, was sollte enthalten sein, wie sieht er überhaupt aus? Eine in mühevoller Kleinarbeit erstellte Infografik sowie Hinweise auf detaillierte Mustervorlagen sorgen für Glanz und Gloria!

Diese Einleitung fand ihren Ursprung vor rund einem halben Jahr. Der besagte erste Teil dieser Mini-Serie ist noch älter. Ich werde das Gefühl nicht los, das Thema etwas schleifen gelassen und eine weitere Bringschuld offenbart zu haben. Deshalb lasse ich den Teaser so stehen und arbeite jetzt ordentlich ab.

Ist doch die Phase angebrochen, in der so langsam die Endjahresstimmung überwiegen sollte. Ehrlich gesagt, ist mir mit der Familienplanung und einer beruflichen Neuorientierung so einiges dazwischen gekommen. Es gibt tatsächlich wichtigere Dinge im Leben, als sich die Nächte mit Blog-Inhalten um die Ohren zu schlagen.

Dennoch möchte ich nach einem tollen Jahr in allen Belangen, die besinnlichen Tage zum Aufräumen nutzen und mit gutem Gewissen ins nächste Jahr starten. Ihr habt auch etwas davon – was im hiesigen Blogpost so alles passieren soll, habe ich ja schon vollmundig aufgezeigt.

Veränderungen kann und muss man nicht planen können

In der eingangs gewählten Form, würde ich heute wohl keine Einleitung mehr schreiben. Bisschen weniger fett, wesentlich weniger reißerisch und insgesamt wohl einfach anders. Mein Schreibstil, mein Anspruch, meine Themen, mein Rhythmus, meine Blogbeiträge und vermutlich auch meine Zielgruppen da draußen haben sich verändert. Durchweg zum Positiven will ich meinen.

Einiges ändert sich hingegen nie: die Planungen und eventuell Vorsätze für das nächste Jahr. Während allenthalben Rückblicke, Trends und Rankings gepostet werden, ergibt sich spätestens „zwischen den Jahren“ die Gelegenheit für eine detaillierte Jahresplanung. Darum geht es hier – warum ein Blog einen Redaktionsplan benötigt.

Warum ein Blog einen Redaktionsplan benötigt

Ein Redaktionsplan kann als Herzstück der gesamten Aktivitäten im Blog betrachtet werden. Er bietet einen Überblick über Abgabe- und Veröffentlichungstermine, hilft bei der Themenwahl und -ausgewogenheit, sorgt für eine gleichmäßige und individuelle Bespielung der einzelnen Social Media Kanäle und regelt die Verantwortlichkeiten. Bei der Redaktionssitzung von ZIELBAR dient der Redaktionsplan beispielsweise als Grundlage für die strategische Ausrichtung und etwaige Diskussionen.

Darüber hinaus tragen ein verbessertes Zeitmanagement, teils aufwendigere Recherchen und gesammelte Erfahrungen zu einzigartigen Beiträgen und somit zu verstärkter Aufmerksamkeit sowie letztendlich einer höheren Qualität bei. So wird eine solide Basis geschaffen, um eine gewisse Professionalität und eine Philosophie zumindest zu suggerieren. Alles in Allem gibt ein Redaktionsplan Sicherheit und Struktur für die Arbeit als Blogger.

Ab und zu kann es sinnvoll sein, ältere Beiträge nochmals in zuvor vielleicht nicht genutzten Plattformen zu posten. Als Reminder, aus gegebenen Anlass oder nach einer Modifikationen. Der Redaktionsplan gibt schließlich Auskunft darüber, wann und wo der entsprechende Artikel bereits gepostet worden ist. In den später vorgestellten Mustervorlagen fehlt mir in den meisten Fällen eine Möglichkeit, um stark veränderte respektive neu gestaltete Beiträge adäquat darin abzubilden. Das Zweitverwertungsrecht eigener Blogposts würde ich mit aufnehmen und empfehlen wollen.

Corporate Blogs mausern sich immer mehr zu Fachmagazinen und wichtigen strategischen Kommunikationskanälen. Ein Corporate Blog verdient einen Redaktionsplan wie jede seriöse Publikation.
Sabine Gysi, Corporate Blogs: Was der Redaktionsplan kann

Am Ende des Tages ist der Redaktionsplan dennoch auch nur ein Tool und eben nicht die letzte Instanz. Die Offenheit für spontane Artikel muss selbstverständlich erhalten bleiben. Zur Unterscheidung zwischen Redaktions-, Themen- und Produktionsplan bedarf es lediglich einen Klick auf den vorherigen Link.

