11 praxiserprobte Tipps und Tricks für die Blog-Pflege (lyperzyt / pixabay)

Blog-Pflege ist wichtig und wird oft vernachlässigt

Blog-Pflege ist wichtig und wird trotzdem leider viel zu oft vernachlässigt

11 wertvolle Tipps und Tricks für ein sauberes Blog

Mir kommen viele meiner vermeintlich guten Ideen unter der Dusche oder auf einem stillen Örtchen. So ähnlich war es auch mit #MyFirstContent – meiner persönlichen Blogger-Challenge. Sie besagt, dass ich bis zum zehnjährigen Jubiläum von PR Stunt zum Ende des Jahres 2022 das Blog ordentlich aufräume. Also ältere Beiträge wie diesen hier update, alte Schicken vollends in die Tonne kloppe und neue Inhalte kreiere. Nicht zuletzt aus diesem Grund betreibe ich derzeit verstärkt Blog-Pflege. Elf Tipps und Tricks für ein sauberes Blog – aus dieser Zeit als „Mario Kondo“ des Contents – teile ich im Folgenden.

PR Stunt: Do bes en Blog met Hätz un Ziel (sic!)

Als ich diesen Blogartikel im Jahr 2015 veröffentlichte, war er gut gemeint. Inhaltlich völlig in Ordnung, doch schon die ursprüngliche Einleitung genügte nicht mehr meinen Ansprüchen. Ich war immer ein Blogger aus Leidenschaft, mir gefällt das Medium und die Blogosphäre bis heute. Und dennoch fehlte mir immer ein entscheidendes Element oder Argument für erfolgreiches Bloggen: ein Ziel. Zum Glück ist Veränderung das einzig Beständige und so kommt es endlich zum hiesigen Refresh für die richtige Blog-Pflege.

Lese-Tipp: Der obige Ausspruch zu Marie Kondo des Contents stammt übrigens von der geschätzten Doris Eichmeier. Sie hat für Zielbar mit „Core Pruning: So bleibt dein Content frisch und knackig“ einen Leitfaden für Content-Updates entwickelt.

Vorteile der Blog-Pflege aus Nutzer- und Publisher-Sicht

Eine kontinuierliche Blog-Pflege ist mehr als ein Freundschaftsdienst für die Leserschaft – obgleich letztgenannte stets im Mittelpunkt des Blogs stehen. Denn auch Google weiß relevante Inhalte mit nutzerfreundlichem Aufbau und mehrwertstiftende Beiträge oder Links zu schätzen. Ich als begeisterter Blog-Leser und Content-Enthusiast achte jedenfalls auf Details. Und darin liegt bekanntlich der Teufel. Deshalb sei betont, dass die nachstehenden Tipps und Tricks keinen Anspruch auf Vollständigkeit besitzen.

Die 30-Sekunden-Regel der Blog-Pflege

Kennt ihr die Aufräum-Regel die besagt, dass alles innerhalb von 30 Sekunden einem festen Platz zuzuordnen ist? Auf die Blog-Pflege übertragen, sollten ihr zunächst einen älteren Beitrag selbstkritisch lesen und kurz sacken lassen. Daran angeschlossen ergeben sich mehrere Möglichkeiten:

1. Der Beitrag überzeugt euch inhaltlich noch immer und ihr nehmt nur kleine Korrekturen vor, wie zum Beispiel Tippfehler ausmerzen

2. Das Thema gehört nicht mehr in eurer Portfolio respektive zu den Zielen und ihr löscht den Beitrag kurzerhand, natürlich ist archivieren legitim

3. Die Inhalte bedürfen einer vollständigen Überarbeitung samt Ergänzung um beispielsweise Abbildungen und ihr räumt euch dafür ausreichend Zeit ein

4. Das Fokus-Keyword findet sich auch in anderen Beiträgen und ihr konsolidiert selbige, macht sozusagen ein „best-of“ daraus

5. Der Schreibstil und Aufbau entspricht nicht mehr euren Vorstellungen und ihr passt das an, wie hier im vorliegenden Fall geschehen

Diese fünf Optionen stellen lediglich einen ersten Ansatz dar. Zumal sie losgelöst mitunter kontraproduktiv auf die Zielsetzung einwirken. Ungeachtet dessen ergeben sich hieraus Synergien sowie weitere Handlungsempfehlungen rund um die Blog-Pflege, von denen ich später einige aufgreife.

