Rezepte & Best Practices für mehr Erfolg im Unternehmensalltag

Buchrezension: Erste Hilfe für Social Media Manager

„Erste Hilfe für Social Media Manager“

Rezepte & Best Practices für mehr Erfolg im Unternehmensalltag

Rezepte & Best Practices für mehr Erfolg im Unternehmensalltag

Hä, wer bist du denn?

Von einem Social Media Manager wird viel erwartet. Das Tätigkeitsfeld unterliegt einem ständig veränderten und innovativen Wechsel. Zumal die Social Media sich als Kommunikationsinstrument zwar etabliert haben, in den meisten Unternehmen jedoch eher noch als Neuland kritisch beäugt werden. Verschiedene Branchenverbände haben deshalb den Versuch unternommen, Anforderungsprofile an Social Media-Berufe zu definieren – von einem Einzug in die Köpfe der Chefetage oder Personalabteilungen ist aber kaum zu sprechen.

Meist gehen die Probleme schon bei der Zuordnung des Social Media Managers und dessen Aufgaben los: Marketing oder PR oder beides oder losgelöst oder übergeordnet? Häufig werden in diesem Zusammenhang Hilfsbezeichnungen wie Online-Redakteur oder Content-Manager oder Community-Manager genutzt. Auf einer schlechten Party kann im Zweifel immer „irgendwas mit Medien“ als Beschreibung herhalten. Richtig treffend sind wohl alle genannten Job-Titel nicht. Dient ein Social Media Manager doch als Bindeglied zwischen den Abteilungen und Hierarchien, innerhalb des Unternehmens und nach außen.

Im deutschsprachigen Raum gibt es mittlerweile zahlreiche Ausbildungslehrgänge. Diese sind allerdings von sehr unterschiedlicher Qualität und von ganzheitlichen Standards etwa so weit entfernt, wie die etwaige Neuverfilmung der Schwarzwaldklinik von den Oscars. Letztendlich fehlt das präzise Wissen über die verschiedenen Aufgabengebiete, die heutzutage zum erweiterten Feld des Social Media Managements gehören und individuell abverlangt werden. Trotz aller Entwicklungen wird noch einige Zeit ins Neuland gehen, bis es zu ausgefeilten Stellenbeschreibungen kommt. Bis es soweit ist, mangelt es den Unternehmern wenigstens nicht an einem Alibi

Mein Beileid gilt den Social Media Managern, die sich auf eine solche Position eingelassen haben. Es gibt überhaupt keine andere Möglichkeit, als das Opfer nicht erfüllbarer Erwartungen zu werden. Jens Issel, PR-Blogger

Lassen Sie mich durch, ich bin Social Media Manager

Dennoch ist Social Media Manager ein Traumberuf!? Wie in anderen Jobs auch, stößt man im Unternehmensalltag halt regelmäßig an Grenzen der effektiven und erfolgreichen Arbeit. In dem Buch „Erste Hilfe für Social Media Manager“ von Meike Leopold und Björn Eichstädt (Hrsg., dpunkt.verlag, 1. Auflage 2015; 24,90,- EUR) verraten sieben renommierte Social Media-Profis wirksame Rezepte und Best Practices, mit denen Social Media Manager mehr Erfolg und Freude im Job haben. Die Autoren bieten im wahrsten Wortsinn erste Hilfe für gescheiterte Gescheitelte – überall dort, wo Kopf- und Planlosigkeit vorherrscht! Passende Medizin gegen den unübersichtlichen Berufsalltag mit seinem Zeitdruck, den ungeschriebenen Gesetzen, großen Erwartung und nicht minder großen Vorbehalten der Kollegen, Vorgesetzten und Gesprächspartnern auf Socken- oder Küchenpartys.

Und hin und wieder wollen wir ein Pflaster auf die Wunde kleben und gemeinsam einen guten Schluck aus der Schmerzmittelflasche nehmen.
Die Autoren über dieses Buches

Die Reihenfolge der sieben Kapitel entspricht der Art und Weise, wie die Themen in der Praxis idealerweise aufeinander aufbauen sollten. Zu Beginn einer jeden Überlegung stehen demnach Ziele und Strategie. Wie so oft im gesunden Leben gibt es hierbei leider keine Patentrezepte. Wertvolle Ratschläge, Merksätze, Tipps und kompakte Zusammenfassungen gibt es bei diesem Hausbesuch allerdings en masse. Konkrete Problemfelder und Fragestellungen der Patienten respektive Social Media Manager werden mit gleichermaßen konstruktiven wie authentischen Antworten begegnet. Antworten, die so oder so ähnlich garantiert im Alltag der Autoren Eingang gefunden haben und entgegen sämtlichen Totschlagargumenten eingesetzt wurden – ich nehme dies zumindest stark an und den hiesigen Ärzten gerne ab. Sätze wie „Das passt nicht zu unserem Unternehmen!“ oder „Wozu machen wir das Facebook-Gedöns überhaupt?“ hat wohl schon jeder Social Media Manager einmal gehört. Stilistisch einwandfreie und besonnene Rezepte haben wiederum nur wenige in der Schublade. Das Buch zu lesen, lohnt also.

