Benötigt ein Blog einen Redaktionsplan?

Benötigt ein Blog einen Redaktionsplan?

Benötigt ein Blog einen Redaktionsplan?

Benötigen gesunde Zähne eine regelmäßige Pflege? Ok, das war einfach. Frage geklärt, kommt gut nach Hause… oder aber bleibt noch einen Moment und wir reden über Disziplin, Wagemut, Kontinuität, Planung und weiteres Alltagszeug oder besser: Alltagshandwerkzeug von Bloggern!

Mir wird nachgesagt, ich sei spontan. Andere würden eher behaupten, ich könne Unannehmlichkeiten ganz gut aussitzen. Häufig habe ich eine große Klappe. Hinter allem steckt immer auch ein Plan 😉

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert! Hannibal Smith, A-Team

Ein bisschen Glück gehört zum Verstand – es wird wohl nur wenige Gegenstimmen geben. Jetzt ist nur leider der eine von dem Einen und der andere von dem Anderen etwas mehr gesegnet. Wenn beides nicht unter einen Hut zu kriegen ist, dann bedarf es einen Plan. Buh! Nein nein, wirklich, wem schadet schon, ach was, wem hat je ein Plan B geschadet? Hat die Oma nicht immer gesagt: „Du solltest es zumindest probieren!“? Jetzt kommt mir nicht mit Obst! Wir planen mehr, als uns vermeintlich lieb ist. Job, Family, Urlaub, Freizeit. Mit Überschneidungen. Mit Änderungen. Mit Überraschungen.

Disziplin

Trotz eisernem Willen, ist der Geist oft schwach. Gerade dann gibt es einen Abgabetermin oder eine sonstige Verpflichtung. Der Redaktionsplan hilft dabei, Ideen zu archivieren und dient als Fahrplan zur Themenfindung. Besondere Situationen, erfordern bekanntermaßen besondere Maßnahmen. Teil des Maßnahmenkatalogs zur disziplinierten Vorgehensweise sind Guidelines. Durch deren Erstellung und Einhaltung – gerade letztgenannte verkörpert nochmals den „Grundtenor Disziplin“ – kann viel Zeit für die Recherchen und den Ressourceneinsatz gespart werden.

Ein guter Anfang braucht Begeisterung, ein gutes Ende Disziplin.
Prof. Dr. Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger. Motto der DFB-Weltmeister 2014.

Wagemut

Ein Redaktionsplan soll die Arbeit hingegen nicht einschränken. Es ist wichtig, den eigenen Stil und die eigene Arbeitsweise darin abzubilden. Nichts ist in Stein gemeißelt. So bewahrt ein Blogger seine Flexibilität und später auch Authentizität. Bei den Inhalten darf gerne über den eigenen Tellerrand hinausgeschaut werden. Kreativität, Mut und Geistesblitz – drei Schlagworte von mir als Motivationskünstler für beherztes Auftreten. Schließlich ist das Blog doch eine Herzensangelegenheit. Mit diesen Tugenden wird ferner der Wissensdurst nach Aktualität gelöscht. Saisonale Themen, ein Blogpost-Replik oder aktuelle Geschehnisse werden wie kritische Rezensionen und Teilnahmen an vielbeachteten Blogparaden vom Leser mit großer Anerkennung belohnt. Die Ersten werden die Ersten sein.

Kontinuität

Oberstes Credo sollte das regelmäßige Bestücken des Blogs sein. Gibt es doch kaum etwas abtörnenderes als ungepflegte Websites, uralte Beiträge, lieblose Inhalte und verwaiste Communities. Gedanklich fliegt gerade ein Tumbleweed durch das Bild – diese sogenannten Steppenhexen oder gängiger „Heuballen aus Western“ betitelten Dinger. Jedenfalls helfen Kontinuität und ein roter Faden bei der Leser-Bindung. Ein Stück weit steckt demnach ein Strategiegedanke dahinter. Vorausgesetzt dieser ist überhaupt vorhanden und dann natürlich im Redaktionsplan verankert. Alles in allem wird somit die strategische Vorgehensweise optimiert.

Planung

Die Nutzung eines Blog-Redaktionsplans macht nur dann wirklich Sinn, wenn die Ziele formuliert sind, eine Strategie vorliegt und mehrere Social Media-Kanäle bespaßt werden müssen. Mit anderen Worten: die Planungen sind längst abgeschlossen! Der Redaktionsplan ist nichts anderes als ein mögliches Steuerungselement für Timing, Dokumentation und Erfolgsmessung. Setzt eine Identifizierung mit dem Blog voraus. (Ein)Planbar.

