Jaguttäh, Blogger können Linkbuilding wie rechts

Jaguttäh, der Blogger kann Linkbuilding wie rechts

Jaguttäh, der Blogger kann Linkbuilding wie rechts

Allen Unkenrufen zum Trotz sowie manch fragwürdiger Agentur-Machenschaften ist Linkbuilding noch immer ein wichtiges Thema innerhalb der Blogosphäre und ein viel verwendetes SEO-Instrument. Umstritten, weil bei der Anwendung zahlreiche Fallen lauern. Notwendig, weil als fester Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung angesehen. Beliebt, weil schnelle Erfolge sichtbar werden. Bedenklich, weil noch zu oft als einzige Aktivität genutzt.

Laut der „Linkbuilding Survey 2014“ von Skyrocket, ist Linkbulding mindestens so gefragt wie eh und je. Insgesamt 315 Online-Marketing-Experten aus unterschiedlichen Disziplinen wurden zum Thema Linkbuildung befragt. Die Ergebnisse wurden in der nachstehenden Infografik im MOZ-Blog zusammengefasst – dort finden sich ferner detailliertere Informationen zur Umfrage:

Linkbuilding Infografik

Im Verlaufe dieses Jahres hat Google mehrfach deutsche Linknetzwerke und teilweise deren Kunden abgestraft. Damit setzt der Konzern seinen Kampf gegen die Vermittler (also den Kauf und Verkauf) von unnatürlichen Links fort. Diese Linknetzwerke bieten zwar eine schnelle Möglichkeit zum Linkbuilding, verstoßen jedoch gegen Google-Richtlinien. Es bleibt abzuwarten, ob es zukünftig weitere Anbieter treffen wird. Zum jetzigen Stand, kann fest davon ausgegangen werden – würde Google doch den eingeschlagenen Weg nur konsequent weiterverfolgen. Ratsam ist ein solches Vorgehen ohnehin nicht, also einfach die Finger davon lassen!

Wer sich dennoch bei umkämpften Keywords in den Suchergebnissen behaupten möchte, der kommt um nachhaltige Links nicht herum. Ein starkes Linkprofil kann bei ähnlich hoher Qualität der Inhalte den Unterschied ausmachen. Da kann es nicht schaden, ein wenig nachzuhelfen.
Dawid Hallmann von trafficmaxx

Das Ergebnis stimmt, der Rest ist Statistik

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Dokumente jeglicher Art (wie Online-Artikel, Blogposts, Whitepaper, Infografiken usw.) nach Relevanz und Anzahl der Suchanfragen bewertet und von den Suchmaschinen in entsprechender Reihenfolge ausgewiesen werden. Häufig zitierte und verwendete Artikel haben demnach eine höhere Relevanz als solche, die nur selten Erwähnung finden.

Aus Blogger-Sicht heißt deshalb die erste Regel: die Struktur der Website schlank, klar und mundgerecht aufzubereiten. Die Suchmaschinen werden es danken und belohnen – die Leserschaft ebenfalls, und um die geht es schlussendlich immer. Macht man einen guten Job, finden die Blogpost zunehmend Anklang und werden von anderen Bloggern und Blogs zitiert. Diese Links, die auf die eigene Website weisen, werden von den Suchmaschinen als qualitativ wertvoll erachtet und bei der Analyse respektive Bewertung herangezogen – fallen somit kräftig ins Gewicht. Zumal unter anderem hierdurch die Anzahl der Visitors und hoffentlich auch deren Besuchsdauer ansteigen wird. Denn über interne Verlinkungen wiederum gelangen die Leser nicht nur einfacher von einem interessanten Beitrag zum nächsten, auch für die Seitenanalyse der Suchmaschinen wird es einfacher. Google zum Beispiel misst die Link-Popularität mit dem PageRank.

Der PageRank-Algorithmus wertet und gewichtet alle Inhalte (die für eine Suchanfrage relevant sind) anhand ihrer Struktur. Je häufiger eine Seite von anderen Seiten verlinkt ist und diese wiederum gut verlinkt sind, desto besser fällt die Google-Bewertung aus. Bei entsprechender Qualität der Links. Die Quantität der eingehenden Links spiegelt dann die sogenannte Link-Popularität wider.

