11 Freunde müsst ihr sein – Fußballer-Weisheiten wörtlich genommen

11 Freunde müsst ihr sein – Fußballer-Weisheiten wörtlich genommen

11 Freunde müsst ihr sein –
Fussballer-Phrasen und Content-Snippets

Was berühmte Zitate, Sprüche und Weisheiten in der heutigen Kommunikation außerhalb des grünen Rasens bedeuten würden

Bei Großereignissen wie die Fußballeuropameisterschaft, übertreffen sich die Werbetreibenden mit teuer produzierten Spots, wittern PR-Agenturen einen furiosen Aufhänger für die Platzierung mittelprächtiger Produkte ihrer Kunden und ringen Content-Marketer mit Blick auf den Masterplan um Anerkennung. Das kennen wir schon. Besagt doch eine der vielen Fußballer-Phrasen: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

Bei aller Liebe zu genau diesem Spiel und zur Kommunikationsbranche in Deutschland – geht es beispielsweise um Live-Kommunikation, befinden wir uns hierzulande weit weg vom Titelgewinn und eher auf Oberliga-Niveau. Die hohe Kunst im Echtzeit-Marketing ist, wie im Fußball, das schnelle und effektive Kombinationsspiel. Leider lassen das viele Player noch zu oft ungenutzt.

Mit einem Augenzwinkern zitiere ich im hiesigen Beitrag bekannte Weisheiten von Fußballern, Spielerfrauen und Experten, übertrage diese auf moderne Kommunikationsformen und liefere passende Link-Tipps. Ein bisschen Phrasendrescherei und womöglich der Beleg dafür, dass Interviews kurz nach dem Abpfiff gar nicht so inhaltsleer sind wie vermutet. Content-Marketing, Social Networks, Krisen-PR, Influencer Relations oder Gamification – es bleibt kein Auge trocken!

Wir dürfen den Kopf jetzt nicht stecken lassen

Ich habe nie an unserer Chancenlosigkeit gezweifelt. (Richard Golz)

Diese Argumentation könnte von einem Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens mit seinem Blick auf den digitalen Wandel stammen. Neumodischer Kram, viel zu teuer und ohnehin nicht greifbar.

Link-TippWarum es Content Marketer nach wie vor schwer haben (PR-Blogger)

Ich mache nie Voraussagen und werde das auch niemals tun.
(Paul Gascoigne)

Trends und Entwicklungen sind doch völlig überbewertet. Ein Blick in die Glaskugel bringt keinen Profit. Buzzword wie Storytelling, Content-Marketing und dieses Internetz-Dings müssen sich zunächst mal behaupten. Früher war alles besser und wir haben das immer schon so gemacht.

Link-Tipp: Zurückgeblättert – Internet-Nachrichten und Zeitungen (Netzpiloten)

Das nächste Spiel ist immer das nächste. (Matthias Sammer)

Sehr guter Ansatz. Bedarf doch jedes Vorhaben eine Strategie! Keine Ziele, keine Marschrichtung, kein Erfolg. So einfach lässt sich die taktische Ausrichtung im Fußball auf die digitale Welt übertragen.

Link-Tipp: Wie entwickelt man eine Content-Strategie? (Babak Zand)

Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert. (Olaf Thon)

So wird es im Mode-Magazin gestanden haben, als mal wieder ein Vorher-Nachher-Bild das Licht der Öffentlichkeit erblickte und eine Rechtfertigung zur gängigen Bildbearbeitung nötig war. Das Model war tatsächlich in Natura viel schöner als mit dem Photoshop-Pinsel dargestellt.

Link-Tipp: 70 Worst Photoshop Mistakes in Magazines and Advertisements (Hongkiat)

Das habe ich ihm dann auch verbal gesagt. (Mario Basler)

Kommentieren in Blogs ist das eine, der Umgang mit Kritik das andere. Konstruktives Feedback erfreut und selbst Trolle wollen mit Respekt begegnet werden. Netiquette und Humor für alle! Fußballer brauchen den Applaus zum Leben, Blogger brauchen Kommentare.

Link-Tipp: Wie du mehr Kommentare ins Blog bekommst (Conterest)

Das ist Schnee von morgen. (Jens Jeremies)

Planung ist wichtig. Ein Redaktionsplan kann als Herzstück sämtlicher Aktivitäten betrachtet werden. Er bietet einen Überblick über Abgabe- und Veröffentlichungstermine, hilft bei der Themenwahl und -ausgewogenheit, sorgt für eine gleichmäßige und individuelle Bespielung der einzelnen Social Media Kanäle und regelt die Verantwortlichkeiten.

Link-Tipp: Warum ein Blog einen Redaktionsplan benötigt (PR Stunt)

Der krempelt die Arme hoch. (Rainer Calmund)

Von nichts kommt nichts – in den gewählten Accounts der Social Media-Plattformen ist eine regelmäßige Anwesenheit und Aktivität erforderlich und die Corporate Blogs sollten in einem bestimmten Turnus befeuert werden, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Hinzu kommen der Wille plus Mühe und Geduld. Nicht zu vergessen sind die rechtlichen Aspekte.

