Was hat uns "Digitales Marketing" gebracht?

Digitales Marketing aus PR-Sicht

Digitales Marketing aus PR-Sicht

Was hat uns die „Digitale Reformation“ gebracht?

Seit fünf Jahren darf ich mich Blogger nennen. Ebenso lange latsche ich treu zur dmexco, um die neuesten Trends und den „Hot Shit“ im Bereich Digitales Marketing aufzusaugen. Das ist ein kleiner Schritt für einen Wahl-Kölner, ein riesiger Sprung für die Filterblase. Denn was nach einem banalen Messebesuch klingt, ist für mich als PR-Berater in Wirklichkeit eine größere Herausforderung.

Diesen Beitrag habe ich im Rahmen der Blogparade #digiform vom Online-Magazin Zielbar überarbeitet. Die vorliegende Version ist seit dem 13. Dezember 2017 online. Anlass ist der 500. Jahrestag der Reformation nach Luther und ferner die Frage „Was hat uns die ‚digitale Reformation‘ gebracht?“.

Die Herausforderung für mich als PR-Schaffenden besteht zum Beispiel darin, die Trends der Leitmesse für digitales Marketing zu filtern. Und infolgedessen auf die Public Relations zu übertragen. Folglich solche Trends, die überdauern und eine tiefgreifende Entwicklung prophezeien. Bei denen es sich entsprechend lohnt, Unterschiede und Gemeinsamkeiten für die beiden klassischen Disziplinen ausfindig zu machen. Im Interesse potenzieller Kunden und mit Blick für eine effiziente Umsetzung.

Digitale Transformation: Der Veränderungsprozess nimmt fahrt auf und ist allgegenwärtig

Unabhängig von der Nachhaltigkeit oder Ganzheitlichkeit dieser Trends. Das Tempo der Digitalisierung hat nochmals angezogen!

Das Internet ist zu unserem täglichen Aufenthaltsort geworden. Wir kaufen online ein, überweisen die Miete, schicken uns Emojis zu und verdienen über die Breitbandverbindung unsere Brötchen. Wie selbstverständlich checken wir WhatsApp, laden unser Slow-Food-Foto bei Instagram hoch und buchen den nächsten Kegelabend über OpenTable. Benjamin Brückner

Ein Beispiel: Vor fünf Jahren war ich gemäß nachstehendem Interview auf jeden Fall beeindruckt von der Optimierung datenbasierter Werbung. Heute gehört „Programmatic Advertising“ für Agenturen und Werbetreibende sowie einen Großteil der Unternehmen zum festen Bestandteil des Online-Marketing-Mix. Wir diskutieren obenrein über Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen. Lassen KI in unser Wohnzimmer und überschütten Konzerne mit unseren Daten. Bald ist zu beobachten, wie sich die DSVGO im Detail auswirkt.


Interview zur dmexco im Jahr 2012

Nicolas Scheidtweiler: Stefan, wir beginnen direkt: Es gibt viel Kritik an der dmexco, sie sei viel zu überlaufen und nicht aktuell. Wie siehst du das?

Stefan Schütz: Meine erste dmexco hat mir gut gefallen: Die Gespräche waren interessant, die Themen vielseitig, die Hallen großräumig sowie die Seminare und Work Labs praxisnah! Das Feedback der Aussteller war positiv. Allerdings kann ich die kritischen Töne zur Aktualität nachvollziehen. Es ging viel um „Advertising“ im klassischen Sinne. Das hat meiner Meinung nach wenig mit den innovativen Möglichkeiten im digitalen Markt und/oder der Social Media zu tun und nicht diesen Freiraum verdient.

Trends und Chancen für die PR

Nicolas Scheidtweiler: Welche Trends konntest du erkennen?

Stefan Schütz: Zwei Ansatzpunkte haben mich am meisten beeindruckt: Zum einen ist SEO beim Bewegtbild im deutschsprachigen Raum auf dem Vormarsch. Alle größeren Mediatheken verzeichnen einen enormen Fortschritt bei Technik und Umsetzung. Die Institute und Dienstleister in diesem Segment haben ihre Hausaufgaben gemacht. Sie bereiten neben den Sendeanstalten respektive Portalen den Agenturen und Usern zukünftig viel Freude. Zum anderen steht die Optimierung datenbasierter Werbung im Fokus. Hier stehen die hiesigen Unternehmen im Gegensatz zu denen in den USA noch am Anfang. Die riesigen Potenziale sind identifiziert, jetzt gilt es Standards zu entwickeln und Daten zu generieren. Ein spannendes Mammut-Projekt!

