PR-Berater-Leben von A bis Z

Lustig ist das PR-Berater-Leben – von A bis Z

Lustig ist das PR-Berater-Leben – von A bis Z

PR-Berater werden ist nicht schwer,
PR-Berater sein hingegen sehr

Es gibt unzählige Blogs mit ganz unterschiedlichen Themen, Sichtweisen, Schwerpunkten und Ausrichtungen. Bei mir ist der Name noch Programm. So finden sich bei PR-Stunt Posts zu Content Marketing, Public Relation, Social Media und anderen Kommunikationsaspekten.

Da ich im wahren Leben PR-Berater bin, möchte ich im Folgenden Kurioses und Wissenswertes über das Agentur-Leben preisgeben – inspiriert durch die Blogparade #BlogABC von Burkhard Asmuth in alphabetischer Reihenfolge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Obacht: viel Ironie im Spiel!

A wie Anfrage: „Können Sie mal schnell…“ ist wohl die beliebteste Anfrage. Häufig durch Aktionismus geprägt, endet das kurzweilige Gespräch meistens beim Vorschlag, einen adäquaten Kosten- und Zeitrahmen festzulegen.

B wie Bewegtbild: Bunte Bilder in schnellen Sequenzen, mit nie zuvor gesehenen Spezialeffekten. Im Zweifel kann schnell noch ein GIF (Graphics Interchange Format) angepriesen werden. Bewegt sich ja auch irgendwie.

C wie Content: Immer an den Leser denken, nutzenstiftende Inhalte schaffen und nie die Ziele aus den Augen verlieren. Dann hat man es geschafft – und ist geschafft. Dieses Content Marketing ist eben doch nicht so banal.

D wie Deckenlampe: Am hellsten ist es bekanntlich unter der Lampe. Mir ist erst heute eine Sicherung durchgebrannt, doch ich nehme es mit Fassung. Alle Lampen anzuhaben, steigert das Denkvermögen. Alles Gute kommt von oben.

E wie Ekel: Ethische Beweggründe haben bei PR-Beratern keine Rolle zu spielen. Die Unterstützung der Waffenlobby oder rechts-populistischen Parteien wird weinend in Kauf genommen. Darüber hinaus sind gegorene Milchprodukte und andere Stillleben im Kühlschrank echt ekelhaft.

F wie Fremdleistung: Ein notwendiges Übel bei der Realisierung von Projekten jeglicher Art. Schließlich kann man nicht alles alleine stemmen und Spezialist in allen Belangen sein. Am Ende haben andere Dienstleister auch eine gewisse Daseinsberechtigung.

G wie Grundrauschen: Wichtiges Argument für eine kontinuierliche Presse- und Medienarbeit. Sehen und gesehen werden. Tue Gutes und rede darüber – nenne es dann Corporate Social Responsibility (kurz: CSR) und folge dem Trend.

H wie Hierarchie: Vom Praktikanten, Volontär oder Trainee über Junior-Berater bis hin zum Senior oder höher berufenden Posten können gut und gerne fünf bis zehn Jahre vergehen. Die harte Schule macht sich jedoch bezahlt. Von nichts kommt nichts und eins kann dir keiner nehmen. Lehrjahre sind schließlich keine Herrenjahre.

J wie Junimond: Mit müden Augen wirst du feststellen, dass es kein Sommerloch gibt. Die Community schläft nie und Krisen lauern überall. Doch jetzt tut’s nicht mehr weh. Nee, jetzt tut’s nicht mehr weh.

K wie Krise: Für mich eine spannende Angelegenheit. Zum einen, um das eigene Wissen unter Beweis zu stellen und schnellstmöglich auf wechselnde Begebenheiten zu reagieren sowie als Psychologe auf den Kunden einzuwirken. Zum anderen, um zu erkennen, dass es immer noch ein bisschen schlimmer kommen kann.

L wie Lust: Klar gibt es die Tagesform und bei Zeiten eine gewisse Lustlosigkeit. Doch das operative Geschäft hält einen auf Trapp und von etwaigen Depressionen ab. Carpe diem – ich habe wirklich Bock auf das, was ich mache!

M wie Mahlzeit: Regelmäßige Pausen helfen dabei, einen klaren Kopf zu bewahren und sich frisch ans Werk machen zu können. Ausgewogene Ernährungspraktiken werden zwar im Agenturen-Alltag nicht immer eingehalten, aber zumindest in Betracht gezogen.

N wie Neuland: Dieses sogenannte Internetz stellt die Kunden und vor allem die PR-Berater vor schier unmenschliche Herausforderungen. Gelöscht und bewältigt hat es bislang noch keiner in Gänze. Vermutlich wird dieser neumodische Kram einfach überschätzt und sich glücklicherweise nicht durchsetzen.