Link-Tipp: Social Media Compliance – die Präsenz im Internet im Griff haben (Lecturio)

Da muss dann auch mal einer die Hand ins Heft nehmen. (Thomas Helmer)

Auf was nicht alles zu achten ist, wenn Content-Marketing in Unternehmen eingeführt werden soll. Top-down oder Bottom-up? Die Ausgangslage ist entscheidend und: es muss halt einer machen.

Link-Tipp: Content-Marketing in Unternehmen einführen (Zielbar)

Das Tor gehört zu 70 % mir und zu 40 % dem Wilmots. (Ingo Anderbrügge)

Stichwort KPI. Um Marketingaktivitäten zu messen und Prozesse zu bewerten, müssen Schlüsselkennzahlen bestimmt werden. Betrachten wir dies als nebensächlichen Bereich der Unternehmenskommunikation, geben wir wohl weiterhin 110 Prozent in die völlig falsche Richtung.

Link-Tipp: Geld verbrennen in der PR – aber richtig! (Pressesprecher)

Wir sind hierher gefahren und haben gesagt: okay, wenn wir verlieren, fahren wir wieder nach Hause. (Marco Rehmer)

No fear! Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Es geht fast immer um Authentizität, wahre Inhalte, eine mutige Portion an Entertainment und Informationsgehalt sowie den digitalen Austausch mit der entsprechenden Zielgruppe. Kampflos aufgeben ist nicht.

Link-Tipp: Snackable Content ist eher Fast Food als Sonntagsbraten (Testroom)

Es ist nicht immer alles wahr, was stimmt

Fußball ist Ding, Dang, Dong. Es gibt nicht nur Ding. (Giovanni Trappatoni)

Social Media besteht nicht nur aus Facebook. Neben Blogs und Online-Magazinen gibt es immer wieder auch neue Plattformen wie Messaging-Dienste à la Snapchat oder Social Networks wie Peach. Auch wenn die User anspruchsvoller und die Angebote reichhaltiger geworden sind – es muss nicht alles mitgemacht werden, aber ein Interesse an aktuellen Themen vorhanden sein.

Link-Tipp: Was wir über das neueste Social Network Peach wissen müssen (Hootsuite)

Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.
(Uwe Wegmann)

Ein Patentrezept dafür, wie Content zum Viral wird, gibt es nicht. Diese Erkenntnis ist so einfach wie potenziell enttäuschend. Natürlich hoffen Kommunikationsprofis dennoch darauf, Inhalte möglichst weit verbreiten zu können.

Link-Tipp: Viralen Content verstehen – wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse (Cision)

Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben. (Berti Vogts)

Schon verrückt, was da draußen in der virtuellen und vor allem realen Welt derzeit alles passiert. Anfeindungen, Diskussionen, Krisen, Hahnenkämpfe und Kriege. Die deutsche Übersetzung von „Social Networks“ lautet eben in keiner Weise „Soziale Netzwerke“. Oder was ist an all der Hetze und dem Hass sozial? Für mich gleicht dieses Phänomen eher einer Treibjagd. So manch wirre Äußerungen einer Halluzination.

Link-Tipp: Hetze und Hass in Social Networks (PR Stunt)

Wir spielen den schönsten Fußball, haben die schönsten Spieler und wissen, wie wir unsere Frauen behandeln müssen. (Lionel Messi)

Zum Glück gibt es gewisse Konstanten innerhalb der Unternehmenskommunikation. Da ist zum Beispiel die korrekte Ansprache. Die förmliche oder informelle, in jedem Falle authentische Anrede. Journalisten, Sponsoren und generell die Medien wollen doch schließlich bespaßt werden.

Link-Tipp: Influencer Relations – Digitale Rockstars und Supertargets (Stefan Schütz)

Ich bin wie Gott, ich werde nie krank, und ich habe immer Recht.
(Louis van Gaal)

Habt ihr schon mal etwas von selbsterfüllender Prophezeiung gehört? Man denkt manchmal, sein Gegenüber findet einen unsympathisch, und deswegen ist man negativ eingestellt – und prompt liegt eine komische Grundstimmung in der Luft. Oder andersrum begegnen wir jemandem, der uns sofort sympathisch ist. Dann sind wir automatisch positiv gesinnt.

Link-Tipp: Selbsterfüllende Prophezeiung – Du bekommst, was Du erwartest (Blogsheet)

Irgendwas mit Fußball – vielleicht Zuschauer! (Deco)

Content Shock, Info-Smog, Shitstorm, News-Overload – der digitale Wandel birgt auch Schattenseiten und Risiken in sich. Um damit fertig zu werden, schaffen sich viele ihren ganz persönlichen Schutzwall. Andere Restriktionen werden durch Algorithmen der Suchmaschinen oder Social Networks einfach vorgegeben. Es entsteht aufgrund der Internet-Nutzung und eigenen selektiven Fähigkeiten eine Filterblase. An der wir in erster Linie selbst Schuld sind. Deshalb nicht nur labern, sondern auch machen!

