Tell me! Buchrezension zum Bestseller über Storytelling (wzyou2014 / pixabay)

Mit Storytelling überzeugen: tell me!

Buchrezension: tell me!

Mit Storytelling überzeugen – von Thomas Pyczak

Storytelling übernimmt eine Schlüsselfunktion für jeden, der überzeugend kommuniziert. Im Konferenzraum, an der Kaffee-Bar, im Gespräch oder beim Vortrag – online wie offline. Wer gut erzählen kann, wird überall auf begeisterte Zuhörer treffen. Das ist die zentrale Botschaft des Buches von Thomas Pyczak. Und zugleich ein Versprechen, welches ich mit der vorliegenden Rezension überprüfe und mit eigenen Überlegungen samt Infografik ergänze.

Tell me! Buchrezension zum Bestseller über Storytelling (Thomas Pyczak / Rheinwerk Computing)

„Tell me! – Wie Sie mit Storytelling überzeugen“ (Rheinwerk Computing; 3., aktualisierte und erweiterte Auflage 2020; 328 Seiten, broschiert, in Farbe, 24,90.- EUR) ist gespickt mit packenden Geschichten. Mit jeder Überschrift setzt Thomas Pyczak einen Prozess in Gang. Sogar der Index macht mit Begriffen wie ‚1001 Nacht‘, Kopfkino‘ oder ‚Star Wars‘ große Lust das Werk aufzusaugen. Der Bestseller in seiner nigelnagelneuen Fassung eignet sich für alle, die erfolgreich sein wollen in Beruf, PR und Marketing.

Das Buch beinhaltet zahlreiche direkt anwendbare Beispiele aus der Praxis, Take-aways und Canvasas. Zudem lohnt ein Klick in die weiterführenden Links. Einige Videos daraus greife ich im Beitrag auf. Für ein eigenes Urteil rege ich einen Blick in die Leseprobe des Buches an, die der Verlag kostenlos zur Verfügung stellt. Neben diesen ersten Eindrücken aus dem PDF, helfe ich gerne weiter.

Storytelling ist keine Aneinanderreihung von Fakten

Der Autor macht von Beginn an klar, dass Storytelling erlernbar und zugleich von vielen Skills abhängig ist. Als da wären:

  1. Urteilskraft: Wann ist eine Geschichte überhaupt erzählenswert?
  2. Fokus: Wie soll sich der Leser am Ende der Geschichte fühlen?
  3. Chili: Was ist die Nettobotschaft der Geschichte?
  4. Echtheit: Warum erzähle ich diese Geschichte jetzt?
  5. Neugier: Wie wäre es oder was wäre, wenn…?
  6. Spaß: Wie sieht die empathische Achterbahnfahrt aus?
  7. Nähe: Wie nutze und überzeuge ich mit Geschichten?

Übertragen auf eine ganzheitliche Kommunikation, erinnern mich die einzelnen Fragen an die Content-Ampel von Dr. Kerstin Hoffmann alias PR-Doktor. So verbinde ich zum Beispiel die Urteilskraft mit Relevanz, den Fokus mit Emotion oder die Echtheit mit Timing. Diesen schnellen Qualitätscheck, den die Ampel für wirklich jeden Inhalt ermöglicht, empfehle ich immer gerne. Übrigens wie das Buch branchen- und kanalübergreifend.

Storytelling-Skills und Content-Ampel (Kerstin Hoffmann / PR-Doktor)

Zurück zum Storytelling und die dritte Auflage des Buches. Passend enthält sie drei neue Kapitel. Bei der zweiten Auflage waren es zwei Kapitel – ein Muster? Diesmal erzählt Thomas Pyczak zusätzlich die Geschichte von Greta Thunberg („Jeder Purpose braucht eine Story“). Außerdem gibt er Tipps für Präsentationen („Ein bisschen wie Jazz“) und erklärt die Obama-Methode („Ich. Wir. Jetzt.“). Interessierte finden weitere Details hierzu im lesenswerten Blog des Autors. An dieser Stelle möchte ich lediglich eine Obama-Rede exemplarisch heranziehen.