O wie Obsolet: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, nichts hindert mich, weiser zu werden. Der Kunde ist immer König. Dann ist eine Pressemitteilung ein richtig geiles Instrument – wenn man sonst keinerlei Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Wir hatten ja nüscht, nicht mal Spaß.

P wie Politik: Ab und an gibt es innerhalb der Agentur politische Entscheidungen. Eine nahezu aussichtslose Teilnahme an einem Pitch zum Beispiel. Oder die Hinzunahme eines Externen, weil das eigene Personal den Erwartungen nicht entspricht. Public Affairs beschäftigt sich ohnehin mit diesem Thema.

Q wie Querulant: Großartig, diese Trolle! Was kann es schöneres geben als querschießende Pöbler, die mit ihrer Freizeit nichts anzufangen wissen und ständig dagegen sind. Also dagegen sind, weil alle anderen dafür sind. Egal, worum es geht. Geht es noch?

R wie Reise: Man kommt viel rum. Das mag ich und liegt mir sehr. Den Kundenkontakt vor Ort genieße ich in vollen Zügen. Diskussionen, Argumente und womöglich auch Streitigkeiten. Wogen zu glätten und Problemlösungen anzubieten. Face to Face oder via Skype, Hauptsache Italien.

S wie Social: Eines der größten Missverständnisse ist wohl der Mythos, dass Social Media etwas mit sozialen Medien oder Social Networks mit sozialen Netzwerken zu tun hat. Der raue Umgang in selbigen lässt jedenfalls kaum darauf schließen. Vorbei sind die Zeiten, als Transparenz, Klarnamen und Netiquette von Bedeutung waren.

T wie Trugschluss: Irgendwas mit Medien zieht heutzutage so überhaupt gar nicht mehr. Im übertragenen Sinne könnte man fast von einem Fachkräftemangel auf Agenturebene sprechen. Jeder zweite betreibt ein Blog, hat die Weisheit mit Löffeln gefressen und die große weite Welt gesehen. Was soll da noch kommen?

U wie Urlaub: Durchschnittlich 25 Urlaubstage kann man innerhalb der PR-Beratungsbranche sein Eigen nennen. Neulich stellte sich eine dpa-Redakteurin vor, die standardmäßig mit 35 Tagen Urlaub in jedes Jahr startet. Komischerweise ward sie nie wieder gesehen. Kann aber auch andere Gründe haben.

V wie Vogelfrei: Rechtlos und geächtet sind PR-Berater nun wirklich nicht. Andererseits sind sie auch nicht sonderlich beliebt. Schade, verkörpern sie doch im übertragenen Sinne eine starke Schulter, an die man sich anlehnen kann. Ferner sind sie bei Misserfolg Sündenbock und schwarzer Peter zugleich.

W wie Work-Life-Balance: Nichts geht über Freizeit und persönliche Vorteile. Bringschuld, Eigenregie und Impulse sind doch völlig überbewertet. Bevor ich einen Finger krumm mache, sollten mir zunächst mein Benefit und sonstige Uneigennützigkeiten aufgezeigt werden. Traurig aber wahr.

X wie Beliebig: Sämtliche hier im Blogpost beschrieben Handlungen und Begrifflichkeiten lassen sich wohl mühelos auf alle Branchen und Gewerke übertragen. Jeder wird irgendetwas wiedererkannt haben. Sollte dem nicht so sein, kann ich nur gratulieren. Scheint ein Traumjob zu sein.

Y wie YouTuber: Diese aufsteigende Spezies der Öffentlichkeitsarbeit wird einerseits überschätz und andererseits unterfordert. Müssen diese Neuzeit-Stars doch eigentlich nur sie selbst sein, gut aussehen, charmant wirken und den Zeitgeist der Jugend in irgendeiner Form treffen. Kennt jemand einen YouTuber für die Zielgruppe ab 40?

Z wie Ziel: Der Weg ist das selbige. Ich habe fertig. Zielgruppen und Personas seien an dieser Stelle der Vollständigkeit und aus SEO-Sicht noch genannt. Mehr gibt es nicht hinzuzufügen.

Leider konnte ich nicht alle Wortspiele, Halbweisheiten und Anekdoten zum Besten geben. Jedoch hoffentlich dem geneigten Leser das eine oder andere Schmunzeln abringen. Bis demnächst!


Autor: Stefan Schütz /
Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Comments
  1. Norbert Baumgärtner

    „E wie Ekel“: Vor linkspopulistischen Parteien ekelt es den modernen PR-Berater offenbar ohnehin nicht…

    • Hallo Norbert Baumgärtner,

      ehrlich gesagt: nein! Aber ich kann da nur für mich sprechen und die pauschale Aussage über DEN modernen PR-Berater nicht teilen…

      Beste Grüße
      Stefan Schütz

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