Link-Tipp: Storydoing – jetzt wird in die Hände gespuckt (PR Stunt)

Viele können nicht unterscheiden zwischen Viererkette und Fahrradkette. (Karl-Heinz Rummenigge)

Die Kommunikationsbranche konnte sich bislang nicht auf eine einheitliche Definition von Content-Marketing einigen. Viel schlimmer noch: es wird munter aus der eigenen Perspektive heraus diskutiert, wer denn jetzt Content-Marketing am besten könne und eigentlich schon vor Jahren als erster verinnerlicht und umgesetzt hat.

Link-Tipp: Strategisches Content-Marketing mit dem SCOM-Framework (Scompler)

Das sind Profis, und da geht es Gott sei Dank nur um Geld. (Uli Hoeneß)

Blogger nehmen im Web eine Sonderstellung ein. In erster Linie können sie nicht mit einem Klick gekauft werden. Zumal die Blogs meistens nicht zur Umsetzung von Kooperationen gegründet wurden, sondern um durch persönliche Passionen Reputation aufzubauen – mal mehr und mal weniger professionell.

Link-Tipp: Content for Sale? Warum Blogger keine buchbaren Medien sind (Komm.Passion)

Das Spielerische kommt dann übers Spiel. (Andreas Wolf)

Im Rahmen der Unternehmenskommunikation ist der Trend zu beobachten, den User über spielerische Anreize abzuholen. Gamification nennt sich das, in dessen Mittelpunkt die Motivationen und Interessen der entsprechenden „Spieler“ stehen. Über die Aktivierung ihres Spieltriebs winkt ihnen die Befriedigung ihrer Bedürfnisse in punkto persönlicher Vorteil und nutzenstiftender Mehrwert. So, wie wir es vom Content-Marketing her kennen.

Link-Tipp: Gamification im Content-Marketing-Mix (Zielbar)

Wir haben ja das Vergnügen, ihn jeden Tag zu sehen. Da brauchen wir nicht das Internet, um mit ihm zu kommunizieren. (Manuel Neuer)

Es ist nicht überliefert, ob Manuel Neuer im Haushalt hilft. Vielleicht ist er gar kein Instagram Husband, sondern…

Auch der Bundestrainer muss sich am Ende für einen 23-köpfigen Kader entscheiden. Deshalb beende ich an dieser Stelle meinen Ausflug in die lustige Welt der Fußballer-Sprache. Habt ihr Lust, diese Liste fortzuführen und weitere Zitate mit entsprechenden Quellen der digitalen Welt zu untermauern? Dann ackert, kommentiert fleißig und schießt ein Tor!

Autor: Stefan Schütz /
Foto: Stephanie Hofschläger / pixelio.de

Comments
  1. Die Kroaten sollen ja auf alles treten, was sich bewegt – da hat unser Mittelfeld ja nichts zu befürchten. (Berti Vogts)

    Es stellt sich die Frage, welche Ziele „geiler Content“ erreichen soll. Da gehen vermutlich die Ansichten auseinander. Aus Sicht meiner Kunden ist es die eigene positive Wahrnehmung durch und die Bindung von Kunden, Mitarbeitern, Interessenten, Stakeholdern, Studenten etc. Ob sich daraus ein Kauf, eine Bewerbung oder eine Anmeldung ergibt, steht im Content Marketing hintenan.

    http://www.scheidtweiler-pr.de/wie-geht-geiler-content-das-weiss-nur-die-zielgruppe/

    • Hallo Nicolas,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Ja, ja, der „Bundesberti“ 😉

      Ich lese unter anderem eine gewisse Flexibilität heraus – als Voraussetzung für die zielgerichtete Ansprache der Stakeholder und deren Nutzen.

      Oder wie Johan Cruyff sagen würde: „Ich habe zwei Masseure, einer spielte in der zweiten, einer in der dritten Division. Beide schießen links wie rechts problemlos. Wer aber ist von meiner Mannschaft beidfüßig? Das verstehe ich unter Technik.“ (Kritik an fehlender Flexibilität seiner Spieler)

  2. Hallo Stefan,

    sehr amüsanter Beitrag, gern gelesen. Die Verbindung zu den Artikeln finde ich klasse! Hast du noch eine passende für Beckenbauers Spruch „Der Grund war nicht die Ursache, sondern der Auslöser“?

    Beste Grüße
    Steve

    • Hallo Steve,

      sehr gut! Ich denke bei dem von dir gewählten Zitat an die Erfolgsmessung, also mit welchen KPI (Key Performance Indicators) wir welchen Erfolg messen können. Soll sie uns doch unter anderem dabei helfen, die Content-Marketing-Aktivitäten zu bewerten, Ursachenforschung zu betreiben und wenn nötig Anpassungen vorzunehmen.

      Und da fällt mir die großartige Matrix des BVDW zur Erfolgsmessung in Social Media ein. Kennst du die? So etwas hat es in dieser Form noch nicht gegeben und der Bundesverband Digitale Wirtschaft hat dafür Jahre benötigt.

      Das Ergebnis findest du hier: http://www.bvdw.org/medien/bvdw-vereinheitlicht-social-media-erfolgsmessung?media=7744

  3. Super Zitate

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