Texten fürs Social Web

Tipps fürs Texten im Social Web

Buchrezension: Texten fürs Social Web

Das Handbuch für Social-Media-Texter

Netzwerke sind ein Teil des Social Web. Und das Texten von Nachrichten wiederum ein weiterer Aspekt beim Umgang mit dem großen Ganzen. Nichtsdestotrotz ein bedeutender, darauf einigen wir uns sicher schnell. Schließlich läuft Vieles intuitiv und vermeintlich richtig ab – einiges mündet in einer Katastrophe. Klar ist: Wir sollten Spaß bei der Nutzung haben und uns nicht zu schade sein, einen guten Rat von Experten anzunehmen.

Cover für Rezension

Autorin Florine Calleen ist ein solcher Profi und ich merke ihr die Freude am Texten an. Die Erfahrungen als Journalistin, Redakteurin, Lehrerin und Lektorin finden jetzt Eingang in ihr Erstlingswerk: „Texten fürs Social Web – Das Handbuch für Social-Media-Texter“ (BusinessVillage; 21,80 EUR).

Upgrade: Dieser Beitrag bei „PR Stunt – PR. Marketing. Blog.“ ist seit dem 27. November 2017 überarbeitet.

Das Buch liest sich kurzweilig und bietet mit abgeschlossenen Kapiteln die Möglichkeit, in das jeweilige Interessensgebiet ohne Streuverluste zu wechseln. Ferner lohnt sich ein Streifzug in die mutmaßlich stärkeren Felder des eigenen „Netzdaseins“. Allein aufgrund des hohen Praxisbezugs und Aufkommens von Best Practice Beispielen. Es gibt zahlreiche Hinweise, die bei der individuellen Vorgehensweise bislang eventuell vernachlässigt oder nicht beachtet wurden. „Vielleicht kann ich Ihnen ein paar Tipps geben“, heißt es bescheiden in der Einleitung – meine persönliche Antwort darauf lautet: ja! Hier geht es zur Slideshare-Präsentation von Texten fürs Social Web.

La guerre du feu (oder: Am Anfang war das Feuer)

Anfangs werden Begrifflichkeiten wie Fans, Freunde und Follower abgegrenzt und weitere Bausteine des Socia Web angerissen. Nach Foren, Blogs und Wikis sowie ihrer Komplexität, geht es schnell ins Eingemachte. Hierdurch wird Laien der Einstieg leicht gemacht und Fortgeschrittene warten nicht lange auf informativen Mehrwert. Zudem erfahren kurz angebundene Leser am Ende eines jeden Abschnitts eine Zusammenfassung. Ein Patentrezept stellt das Werk indes nicht zu Verfügung – und das ist auch gut so! Faible oder Grundverständnis sollten vorhanden sein.

Gelungen finde ich den Ausflug in die Search Engine Optimization (SEO) und den Bezug zu entsprechenden Keywords oder Tags. Unverzichtbar sind die Fingerzeige auf Authentizität, Content („lang lebe der König“) und die allgemeinen Spielregeln namens Netiquette. Abschnitte wie über den richtigen Zeitpunkt eines Posts habe ich vernachlässigt. Niemand kann den besagten spezifischen Augenblick vorherbestimmen. Wie verhalten sich beispielsweise international aufgestellte Unternehmen? Was einmal geht, geht auch zweimal? Muss nicht!

Grundsätzlich gilt: Gebe ich leblose Inhalte oder unnützes Wissen ohne jeglichen Bezug von mir, werden die Empfänger (hier kann nicht von Zielgruppe gesprochen werden) dies mittelfristig mit Missbilligung abstrafen. Unabhängig vom Augenblick. Aus diesem Grunde setze ich das gewissenhafte Benehmen (Stichwort: Spam) sowie den positiven Umgang mit Kritik („Trolle im Shitstorm“) voraus, weshalb sich meine Neugier auf diese Absätze zunächst in Grenzen hielt. Aber ich wiederhole mich gern: Jeder Bücherwurm und mutmaßlicher Könner ist hier ebenfalls positiv überrascht heimst tolle Effekte ein.