9 Mustervorlagen für einen guten Rutsch ins neue Jahr

Bevor ich nun einige Mustervorlagen mit ihren Besonderheiten vorstelle, sei ein wichtiger Hinweis gestattet: Auch wenn die folgenden Redaktionspläne zur freien Verwendung im Internet bereit gestellt sind, obliegt den Autoren stets das Urheberrecht. Anpassungen an die persönlichen Bedürfnisse sind legitim, aber in Rücksprache mit dem Verfasser vorzunehmen. Insbesondere, wenn die daraus entstandenen Redaktionspläne ihrerseits zur Verfügung gestellt werden sollen. Eine Nennung der Quelle ist das Mindeste und aus meiner Sicht oberstes Gebot!

2 PR-Stunt Sterne (Stivologne)

Der Redaktionsplan von Sabine Gysi ist schon über drei Jahre alt und wirkt aufgrund seiner Schlichtheit ein wenig old-school. Schön finde ich, dass die jeweiligen Inhalte kurz umrissen, die Verantwortlichkeiten bis auf das Bildmaterial und etwaige Alternativen ausgeweitet sowie neben den gängigen Social Media weitere Kanäle wie Newsletter und Apps berücksichtigt werden. Der dazugehörige Blospost diente mir des Öfteren als Inspiration.

3 PR-Stunt Sterne (Stivologne)

Der Redaktionsplan von Daniela Sprung und Christian Müller ist klar und nahezu minimalistisch strukturiert. Das Augenmerk liegt auf der oben angesprochenen Zweitverwertung. Es gibt sogar ein Makro namens „Zufallsgenerator“ für die Zweitveröffentlichung. Nach einem Klick auf diesen Button wird eine genaue Zeitangabe für die nächste Veröffentlichung im identischen Kanal empfohlen. So werden wunderbar zu schnelle Abfolgen und Doppelungen vermieden. Mit der einfachen Handhabung kommt diese Art der Darstellung in erster Linie Anfängern zu Gute.

4 PR-Stunt Sterne (Stivologne)

Der Redaktionsplan von Onlinemarketing-Praxis ist der wohl umfangreichste der hier vorgestellten Tools. Sagenhafte vier Datenblätter umfasst dieser Plan – sorgfältig sortiert und bis ins Detail aufbereitet nach Themen und Teammitgliedern, dem eigentlichen Redaktionsplan, der Auswertung und einem Themenspeicher. Ein sehr vielseitiger Kalender mit ausreichend Platz für Anmerkungen und Statusmeldungen. Ferner erleichtern Dropdown-Menüs die Pflege und automatische Auswertungen der individuellen Maßnahmen.

3 PR-Stunt Sterne (Stivologne)

Der Redaktionsplan von coseed ist äußerst komplex, was die generelle Pflege aufwendig macht. Diese Vorlage für Social Media und Content-Marketing deckt eben weitaus mehr als die üblichen Komponenten ab. Zudem ist sie übersichtlich und hilft nicht zuletzt durch Farbschemata bei der strukturierten Herangehensweise von Kampagnen. Bedauerlicherweise ist hier kein Platz für die Texte der Statusmeldungen vorgesehen. Das Ampelsystem überzeugt und ist eine große Planungshilfe.

4 PR-Stunt Sterne (Stivologne)

Der Redaktionsplan von Rita Löschke ist sehr übersichtlich und hält einige Gimmicks und Features parat. So sind zum Beispiel Feiertage und Thementage inkludiert. Gelungen finde ich auch die separate Auflistung von Links, Fotos/Videos und Keywords. Einmalig ist ferner die Statistik-Funktion. Mit ihr lassen sich schnell und unkompliziert Entwicklungen im Jahresvergleich ablesen. Für Profis und Anfänger gleichermaßen geeignet, da es sogar eine Legende und eine Kurzbeschreibung gibt.