Konsolidierung älterer Blogbeiträge / Aktueller Bezug

Je mehr Beiträge ich veröffentlichte, desto häufiger stieß ich auf ähnliche Gegebenheiten. Themen und dazugehörige Cases sind endlich. Sobald ich das Grübeln anfange – „…das kenne ich doch irgendwoher, dazu habe ich neulich eine Kleinigkeit zum Besten gegeben, da war doch was“ – schaue ich mir ältere Blogbeiträge nochmal an. Indes passt ein wahlloses Verteilen alter Schlauch-Inhalte mitnichten ohne vorheriger Korrekturen. Persönlich finde ich es eher abstoßend, wenn uralte Posts um ihrer selbst willen und auf Teufel komm raus unters Community-Volk geschmissen werden. Womöglich durch mechanische Automatismen gesteuert. Noch schlimmer wird es, wenn ein Datum der ersten Veröffentlichung fehlt. Ist dagegen wie im vorliegenden Fall ein aktueller Bezug gegeben, sind erneute Offenbarungen durchaus legitim. Möge der Zusammenhang mit dir sein. 

Liegen die erworbenen Bildrechte vor?

Die ewige Leier: sobald man sich an einem der Stock-Archive bedient hat, begibt man sich auf dünnes Eis. Kriterien wie „nur redaktionelle und/oder kommerzielle Nutzung“ sowie „eingeschränktes und/oder erweitertes Bildbearbeitungsrecht“ stellen bereits erste Stolperfallen dar. Ganz zu schweigen von den aberwitzigen Abmahnmaschen vermeintlich gewiefter Fotografen, die auf die Unwissenheit der User abzielen und sich so ein nicht zu unterschätzendes Taschengeld verdienen. Erst kürzlich ging eine Abmahnwelle aufgrund angeblich falscher Urheberangaben bei Fotolia-Kunden reihum. Ein kurzer Check etwaiger Nutzungsänderungen kann hiervor schützen. Bestenfalls findet eigenes Fotomaterial Verwendung.

Führen sämtliche Links zum Ziel?

Den einen richtigen Umgang mit Links gibt es wohl nicht. Persönlich empfinde ich es als angenehm, wenn nicht unnötig viele Worte verschwendet werden und weiterführende Links den Wissensdurst löschen. Äußerst nervig ist es hingegen, wenn der angeklickte Link des Vertrauens im Nirwana mündet. An dieser Stelle breche ich dann meist das Lesen umgehend ab. Zudem bleibt mir der oder die BloggerIn zumindest kurzfristig negativ im Gedächtnis. Da ich aber weiß, dass Links über Nacht Änderungen unterworfen werden oder spurlos verschwinden können, melde ich solch einen Fauxpas bei Gelegenheit – abhängig von Sympathie, Kontaktfülle, Wiederholungstat. Manchmal weiß der betroffene Link-Setzer es einfach nicht besser. Letztendlich sind leere 404- oder 0815-Links so oder so ein absolutes No-Go.

Wie ich grundsätzlich zum Linkbuilding stehe und was es dabei zusätzlich zu bedenken gilt, habe ich an anderer Stelle kundgetan. Wer dann noch Tipps für die interne und externe Verlinkung benötigt, wird bei PR-Stunt ebenfalls fündig. Um die Blog-Pflege jedenfalls nicht ausufern zu lassen, würde ich vor der geplanten Neu-Veröffentlichung zunächst die beiden nachfolgenden Ebenen (sprich: die Links im Beitrag und dann im entsprechenden verlinkten Beitrag) kontrollieren. Selbiges betrifft übrigens auch allesamt die verwendeten Abbildungen/Grafiken.

Sind die inhaltlichen Aussagen korrekt?

