Möglichkeitsformen von Corporate Blogs

Corporate Blogs im Konjunktiv

Corporate Blogs im Konjunktiv

Stellen wir uns folgende Situation vor: es kommt die einmalige Chance auf einen zu, sich im Job verbessern zu können. Der neue Arbeitgeber hat für einen treuen Kunden seit einigen Jahren in puncto Public Relations, Content Marketing und Social Media gute Arbeit geleistet. Das Grundrauschen der Öffentlichkeitsarbeit ist mehr als solide, die klassische Pressearbeit ebenso und die zu kolportierenden Inhalte sind dankbar. Zudem hat sich die zu betreuende Marke längst etabliert und kann durchaus den Effekt einer Marken-Identifikation sein Eigen nennen. Die Zielgruppe ist natürlich abgesteckt und involviert. Es gibt sogar eine große Fanbase und begeisterte Community. Ein etwaiges Krisenpotential hält sich in überschaubaren Grenzen.

Wo ist der Haken?

Aufgabe ist es, die Mediaplanung zu professionalisieren, die verschiedenen Charaktere und Philosophien in einem interdisziplinären Team zusammenzuführen und kreative Impulse in Blickrichtung der Social Media einzubringen. Demnach gibt es eine Strategie und klar definierte Ziele. Kann also ebenfalls am Anfang zumindest vernachlässigt werden. Übrigens sind die beschriebenen Aufgaben und Handlungen nahezu frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen wären jedenfalls rein zufällig und völlig legal…

Jetzt wird das Anliegen auf einmal zum persönlichen Luxus-Problem. Man wird gefordert, darauf angesprochen, in die engere Kandidaten-Auswahl berufen und schlussendlich auserkoren. Du bist der Auserwählte! Da wir uns laut Überschrift im Konjunktiv bewegen, könnte noch vorausgesetzt werden, dass vermutlich viele diese Möglichkeit beim Schopfe packen würden.

Welche Ideen, Maßnahmen oder Instrumente könnten in dieser Konstellation innovativ und erfolgsversprechend sowie trendig und authentisch zugleich sein? Würde mir solch ein Job in Aussicht gestellt und müsste ich mich tatsächlich damit näher auseinander setzen, dann käme mir aller Wahrscheinlichkeit nach sofort ein Corporate Blog in den Sinn. Alles andere gibt es ja schon und scheint auf den ersten Blick nicht verbesserungswürdig. Was käme noch in Betracht? Feuer frei – ein jeder sei zur selbigen Meinungsäußerung aufgerufen!

Wo ist das Ding?

Komischerweise lastet auf Corporate Blogs ein negatives Image. So schreibt Klaus Eck beispielsweise im Rahmen der Blogparade „Content-Marketing und Corporate Blogs 2015 #cmcb15“ die Zeilen:

In der Theorie sind Blogartikel Selbstläufer; leider zeigt die Praxis jedoch oftmals, dass nur wenige Leser Interesse an den Inhalten der Corporate Blogs haben. Sie gelten als viel zu langweilig. Daran sind die Unternehmen in der Regel selbst schuld, die sich zu wenig um Inhalte und ihr eigenes Agenda-Setting kümmern.

Selbst ich muss eingestehen, dass Unternehmens-Blogs in meinen Grundfesten noch nicht endgültig emanzipiert sind. Das liegt jedoch in keiner Weise am „Medium Blog“, sondern eindeutig an den Vorstellungen zu verkalkten Strukturen, unverbesserlichen Köpfen und beratungsresistenten Konzernen. Sehr pauschal, sehr egoistisch, sehr kitschig, sehr subjektiv und sehr weit hergeholt – ok!

Fragen wir doch lieber ausgewiesene ExpertInnen, wie Meike Leopold. Klingt doch auch wesentlich fundierter, wenn eine gelernte Journalistin sich über den Aufbau und die Pflege von Corporate Blogs auslässt. In Anlehnung an ihr gleichnamiges Buch „Corporate Blogs – Praxistipps für Strategie, Inhalt und Ziele“ habe ich eine bunte Infografik gebastelt. Hiermit sollen die wesentlichsten Schritte zum eigenen Corporate Blog aufgezeigt werden:

Infografik zu Erstellung eines Corporate Blog

Wo ist die Essenz?

Ich weiß es schlichtweg nicht und „freitags ist sie nie da“! Mit diesem „dumpfen Gefühl, dieser Leere im Kopf“, stehe ich scheinbar nicht alleine da. Bei der Recherche zu diesem Beitrag habe ich mich auf die (zugegebenermaßen halbherzige und recht einseitige) Suche nach außergewöhnlichen, kreativen und contentgetriebenen Corporate Blogs begeben. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: die via Suchmaschine gefundenen Artikel zu diesem Thema sind meist uralt und selbst die englischsprachigen Blogposts hierzu, haben mich mit ihren Vorschlägen nicht überzeugt. Vielleicht wird es Zeit für ein Update – also vielleicht müsse man laut Konjunktiv 1 eine aktuelle TOP-10-Liste herausragender Corporate Blogs erstellen. Nach dem Konjunktiv 2 träfe ich möglicherweise damit den Zeitgeist. Mir fällt nur partout kein gescheiter Corporate Blog auf. Welchen würdet ihr vorschlagen und was zeichnet diesen aus?

Schön, dass die oben genannte Blogparade um eine Woche verlängert wurde. Um ehrlich zu sein, hatte ich beim hiesigen Aufruf genau darauf gehofft. Getreu dem konjunktiven Motto: „hättste, wennste, könnste“! Damit habe ich sämtliche etwaige Eventualitäten sowie abstruse Möglichkeiten und konstruktive Gedankenspiele bedacht. Wenn der Dativ dem Genitiv sein Tod ist, dann könnte der Konjunktiv dem Corporate Blog sein Jungbrunnen sein.


Autor: Stefan Schütz /
Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Comments
  1. Corporate Blogs haben durchaus noch ein Akzeptanzproblem seitens der Unternehmen, die die Wichtigkeit nicht erkennen (wollen) – da stimme ich zu. Die andere, hier ebenfalls angerissene Seite ist, dass den meisten Unternehmen innerhalb kürzester Zeit die Themen ausgehen. Grund: Selbstüberschätzung („kein Problem, mir fallen hunderte Themen ein“), Mangel an Zeiteinsatz und Mangel an Finanzierung (für Personal im weitesten Sinne). Habe mir vor einiger Zeit dazu auch mal Gedanken gemacht … vielleicht ja als kleine Ergänzung: http://www.profi-news.de/textblog/design/content-marketing-macht-es-sinn-weiterhin-einen-unternehmens-blog-zu-pflegen/

    • Kritik, Anregungen und Ergänzungen sind immer willkommen!
      Danke für dein konstruktives Feedback – den Beitrag führe ich mir in Ruhe zu Gemüte 😉

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