2 PR-Stunt Sterne (Stivologne)

Der Redaktionsplan von medienweite stammt aus dem Jahr 2014. Alle wichtigen Komponenten sind enthalten. Kein Schnickschnack und auf das Wesentliche reduziert – schlichtweg benutzerfreundlich gestaltet. Die Möglichkeit einer genauen Kampagnenzuordnung (falls gewünscht) ist ein Aspekt, den ich anderswo noch nicht gesehen habe.

2 PR-Stunt Sterne (Stivologne)

Der Redaktionsplan von Marketingwerk ist nicht besonders ansprechend gestaltet. Auffällig ist jedoch die Implementierung von vermeintlich banalen Ansätzen. Die jeweilige Strategie hinter jedem einzelnen Beitrag kann betitelt werden, Kennzahlen wie Fans/Follower werden explizit erwähnt und der Call-to-Action vorbereitet. Offene Punkte wie rechtliche Fragen oder zu etwaigen Verlängerungen in weiteren Kanälen werden aufgelistet.

2 PR-Stunt Sterne (Stivologne)

Der Redaktionsplan von eisy enthält alles was man zunächst braucht. Obwohl es sich beim Anbieter um einen Online-Marketing-Blog handelt, werden eigens Presseportale in die Betrachtung mit einbezogen. Warum ausschließlich Pinterest und nicht Instagram Erwähnung findet, erschließt sich mir hingegen nicht. Darüber kann allerdings hinweggesehen werden, da mit wenigen Klicks alle erdenklichen Social Media Kanäle nachträglich hinzugefügt werden können.

2 PR-Stunt Sterne (Stivologne)

Der Redaktionsplan vom Content Marketing Institute ist eher rudimentär gestaltet. Dadurch eignet er sich insbesondere gut für Einsteiger, auch wenn sie nicht der englischen Sprache mächtig sind. Denn hierbei handelt es sich um den einzigen der im Blogpost vorgestellten Redaktionspläne, der auf Englisch ist. Eine Ideensammlung wird angezeigt, was aus meiner Sicht vielen anderen Tools ebenfalls gut zu Gesicht stünde.

Am Ende des Tages muss jeder seinen, den individuellen Bedürfnissen entsprechenden Redaktionsplan eigenhändig erstellen. Eine perfekte Vorlage gibt es in meinen Augen nicht. Wie auch? Die beigefügte Sternewertung ist jedenfalls aus rein subjektiven Beweggründen und auf Basis einer nur mir bekannten Skala heraus entstanden. Nehmt es mir bitte nicht übel…

Nutzt ihr einen Redaktionsplan? Kennt ihr entsprechende Tools? Gibt es Alternativen? Über euer Feedback freue ich mich sehr!

Ein Redaktionsplan kann nicht schlagartig alle genannten Probleme bewältigen und sämtliche Interessen berücksichtigen, aber allen Beteiligten das Leben leichter machen. Kommt gut geplant ins neue Jahr!


Autor: Stefan Schütz /
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Comments
  1. Nur weil Du es in Google+ erwähntest. Mich würde echt mal interessieren, warum überhaupt noch jemand mit Excel arbeitet – eben wo es Tools wie Scompler gibt. Also jetzt wirklich als aufrichtig gemeinte Frage. 🙂

    • Hallo Mirko,

      ich glaube, die meisten (mich eingeschlossen) wissen es einfach nicht besser! Excel ist bequem, schnell anwendbar – Macht der Gewohnheit… Scompler werde ich mir für die #toolparade von ZIELBAR vorknöpfen 😉

      Viele Grüße
      Stefan

  2. Die gleiche Frage behandelte ich in meinem Blog auch schon: https://www.geropflueger.de/ist-ein-redaktionskalender-fuer-ihr-unternehmen-sinnvoll/

    Ich habe meinen Artikel mit einem Link auf diesen Artikel hier ergänzt, weil Deine Sammlung der Mustervorlagen wirklich toll ist. Danke dafür, Stefan! Für viele Unternehmen reicht diese Art der Excel-Planung vollkommen aus, ich persönlich bevorzuge Tools wie zum Beispiel CoSchedule.

    Beste Grüße aus Hannover,
    Gero

    • Hallo Gero,

      ich sammele weiter kostenlose Redaktionspläne und ergänze an dieser Stelle sinnvoll – da kommt dein Link gerade rechtzeitig 😉

      Danke für dein Feedback!
      Stefan

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