Entwicklungen in der Retroperspektive

Nicolas Scheidtweiler: Als eher klassischer Dienstleister in der PR, was für Chancen siehst du im Digitalen Markt?

Stefan Schütz: Moderne Dienstleister und die klassische PR sind doch längst digital! Ich bin ein großer Befürworter der crossmedialen Verbreitung. Deshalb rate ich außer zu Print, zu Funk, Fernsehen und gerne zu Online-PR und gegebenenfalls Social Media. Digitales Marketing ist wichtig. Redaktionelle Inhalte per Radio, Videocast oder Tageszeitungs-Onlineportale zielgerichtet zu platzieren, macht einen Schwerpunkt meiner Arbeit aus und wird zunehmend mehr.


Digitales Marketing: Neue Formate zwingen Medien und Unternehmen zum Umdenken

Print-Medien sind auf der dmexco erfahrungsgemäß rar. Obwohl sie im Kontext von beispielsweise „Paid Content“ einen Anteil an der digitalen Reformation haben. Digitale Werbung eignet sich aufgrund der zahlreich genutzten Adblocker immer weniger als alleinige Erlösquelle für Publisher. Kostenpflichtige Inhalte bekommen dadurch eine neue Bedeutung. Laut Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) nutzen rund 62 Prozent der Zeitungen Paid Content Angebote. Weiterhin Tendenz steigend. Eine Übersicht des BDZV zeigt die unterschiedlichen Bezahl-Modelle.

Oder nehmen wir „Virtual & Augmented Reality“. Diese Tech-Phänomene sind durch massentaugliche Anwendungen wie Pokémon GO vom Hype zur sinnvollen Anwendung gereift. Sie helfen, die vorherrschende Silo-Denke in den Unternehmen abzubauen und PR, Marketing und Sales enger zu verzahnen. Außerdem scheint bei den Konsumenten die anfängliche Hemmschwelle überwunden zu sein. Mit dem Einsatz dieser Technik sowie über die Aktivierung des Spieltriebs der Consumer, gelingt die Befriedigung individueller Bedürfnisse. Der persönlicher Vorteil und nutzenstiftende Mehrwert hat Gamification im Content-Marketing-Mix salonfähig gemacht.

Zu guter Letzt möchte ich noch drei Cases zeigen. Zu deren Einordnung und meiner Ehrenrettung sei gesagt, dass diese PR-Stunts in vielerlei Hinsicht eine Ausnahme darstellen. Alldieweil sie mit ordentlich Budget gesegnet, langer Vorlaufzeit geplant und einer nötigen Portion mutigem Pioniergeist versehen sind. Einer Hexenjagd kommen sie trotzdem nicht gleich.

Digitale Fazination (sic!): Was mir persönlich die digitale Reformation bringt

Ich mag digitales Marketing. Besser ausgedrückt: Ich liebe es! Auch wenn Big Data, Echtzeit-Kommunikation und Real-Time-Monitoring PR-Profis vor immer neue Herausforderungen stellt. Die „Digitale Reformation“ ermöglicht mir, den Kopf freizuhalten und mich ständig neu zu erfinden. Außerdem für Innovationen, Nährboden, Beratungsleistungen und meinetwegen den Gang zur dmexco offen zu sein.

Exemplarische Herausforderungen der Digitalisierung

Technologie-Lösungen verbinde ich mit wertvollen Impulsen, frischen Herangehensweisen und kreativen Ideen – analog wie digital, innerhalb der Public Relations und des Content-Marketing. Wir brauchen das, es geht uns an. Aufmerksamkeit, Relevanz und Kreativität hinterlassen eine Wirkung. Beim Consumer, bei den Unternehmen, bei mir.

Wie ist es bei dir? Inwiefern hat die digitale Reformation dein Arbeitsleben verändert? Was nervt dich am meisten an der digitalen Arbeitswelt? Welche Tipps kannst du der Blogparade beisteuern?

Autor: Stefan Schütz / Google+
Foto: albersHeinemann / pixabay

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