Steht die Strategie, muss diese im nächsten Schritt im Unternehmen implementiert werden. Hierzu bedarf es zunächst klare und verständliche Richtlinien. Wie man die sogenannten Guidelines erarbeitet und erfolgreich etabliert, wird im zweiten Kapitel ausführlich dargestellt. Gelungen finde ich die definitorische Abgrenzung zu Social Media Governance und Policy. Werden anhand dessen die Teilbereiche der Kommunikation in sozialen Netzwerken, strategische Entscheidungen zur Nutzung von Social Media sowie entsprechende Handlungsempfehlungen für Social Media Manager doch sehr deutlich herausgestellt. Ein bisschen zu kurz kommt in diesem Kontext für mich das Thema Monitoring, was vielleicht mit der eigenen Wissenslücke zu begründen ist. In puncto Krisen-Fahrplan empfehle ich zudem weiterführende Niederschriften.

Ohne interne Kommunikation ist alles nichts

Als Einleitung zur Thematik der Prozesse und Arbeitsorganisation wird die klassische Aussage „So haben wir das noch nie gemacht“ angeführt. Alles, was auf der digitalen Reise durchdacht und geplant wird, hat zwangsläufig Auswirkungen auf die Prozesse und somit unmittelbar auf die Mitarbeiter im Umfeld des Social Media Managers. Denn klar ist, dass Social Media die Prozesse einer Organisation verändert haben oder nach der Implementierung verändern werden. Demnach gilt es die Arbeit als Social Media Manager so effizient wie möglich zu organisieren, um eine größtmögliche Akzeptanz für die gesamte Kommunikation zu schaffen. Der internen Kommunikation wird dabei eine besonders wichtige Rolle zugesprochen. Im letzten Kapitel wird die interne Kommunikation daher nochmals detailliert beziehungsweise separat beschrieben. Begrifflichkeiten wie Storytelling und Content Marketing erhalten Einzug.

Auf den Arbeitsalltag eines Social Media Managers wird im vierten Kapitel Bezug genommen. Genauer genommen wird eine ausgewogene Work-Life-Balance propagiert. Ein schöner Ansatz, umfasst die Arbeitszeit doch wirklich nur einen Teil des Lebens. Als Familienvater weiß ich jedenfalls, worauf die Autorin hinweisen will. Im Endeffekt ist die Tätigkeit als Social Media Manager alles, nur kein 9-to-5-Job. Und trotzdem kann, darf, sollte jeder sich eine Auszeit gönnen. In diesem Zusammenhang werden Lösungsansätze geliefert, wie die Gefahr einer Überbelastung frühzeitig vermieden werden kann. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Spannend sind ebenfalls die Kapitel 5 und 6. Dort werden nämlich die Mitarbeiter zu Markenbotschaftern und die Vorzüge einer Zusammenarbeit mit internen und externen Dienstleistern dargestellt. Selbstredend lauern auch hier gewisse Fettnäpfchen und eine bunte Mischung macht am Ende den Unterschied aus. Zu den riesigen Nebenwirkungen fressen sie die Packungsbeilage und erschlagen Sie den irren Arzt ihres Apothekers. In diesem Sinne, alles Gute 😉

That’s how it should be – God bless you

Jeder der glorreichen Sieben (The Magnificent Seven) ist ein ausgewiesener Experte auf seinem Gebiet. Da besteht kein Zweifel. Dennoch sind stilistische Unterschiede in den einzelnen Kapiteln durchaus zu erkennen. Damit will ich nicht behaupten, dass der Lesefluss leidet. Aber dieses vermeintliche Manko sollte immerhin Erwähnung finden. Ein weiterer kleiner Wermutstropfen sind die Abbildungen – leider ausschließlich in schwarz-weiß gehalten. Um im Bild zu bleiben: Blut ist nun einmal rot! Großartig ist hingegen das Verzeichnis der Probleme und Rezepte ganz am Anfang. Dadurch kann der Social Media Manager ganz gezielt auf die eigenen Bedarfe hinwirken und ohne Wissensverlust zwischen den Kapiteln hin und herspringen.

Ich habe es nicht so mit Ärzten – und das ist noch milde ausgedrückt. Neulich musste ich dann aber doch einen aufsuchen. Es geht mir gut, keine Sorge. Die Empfehlung meiner Kollegin war jedenfalls goldwert. So funktioniert anscheinend Reputationsmarketing. Deshalb möchte ich abschließend die Autoren und natürlich das Buch „Erste Hilfe für Social Media Manager – Rezepte & Best Practices für mehr Erfolg im Unternehmensalltag“ wärmstens empfehlen. Keine Globuli, keine Placebo, keine Schulmedizin (sprich: Einheitsbrei) – sondern eine sinnvolle Alternativmethode, die einem stets geboten wird. Gesundheit!

P.S. dankenswerterweise gab es zum Rezensionsexemplar einen kleinen Verbandskasten dazu. Ein tolles Gimmick, wie ich finde!


Autor: Stefan Schütz /
Foto: Rosel Eckstein / pixelio.de

Comments
  1. Evy

    Das ist ja putzig xD Der Vergleich mit der Schwarzwaldklinik war amüsant!

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