Benötigt ein Blog einen Redaktionsplan?

Als Fazit möchte ich zwei schlaue Sätze von Sabine Gysi vom blokwerk zitieren, die mir bei meinen Recherchen zu diesem Blogpost hängen geblieben sind:

Der Redaktionsplan ist nur ein Tool, nicht die letzte Instanz. [Aber] ein (Corporate) Blog verdient einen Redaktionsplan wie jede seriöse Publikation.

Abschließend möchte ich auf den zweiten Teil dieser Mini-Serie verweisen. Darin werden die Vorteile eines Redaktionsplans unter anderem anhand einer Infografik dargestellt und eine Mustervorlage zur Verfügung gestellt. Lohnt!


Autor: Stefan Schütz /
Foto: Sika / pixelio.de

Comments
  1. Spontanität will gut geplant sein. 😉

    Also, ich muss sagen, ich habe gar keinen wirklichen Redaktionsplan. Ein grober Plan steht natürlich (also zumindest bei meinem Corporate Blog), in dem ich festlege, was ich grob an welchen Tag machen will, aber genaue Themen lege ich nicht fest. Ich möchte meine Arbeit möglichst flexibel halten, also schaffe ich zwar grob ein Muster, damit mein Leser weiß, wann er Neues von mir erwarten kann, aber lasse mir aber genügend Platz, das Thema auch spontan an dem Tag zu ändern, wenn ich das eben will. Das funktioniert aber natürlich nur, weil ich allein blogge. Wäre ich in einem Team, wäre ein Redaktionsplan unausweichlich.

    Bei meinem privaten Blog habe ich keinen Redaktionsplan, sondern überlege mir immer spontan, worauf ich grad Lust habe. Und es läuft. 😉

    Liebe Grüße,

    Bine

    • Hallo Bine,

      solch eine schnelle Reaktion spricht wirklich für deine Spontanität – der Blogpost war ganze fünf Minuten online 😉

      Auch ich hatte bislang lediglich eine grobe Vorstellung und eine lose Liste mit möglichen Themen. Aber mittlerweile werden die Anfragen zu Gastbeiträgen oder Interviews oder Teilnahmen an Blogparaden mehr. Da hilft ein Redaktionsplan, um den Überblick zu behalten! Naja, er soll mir dabei helfen…

      Ich gebe dir vollkommen Recht: ein Hilfskonstrukt sollte nicht die Spontanität eingrenzen. Dieser Blogpost zum Beispiel sollte eigentlich erst nächste Woche veröffentlicht werden. Den ursprünglich angedachten Beitrag „Die Printmedien sind schon wieder tot“ finde ich aufgrund aktueller Ereignisse indezent – wird nachgeholt!

      Danke dir, viele Grüße
      Stefan

  2. Hi Stefan,

    ich leg mich da eigentlich nicht so fest. Ich habe zwar einen groben Plan im Hinterkopf, jedoch verfalle ich nicht in Panik, wenn ein Artikel einige Tage später erscheint. irgendwas ist immer. Grad in der Schule und mit dem Abitur kann ich einen Redaktionsplan eigentlich nicht einhalten.

    • Hallo Steven,

      eine gewisse Flexibilität sollte sich jeder beibehalten, denn du hast vollkommen recht: „irgendetwas ist immer“! Es hängt sicher auch davon ab, wie viele Plattformen man füttern muss oder wie schnell einem das Schreiben von der Hand geht.

      Ich wünsche dir jedenfalls viel Glück fürs Abi
      Stefan

  3. Hallo Stefan,
    meine Blogartikel schreibe ich spontan, wenn ich inspiriert werde oder eine Idee habe. Die Veröffentlichung ist dann Planung, da ich unterschiedliche Themen habe und Enddaten von Blogparden berücksichtigt werden müssen. Diese Planung wird dann aber auch flexibel und spontan mal geändert.
    Viele Grüße
    Claudia

    • Hallo Claudia,

      geht mir ja ähnlich, aber ich möchte gerne nach oder während einer Veröffentlichung strukturierter vorgehen. Wann, was, wo?! Zudem habe ich großen Nachholbedarf beim Thema Monitoring…

      Gerad bei dir frage ich mich ohnehin schon länger, wie du alles unter einen Hut bekommst – alles im Fluss 😉 Danke schön!

