Endlich keine Zeit mehr fürs Bloggen

Endlich keine Zeit mehr fürs Bloggen

Endlich keine Zeit mehr fürs Bloggen

Eine Woche Urlaub, sponsored by “Popa” (mein Dad, seines Zeichens Großvater), ist zu Ende. Schön war es, ganz klar. Über Erholung bei überdimensionalen Campingplätzen mit Reizüberflutungen für die Kids, lässt sich als Elternteil jedoch trefflich diskutieren. Aber ich habe es durchgezogen: kein Internet, kein Blick auf das Smartphone, keine Gedanken an das Blog – 175 Stunden lang! Hat super funktioniert, obwohl die erste Amtshandlung nach Wiederkehr dann doch das Durchforsten der Netzwerke und E-Mails war.

Diese kurze Auszeit hat mir gut getan und kann durchaus zur Nachahmung empfohlen werden: abschalten und vor allem ausschalten. Gerne mal versuchen. Mit Stand jetzt hat sich die Welt einfach weitergedreht. Unerhört. Verpasst habe ich dennoch nichts Atemberaubendes. Zum Glück vergisst das Internet ja bekanntlich nichts. Damit ist nicht die Vorratsdatenspeicherung gemeint. Traurige und andere Geschichte. Nach und nach werde ich mir nun jedenfalls die Feeds und Rooms der News-Familie reinziehen.

Vermutlich wurde meine Abwesenheit ferner nicht oder kaum bemerkt. Die Zugriffszahlen auf das Blog legen eine solche Vermutung nahe. Freunde und Familie wussten ohnehin von meinen Ferien mit Lagerfeuerromantik. Meine Kumpel von Zielbar mussten sich lediglich um einen Post auf der Facebook-Page kümmern, da dieser nicht wie alle anderen tagesaktuellen Beiträge vorzubereiten war. Beim Community Management gab es ebenfalls keine Überraschungen. Was meine Arbeitskollegen geleistet haben, werde ich erst zeitversetzt zu spüren bekommen. Allerdings gibt es keinen Grund zur Sorge, alles Profis! Zumal selbstredend im Vorfeld eine ordentliche Übergabe stattgefunden hat. Gänzlich ohne Vorbereitung zu entspannen geht dann eben doch nicht.

Ich bin wieder hier, war nie wirklich weg

Kurz vor dem Abflug in den Süden habe ich noch schnell einen Blogpost zum Thema “Content Strategy” für das #cosca15 vom Stapel gelassen. Input aus der Ferne für das zurückgelassene Barcamp sowie die zu vertröstende Leserschaft sozusagen. Zusätzliche Ansagen zur bevorstehenden Sabbatwoche hielt ich nicht für notwendig. War der Zeitraum doch zu kurz und ist mein Blogger-Dasein zu unwichtig. Schon ok, kein Mitleid bitte 😉 Ausführlicher habe ich mich mit der Thematik “Wenn Blogger Urlaub machen” im vergangenen Jahr in Form einer Blogparade auseinandergesetzt. Dabei fällt mir ein, dass ich noch ein eBook schuldig bin – Digitalbuch folgt.

Während des Zeltlagers gab es zudem genügend Zeit sich mit haptischen Produkten (ihr wisst schon, diese sogenannten Bücher) zur Unternehmenskommunikation in Zeiten des digitalen Wandels zu beschäftigen. So habe ich das neue Werk von Kerstin Hoffmann “Web oder stirb!” gelesen, mir tiefsinnige Gedanken zu Petra Sammers “Storytelling und die Zukunft von PR und Marketing” gemacht und somit direkt weitere Themen für die kommende Woche generiert. Rezensionen folgen.

Kaum war ich an die Schnittstelle meines realen und virtuellen Lebens zurückgekehrt, wurde fleißig kommuniziert: Alumni-Veranstaltung am Vormittag, Blogger-Treffen am Nachmittag und Einweihungsparty am Abend. Puh, coole Nummer. Erneut wurde mir allerdings klar, dass mein Zeitmanagement mir gar nicht gehört. Artikel zur Vernetzung von Bloggern folgt.

Have a break, have a motivational push

Die nachfolgenden Sendungen verschieben sich um zig Minuten. Die Hülle und Fülle an nachfolgenden Beiträgen verheißen schlaflose Nächte. Könnt ihr überhaupt noch folgen? Es geht um Zeit, um die Einteilung selbiger und deren Findung. Warum auf Godot warten, wenn man nach ihm suchen kann?

Gerade habe ich bei Google nach ‘Zeit finden’ gesucht. Die Suchmaschine wirft mir ganze 246 Millionen Ergebnisse aus. Als Vergleich: ‘Geld verdienen’ ist mit fast lächerlichen 14 Millionen und ‘Glücklich sein’ mit knapp 1,5 Millionen Einträgen vertreten.

Jenes Zitat stammt von Susanne Kumm. Sie möchte im Rahmen der Blogparade “Endlich Zeit finden!” der Frage auf den Grund gehen, ob es sich lediglich um einen subjektiven Eindruck hinsichtlich chronischer Zeitmangel-Leiden handelt oder ob da vielleicht mehr dran ist.