Heute geht es im Link-Marketing nicht mehr allein darum, möglichst viele Links zu erzeugen. Die Kunst liegt vielmehr darin, durch gezielte Aktionen die richtigen Links zu generieren. Dabei spielt beispielsweise die Themenrelevanz der verlinkenden Seite eine große Rolle.
Andre Alpar & Maik Metzen von t3n

Um weiterhin Linkbuilding effektiv und regelkonform zu betreiben, müssen Blogger durch Variationen der Inhalte, Themen, Beitragsarten, Postingzeiten und Intervalle punkten. Danach wird die Bewertung auf Grundlage der Interaktionsintensität vorgenommen. Kein Feedback, kein Interesse, kein Nutzen, kein Punkt. Klingt komisch, ist aber so!

Suchmaschinen bewerten im Grunde die zuvor genannten Kriterien und machen daran ein organisches oder eben unorganisches Wachstum von Links fest. Dabei werden renommierte Portale, Newsseiten, Firmen-Seiten oder Blogs im Größenverhältnis kategorisiert. Soll heißen: ein „sprunghafter Anstieg“ einkommender Links wird in Relation zur jeweiligen Bekanntheit der Website beurteilt. Ein weitestgehend unbekannter Blogger kann jedoch durch regelmäßige Aktivitäten innerhalb der Blogosphäre SEO-Boden gut machen und sozusagen eine höhere Bewertung durch eine „nutzbringende Umtriebigkeit“ erhaschen. Exemplarisch sprach ich oben vom Kreislauf „mehr Visitors, längere Nutzungsdauer“. Das Augenmerk sollte daher wie bei der Link-Popularität stets auf qualitativ hochwertigem Content liegen.

Deshalb nochmals klipp und klar: die oberste Priorität lautet – Schreiben um des Lesers willen, um seiner selbst willen! Teilaspekte des „search engine optimization“ sollten nur nebenbei abgegolten werden. Denn Content-Marketing ist kein Linkaufbau & SEO!

Wer Content-Marketing nur aus Gründen der Suchmaschinenoptimierung bzw. des Linkaufbaus betreibt, denkt sehr eindimensional und wird Enttäuschungen erleben.
Olaf Kopp von der Aufgesang Inbound Online Marketing GbR

Umso weniger kann ich mit dem Ansatz etwas anfangen, aus der Sicht des potenziellen Linkgebers zu denken! Dennoch möchte ich quasi der Vollständigkeit halber auf diese Strategie des Linkbuilding hinweisen. Ist es nichtsdestoweniger vielleicht von Interesse, warum viele Content-Marketing-Aktionen verpuffen oder durch gezielte PR- und Social Media-Maßnahmen eine gewisse Reichweite aber kaum Links generieren.

Wenn das Ziel der Link ist, dann steht nicht der ‚Kunde‘ im Fokus, sondern der Webseiten-Betreiber, der den Link setzen soll. Und dann sollte dieser auch nicht vom eigenen Unternehmen und seinem Leistungsangebot überzeugt werden. Je weniger kommerziell der informierende, beratende und unterhaltende Inhalt nämlich ist, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit einen Link zu erhalten.
Andreas Graap von Angron

Abschließend kurz zurück zum organischen Wachstum: welche Linkaufbau-Geschwindigkeit denn im Endeffekt „natürlich“ oder „gesund“ ist, treibt gerade Anfänger häufig in den Wahnsinn. Seid beruhigt – es gibt kein Patentrezept 😉

Bei der Linkaufbau-Geschwindigkeit gibt es kein ‚richtig‘ oder ‚falsch‘, denn es kommt wie so oft auf den jeweiligen Einzelfall an. Grundsätzlich sollten es vor allem zu Beginn nicht zu viele neue Links sein, die auf eine neue Website einprasseln. Dümpelt der Linkaufbau aber nur so vor sich hin, kann das für das organische Ranking-Wachstum ebenso schlecht sein.
Björn Tantau vom gleichnamigen Magazin für Online-Marketing

Ich bedanke mich herzlich bei Fran Beckenbauer für die Inspiration des hiesigen Titels, bei Mirko Slomka für den Zwischentitel sowie Kai Thrun und Daniela Sprung für meine beiden ersten „echten“ Backlinks – könnte schlimmer kommen!


Autor: Stefan Schütz /
Foto: twinlili / pixelio.de

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