Lesetipp: Eine starke Geschichte hat Zugkraft. Sie erreicht unseren innersten Kern, kann uns dadurch motivieren und lässt aus Usern treue Fans werden. Kein Wunder also, dass Storytelling einen festen Platz in der modernen Kommunikation inne hat. „Tipps für Storytelling im Marketing.“

Storytelling im Content-Marketing zu wenig mitgedacht

Obwohl sich nach eigener Aussage praxisnahe Tipps über das ganze Buch verteilen, empfinde ich einige dieser Ausführungen als eher abstrakt. Andererseits sind sie mitnichten rein theoretischer Natur – es sind eben Geschichten. Zusammenhänge zu anderen Kommunikationsansätzen, wie zuvor die Content-Ampel, kommen mir jedenfalls insgesamt zu kurz. Mit Ausnahmen wie das folgende Video, im Buch als Best Practice für transmediales Storytelling im Marketing aufgeführt.

Ebenfalls interessant finde ich die ‚Basic Plots für Geschichten‘. Denn auch hierzu nimmt der Autor konkreten Bezug zur Praxis. So lassen sich die im Buch genannten sieben Basic Plots auf die Unternehmenskommunikation übertragen. Auf Abteilungen, Bereiche, Disziplinen oder Produkte und auf die in der Strategie verankerte Core-Story. Dabei gilt die Faustregel: Je klarer sich ein Plot einem Unternehmen zuordnen lässt, desto klarer auch sein Profil und die Orientierung. Zum besseren Verständnis folgt eine von mir im Rahmen der hiesigen Rezension erstellte Infografik:

Tell me! Infografik zum Bestseller über Storytelling (Stefan Schütz / PR Stunt)

Lesetipp: Abschließend zur Kritik, ein Beitrag von mir für das Online-Magazin Zielbar. Darin frische ich für Unternehmen und Marken die Grundlagen des Storytellings auf und übertrage sie auf die Echtzeit-Kommunikation via Messenger-Apps.

Fazit: tell me what you want from me (Storyteller)

Alles in allem ein gutes Buch, um Storytelling im Unternehmenskontext auszuprobieren und umzusetzen. (Qubic Beratergruppe GmbH)

Das Buch liest sich dank eines unterhaltsamen, angenehmen Schreibstils wie von selbst. Ansprechend ist zudem das lesefreundliche, zweifarbige Layout samt Diagramme und Abbildungen. Zum besseren Verständnis gibt es viele Take-aways. Kleine und größere Übungen für Zwischendurch und Beispiele für erfolgreiches Storytelling aus Film, Fernsehen, Literatur und Marketing. „Tell me!“ ist kein klassisches Lesebuch, sondern ein Geschichtenbuch. Ein Geschichtenbuch rund ums Storytelling. Für mich als Kommunikator und Content-Enthusiast ein Must-have im Bücherregal!

Autorenprofil

Erzählen heißt Grenzen überschreiten. So lautet das Credo von Thomas Pyczak, zu dessen Leben Journalismus, Management und Literatur untrennbar gehören. Thomas Pyczak ist strategischer Storyteller, Autor, Speaker, Coach und Berater. Er schreibt Romane, Sachbücher und einen Blog über Storytelling. Zuvor war er unter anderem CEO und Chefredakteur von Chip. Einer seiner Lieblingssätze lautet: „Soweit also die Fakten, aber welche Geschichte wollen wir erzählen?“ Der gebürtige Hamburger möchte Menschen inspirieren, den roten Faden ihrer Existenz erzählerisch zu entdecken und ihm mutig zu folgen.

Autor: Stefan Schütz
Foto: wzyou2014 / pixabay

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Comments
  1. Florine calleen

    Toller Artikel mit einer großartgen Grafik – vielen Dank dafür!

    • Hallo Florine,

      vielen Dank – ich freue mich immer über wertschätzende Worte, vor allem von dir!

      Liebe Grüße und bis hoffentlich bald
      Stefan

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