Eigentlich gibt es für mich zum Beispiel keinen Grund zu klagen und sollen diese Worte nur einen weiteren Einblick in den Bloggeralltag eines Einzelnen gewähren. Über Bürden liest man in den gängigen Blogs nämlich erstaunlich wenig. Ab und an werden zwar beratungsresistente Kunden beschrieben, Unlüste [sic!] als Schreibblockaden verkauft oder technische Unwägbarkeiten genannt. Der Faktor Zeit spielt dessen ungeachtet leider selten eine Rolle. Schon komisch. Wissen wir doch alle, dass dieser einen echten Fresser darstellt und häufig unterschätzt wird. Wenn ich hiermit etwas Mut machen und darauf verweise kann, dass es wirklich schwierig, Beruf, Familie, Nicklichkeiten und Hobby unter einen Hut zu bringen, aber eben nicht unmöglich ist – habe ich mein Ziel erreicht.

Mir hilft ein Redaktionsplan, meine Leidenschaft für die Sache, der verbale Tritt in den Allerwertesten von Gleichgesinnten, die Unterstützung der Familie und sowieso das Feedback aus der Blogosphäre im weitesten Sinne. Bestenfalls kann ich mit Urlaub zwischendurch ab- und ausschalten. Für “Aufschieberitis” gibt es glücklicherweise selten Platz. Letztendlich gilt es wohl, Prioritäten zu setzen und Entscheidungen zu treffen…

Wofür nehmt ihr euch in Bezug auf Blogs explizit Zeit: lesen, schreiben, rechnen oder (anders ausgedrückt) konsumieren, publizieren, monitoren? Wer ist besonders wegweisend: Leser, Kunden, Influencer oder besser alle? Wie lange benötigt ihr von der Ideenfindung bis zum fertigen Beitrag? Welche Tipps für ein effizientes Zeitmanagement habt ihr auf Lager?

Meine Zeit ist um!


Autor: Stefan Schütz /
Foto: twinlili / pixelio.de

Comments
  1. Lieber Stefan,
    das nenne ich eine absolute Punktlandung: Ist doch der 22.6.15 0:00 Uhr gleich dem 21.6.15 24:00 Uhr und damit offizielles Ende meiner Blogparade „Endlich Zeit finden“. Du schließt mit einem entspannten Blogartikel ab – ist nicht alles so schlimm, wie man vielleicht im ersten Moment meint?! Sich mal Zeit für sich zu nehmen heißt nicht, dass die Welt aufhört, sich zu drehen. Aber sie darf auch mal ohne uns und unser zutun weiter machen. Raus aus dem Kettenkarussel, mal daneben stellen. Offline gehen. Schöne Worte für den Einstieg in die Zeit der Sommerurlaube und die Gelegenheit, für uns endlich Zeit zu finden.
    Vielen Dank für deinen gemütlichen Beitrag,
    deine Susanne

    • Hallo Susanne,

      eigentlich war es zu kurz vor knapp und ziemlich stressig 😉 Aber was die Grundaussagen im Beitrag angehen, hast du vermutlich recht!

      Nun bin ich gespannt auf deine Auswertung und das eBook…
      VG
      Stefan

  2. Hallo Stefan,
    vermutlich hättest du aber ohne deine gründliche Vorbereitung, nicht so entspannte Ferien Tage verbracht, was ja im Vorfeld auch einen gewissen Stress verursacht.
    Wie ich aber lesen kann (“Gott sei Dank”) hast du die Phase der Vorbereitung und auch die mehr (als weniger) entspanntere Phase der Erholung gut überstanden.
    Wie auch du feststellen musstest, drehte die (verdammte) Welt sich einfach weiter und um hier die großen Veränderungen zu spüren, bedarf es sicherlich auch mehr Zeit. Es ist ja alles ziemlich schnelllebig, aber so hastig verändert sich das Umfeld nun auch nicht.
    Toller Artikel, mal wieder sehr gerne bei dir gelesen. Eine kleine (kurzweilige) Abwechslung im tristen Alltag eines Rentners 🙂
    Vielen Dank
    HG Ede

  3. Lieber Stefan,
    vielen Dank noch mal, dass du dich an meiner Blogparade „Endlich Zeit finden“ beteiligt hast! Du und deine Blogleser finden jetzt alle 33 Blogartikel in meinem Resümee-Beitrag „7 wertvolle Gedanken über die Zeit, die du kennen solltest“
    http://emotures.de/allgemein/7-wertvolle-gedanken-ueber-die-zeit-die-du-kennen-solltest

    Im August erscheint zu der Blogparade ein e-book, in dem ich alle Blogartikel strukturiert aufbereite und auch dir gerne zur Verfügung stelle. Denn das Thema „Zeit“ beschäftigt uns alle – in verschiedenen Lebensbereichen. Über neue Ideen, Erfahrungen anderer und ganz praktische Tipps können wir hoffentlich künftig alle mehr „Zeit finden“, „Zeit haben“ oder „Zeit gewinnen“.

    In diesem Sinne wünsche ich dir viel wertvolle Zeit für die wichtigen Dinge im Leben. Ganz herzliche Grüße schickt dir,
    deine Susanne

    • Hallo Susanne,

      sehr gerne habe ich teilgenommen und die Zusammenfassung bereits ordentlich geteilt! Wenn für das eBook noch etwas benötigt wird, lass’ es mich einfach wissen 😉

      VG
      Stefan

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