      Viele Grüße
      Stefan

  4. Moinsens!
    Es kommt meines Erachtens auf das Ziel des Blogs an. Soll es das Blog als Blog geben, dann schreibt man wie Frau Dieterle, wie und wann man etwas zu sagen hat, hat man ein Firmenziel, möchte man also mehr Medienaufmerksamkeit, macht man einen Redaktionsplan und wenn man ein Industrieblog wie ich hat, ist das eine Mischung aus Plan und akut aktuellen Themen. Wenn heute eine Pressemitteilung über ein super tolles neues Produkt im Industriebereich herauskommt. Muss das sofort veröffentlicht werden, denn wenn schon alle anderen Publikationen darüber geschrieben haben, brauche ich es nicht mehr zu tun, dann bin ich zu spät dran. Andere Themen im Industriebereich sind Dauerthemen, die können und müssen in die Planung.

    • Moin Moin,

      Zufälle gibt es: gerade heute habe ich nochmals den damaligen Gastbeitrag von Ihnen zur Zeitungskrise veröffentlicht…

      Halten wir zum Thema (Redaktions)Planung fest: die Mischung macht’s!

      Danke für das Feedback
      Stefan Schütz

      p.s. nennen wir den Blog zum Industriejournalismus gerne beim Namen: http://www.industriejournalismus.de/

    • Hallo Frau Kerz,
      da stimme ich zu, es kommt auf das Ziel des Blogs an und ob er beruflich oder privat ist. Aktuelle Neuigkeiten müssen auch zeitnah veröffentlicht werden, sonst macht es keinen Sinn.
      Viele Grüße
      Claudia Dieterle

  5. Grundsätzlich vermengst du hier zwei Dinge: Ist es der Blogger, der es aus individueller Lust tut, oder der PR-Manager/-Berater der es für ein Unternehmen tut?
    Im ersten Fall trifft es meinen eigenen Blog: http://www.scheidtweiler-pr.de/blog. Hier bleibe ich spontan und flexibel mit der Themenwahl. Eine Strategie gibt es nur insofern, dass ich meine Leser inzwischen gut kenne, „Sieze“ und die Themenfeld klar in PR, Marketing, Werbung, Medien und Kommunikation festgelegt sind.
    Im zweiten Fall gibt es eine verbindliche PR-Konzeption, die Botschaften, Zielgruppen, die konkreten Ziele und die Positionierung klar definiert. Die Umsetzung in das Content Marketing erfolgt dann via Redaktionsplan. Dort werden Fristen, Themen und Kanäle festgelegt. So weiß das Team oder der Kunde was wann wie erscheint.

    • Hallo Nicolas,

      natürlich ist die Motivation eine andere, aber die beschriebenen Attribute gelten sehr wohl für „private“ Blogger und „arbeitnehmende“ PR-Schaffende gleichermaßen!

      Daneben ist dein gewährter Einblick in die verschiedenen Strategien super interessant – danke dafür!

      Gruß in die nordische Heimat
      Stefan

  6. Hi Stefan! Ich arbeite seit Anfang des Jahres mit einem Redaktionsplan, den ich immer für ein Quartal erstelle. Das heißt, meine Monate Januar, Februar und März sind bereits durchgeplant. Allerdings muss ich mal schauen inwiefern ich das mit der Flexibilität handhabe – denn ich habe mir bei meinem Plan natürlich etwas gedacht. Stichwort: Content strategisch veröffentlichen! Viele Grüße, Katharina

    • Hallo Katharina,

      als Freelancerin oder in selbstständiger Tätigkeit ist (d)ein Plan für mindestens ein Quartal wohl unabdingbar. Daneben musst du als Bloggerin dir deine Flexibilität sicher umso mehr bewahren – vor allem wenn Interviewanfragen eingehen oder sonst „Not an Frau“ ist 😉

      Ich freue mich jedenfalls auf weitere frische Beiträge von dir und danke fürs Feedback!

      Viele Grüße
      Stefan

    • Ich benutze in WordPress das Plugin „WordPress Editorial Calendar“ und möchte das Ding nicht mehr missen. Ich plane zwar nicht drei Monate im Voraus, aber der Überblick hilft mir, den Themen-Mix sicherzustellen und nicht abends verstört nach einem Thema suchen zu müssen. Wer mit seinem Blog erfolgreich sein möchte – und zudem wenig Zeit hat – braucht aus meiner Sicht einen Plan. Und wer glaubt, dass ein Plan unflexibel macht, liegt falsch. 🙂

      • Es geht ja nicht um richtig oder falsch, sondern um den eigenen Planungsstil oder das geordnete Chaos! Aber ein grundlegender Überblick schadet gewiss nicht…