Beim eingangs erwähnten Post sind, durch die drei zuvor genannten und vollzogenen Maßnahmen der Blog-Pflege, weitere (nennen wir sie) Flüchtigkeitsfehler aufgepoppt. So war zum Beispiel ein zitierter Geschäftsführer gar nicht mehr in dieser Position tätig. Schnell den Titel „ehemaliger Geschäftsführer von“ verpasst. Auf den ersten Blick banal klingt ferner die Möglichkeit, dass sich durch Heirat oder sonstige Ereignisse ein Nachname verändert hat. Zugegebenermaßen eher unwahrscheinlich (wer heiratet denn heute noch), aber eben nicht vollends auszuschließen (an alle Eventualitäten gedacht).

Komisch wirken darüber hinaus Formulierungen wie „in den letzten zwei Wochen“ oder „es bleibt abzuwarten, wie sich das Ganze entwickelt“. Zurück in die Zukunft: damals waren solche Aussagen gewiss korrekt, mittlerweile wissen wir allerdings ob der Entwicklung. Befinden wir uns doch in einem Raum-Zeit-Kontinuum. Ich will ja niemanden erschrecken, aber die Welt dreht sich immer wigger 😉 Einfach von Anfang an mit zeitlichen Bezügen sparsamer umgehen. Dann gibt es später weniger zu tun – bei der Blog-Pflege meine ich!

Fazit: Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt für Blog-Pflege

Summa summarum gibt es nie den richtigen Zeitpunkt für Unannehmlichkeiten. Während der Klausuren-Phase trimmte ich meine Bude immer auf Hochglanz. Um Ausreden nie verlegen. Apropos Vorwände: liebe Digital Natives formerly known as Generation Y – via WhatsApp eine Beziehung zu beenden ist echt uncool. Unheimlich geschickt einen weiteren Link mit dem Zaunpfahl (zu Kommunikationsstrategien) eingefügt. Exkurs beendet. Wer viel schreibt und über sein Blog publiziert, generiert neben hoffentlich nutzenstiftenden Inhalten ebenfalls reichlich Altlasten. Es lohnt deshalb ein regelmäßiges Durchlüften des putativ angestaubten Content. Reinemachen ist angesagt, das Blog auf Vordermann bringen. Dazu gehören unter anderem kontinuierliche Backups (wöchentlich), die Identifizierung toter Links (monatlich) sowie das Überarbeiten alter Artikel (quartalsweise). Wenn es überhaupt ein „Sommerloch“ gibt, dann kann ich die Ferienmonate für eine umfassende Blog-Pflege empfehlen.

An alles mit Bedacht gedacht? Wann hast du das letzte Mal dein Blog ausgemistet? Welche Tipps möchtest du ergänzen?

Autor: Stefan Schütz
Foto: lyperzyt / pixabay

Comments
  1. Hi Stefan, wieder mal ein schöner Beitrag von dir! Werde ich gleich mal auf Twitter teilen. Was mich interessieren würde: Wie stehst du generell zur Überarbeitung alter Artikel? Sagen wir mal die Zielgruppe eines Bloggers hat sich geändert und einige ältere Artikel passen einfach nicht mehr. Also fix einen Content Audit durchgeführt – und nun? Die unpassenden Beiträge einfach zu löschen wäre in mehrerlei Hinsicht fatal. Aber die Beiträge alle zu überarbeiten, ist eine „Heidenarbeit“ 😉 Also, was meinst du? Viele Grüße, Katharina

    • Hallo Katharina,

      danke dir!

      Ich finde die Überarbeitung alter Artikel dann sinnvoll, wenn man diese in irgendeiner Form nochmals verwenden möchte. Als Quelle, als Link, als Inhalt etc. Das da viel Arbeit hinter steckt stimmt natürlich. Aber am Ende des Tages wird man dafür hoffentlich belohnt… Sollte sich die Zielrichtung vollends verändert haben, kommen die Beiträge aus meiner Sicht zu den oben genannten „Zweitverwertungsgründen“ nicht mehr in Betracht und können zumindest vernachlässigt werden. Eine grundlegende Pflege bedürfen diese aber auch 😉

      Viele Grüße
      Stefan

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