Der Hauptteil besticht, in Anlehnung an den anhaltend zu erkennenden roten Faden des gewählten Themenspektrums, erneut durch einen scharfen Blick auf das Wesentliche. Besser kann ich auf mehr als 100 Seiten den „blauen Riesen“ Facebook, „das Imperium“ Google+, die Businessnetzwerke LinkedIn und Xing sowie die aufstrebenden Social-Media-Netzwerke Twitter und Pinterest nicht adäquat beschreiben und dem „digitalen Appetithäppchen“ about.me Beachtung schenken. Geneigte Kritiker werden die Vorlieben der Autorin erahnen.

All’s Well That Ends Well (oder: Ende gut, alles gut)

Am Ende des Tages (und des Buches) gebührt jedem Schreiber respektive Texter die notwendige (in einer sonst so schnelllebigen) Zeit, den eigenen Stil zu entwickeln und Ideen einzubringen. Halten wir uns an Guidelines, an Urheber- und Verwertungsrechte und an dieses Handbuch, steht einem erfolgreichem „Texten fürs Social Web“ nichts mehr im Wege!

Die Tipps:

6 Tipps fürs Texten im Social Web

  1. Kurz und prägnant: Lange Sätze, unpersönliche Ansprachen, Abkürzungen und Füllwörter hemmen das Lesevergnügen. Passiv-Konstruktionen, Modalverben und Phrasen gilt es zu vermeiden. Bei Posts genügen wenige Zeilen, das richtige Bild und gegebenenfalls Hashtags, um die Message zielgerichtet zu transportieren.
  2. Message als Botschafter: Im Grunde genommen beinhalten Texte im Social Web zwingend eine klare Botschaft. Der Wettbewerb und das Content-Angebot sind hier besonders groß. Eine strukturierte Gliederung führt zu einem relevanten Fazit. Zwischentitel, Infokästen und Leseempfehlungen zahlen auf die Message ein. Der Texter wird zum Botschafter, Vermittler und Ansprechpartner.
  3. Dialog statt Monolog: Egal, ob Tweet, Blogpost oder Online-Banner – der User wird aufgefordert, einbezogen und ernstgenommen. Daraus entwickeln sich Gespräche, Chancen und Impulse. Ein konstruktives Feedback generiert neue Content-Ideen und schafft Vertrauen.
  4. Tonalität samt Mandatories: Texte wirken besonders nachhaltig, wenn sie die Tonalität des jeweiligen Mediums aufgreifen. Allerdings ohne den eigenen Schreibstil aufzugeben und die Zielsetzung respektive Persona aus den Augen zu verlieren. Authentisch bleiben und die Netiquette wahren.
  5. Einfach und unterhaltsam: Mit durchgestylten PR-Texten oder langweiligem Marketing-Sprech bekommen Texte in den Social Networks wenig Beachtung. Bietet der Beitrag spezielles Wissen oder sonstigen Mehrwert, darf der Teaser gerne Lust darauf vermitteln. Guter Content weckt Emotionen und ist unterhaltsam, informativ, bedeutsam oder faszinierend.
  6. Themen oder Interessen: Ein Blick über den Tellerrand hinaus, lohnt sich. Ideen von Wettbewerbern und Partner dürfen zwar aufgegriffen, jedoch niemals als die eigenen ausgegeben werden. Das Netz vergisst nie! Entsprechende Quellenangaben schaffen Abhilfe. Über die Zeit wird sich ein Alleinstellungsmerkmal herauskristallisieren.

Ich freue mich über die Danksagung (in der ich schmeichelnd erwähnt werde) sowie das demnächst kostenlos zur Verfügung gestellte Glossar und die etwaige Fortsetzung und möchte an dieser Stelle mit Verlaub eine Empfehlung aussprechen…

Die Autorin:

Florine Calleen war in 30 Berufsjahren Journalistin, Redakteurin, Lehrerin und Lektorin. Seit 2010 ist sie selbständige Texterin und Social Media Managerin mit dem Fokus auf PR. Außerdem hat sie ein großes Interesse an Kunst und moderner Kommunikation.

Autor: Stefan Schütz / Google+
Foto: StartupStockPhotos / pixabay

Comments
  1. Hallo Stefan,
    gut geschriebene Rezension, im Texten bist Du auch nicht schlecht. Liest man gerne komplett, weil man immer wieder schmunzeln muss und es nicht langweilig wird.
    Viele Grüße
    Claudia

    • Hallo Claudia,

      herzlichen Dank für die lobenden Worte! Ich werde mir auch weiterhin Mühe geben, zumindest über mich selbst lachen zu können 😉

      Viele Grüße
      Stefan

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