  7. Hi Stefan,
    ich nutze seit Langem einen Redaktionsplan, wobei ich ihn über die Zeit immer mal wieder inhaltlich und strukturell verändert habe, z.B.:
    – Social Media Posts inklusive, vorformuliert und mit Deadlines versehen
    – eine Statistik für die erste Woche (Visits, Shares, Comments etc.)
    – Ressourcenlisten oder interne Links
    uvm. Das wurde mir im Endeffekt aber insgesamt zu viel Aufwand für ein Tool, dass mir meine Arbeit erleichtern soll. Daher ist mein Redaktionsplan mehr eine Übersicht kommender Beiträge, sodass ich quasi zu jederzeit anfangen zu schreiben, oder drüber nachdenken zu müssen worüber, und thematisch einen Überblick bekomme und inhaltliche Schwerpunkte Woche für Woche individuell anpassen kann (Stichwort Flexibilität, so wie sie auch Katharina oben erwähnt).

    In einem zweiten Sheet meines Google Docs führe ich zudem eine Ideenliste und Ressourcenliste. Wenn ich neue konkrete Ideen für Artikel brauche, hab ich hier meine erste Anlaufstelle, die ich kontinuierlich fülle, eben immer, wenn ich auf ein spannendes Thema stoße, über das ich werthaltig berichten kann.

    Meine Antwort also auf deine Frage: Keine Ahnung, ob ein Blog(ger) einen Redaktionsplan BENÖTIGT, ich profitiere jedoch sehr von meinem 😉

  8. Hallo Robert,

    genau so möchte ich das auch handhaben! Aber vorher muss ich wohl noch wie du lernen, dass eine zu detaillierte Planung eventuell kontraproduktiv wirken kann. Aus meinen „losen“ Sammlungen soll jedenfalls eine konkretere Themenübersicht (stichtagsbezogen) sowie eine grobe Ideenübersicht (inputbezogen) entstehen…

    So orientiere ich mich einfach (wieder) an dir 😉
    VG
    Stefan

  9. Hi Stefan,
    schau mal ob du mit meiner Vorlage (nicht ganz die aktuelle, aber vom Inhalt prinzipiell der selbe Aufbau) was anfangen kannst: http://www.toushenne.de/newsreader/produktiver-bloggen-mit-redaktionsplan.html. Ansonsten kann ich dir auch gern meinen aktuellen freigeben oder als Excel schicken.

    Gruß,
    Robert

    • Hi Robert,

      ach cool, danke! Dient auf jeden Fall als schöne Vorlage – ich bastele ja noch 😉 Klickt doch alle mal den oben genannten Link…

      Echt klasse
      Gruß
      Stefan

  10. Hallo Stefan,
    ich habe mit meinem Dutzend Blogs auch keinen Redaktionsplan und gehe die Sache auch spontan an, wie manche Kommentierer hier. Ich muss schon wirklich an meinen Artikelideen arbeiten und wenn ich sie nicht habe, sieht es mit meiner Strategie, alle jungen Blogs gleichermassen zu bebloggen, nicht gut aus.

    Wenn ich an Blogparaden teilnehme, so mache ich es gleich, nachdem ich davon erfahren habe und verschiebe da nichts. So muss ich nicht auf den letzten Drücker mitmachen und mich unter Zeitdruck setzen. Das klappte bisher so ganz gut.

    Bei vielen Blogs wäre ein Redaktionsplan vielleicht sehr sinnvoll, aber ich hatte nie einen gehabt. In der nahen Zukunft kann natürlich alles Mögliche geschehen, aber ob nun mit oder ohne Plan, Spass muss mir das Bloggen bringen. Wenn das nicht gegeben ist, kann nichts mehr helfen :).

    Hier in den Kommentaren wäre noch ein Mail-Kommentar-Abo interessant, wodurch man den Kommentaren besser folgen könnte. Vielleicht kann man es noch umsetzen?!

    • Hi Alex,

      mir ist ohnehin schleierhaft, wie du als Power-Blogger den Überblick behältst. Und dann noch ohne ausgereiften Plan 😉 Aber du hast eine Strategie, verfolgst diese konsequent und versuchst Dinge zu bewegen, anzuschubsen und mit Leidenschaft umzusetzen. Bitte weiter so – danke für deinen ausführlichen Kommentar!

      VG
      Stefan

      p.s. über die „Mail-Kommentar-Abo“-Funktion habe ich noch nie nachgedacht – wird nachgeholt

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