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Ist das Pinterest-Kunst, oder kann das weg?

Ist das Pinterest-Kunst, oder kann das weg?

Google und Facebook sind der Konkurrenz erneut enteilt und scheinbar stets einen Schritt voraus. Instagram und Pinterest wollen nun auch endlich Geld verdienen und werden ihre Strategie wie längst angekündigt ändern. Selbst Xing und LinkedIn bieten verschiedene Möglichkeiten an – die Rede ist von Werbung und Pinterest-Kunst!

Nun also Pinterest-Kunst

Wer was auf sich hält, lässt Online-Werbung zu. Nein, nicht einfach so. Etwas Besonderes sollte es schon sein. Gefallen soll sie, möglichst allen. Nur nicht zu plump gestaltet, geschmackvoll und… ach bitte!

Schon bald sollen bei Pinterest also Werbeanzeigen als Einnahme-Quelle dienen. Nicht außerordentlich kreativ, hätte auch andere drauf kommen können. Allerdings sollen die User nicht mit blickenden Hinweisen à la „Hier klicken“ oder „Jetzt kaufen“ erschlagen werden. Vielmehr ist von Kunst und Revolution die Rede. Kaum weniger als „künstlerische Anzeigen“ werden abverlangt.

Ach, Instagram hatte bereits diese glorreiche Idee? Wie, und die gehören zu Facebook? Aha, ist ja auch nicht schlimm! Oder wie mein Vater sagen würde: „Da passiert nix“!

Über Geschmack lässt sich eben doch streiten

Ziel dieser Marketing-Maßnahme ist es, „Anzeigen zu schaffen, die wie Kunstwerke aussehen und die man sich auch gerne an die Wand hängen würde“, sagt die Marketingchefin Joanne Bradford laut Wall Street Journal. Details nennt sie wohlweislich nicht. Noch steht nicht vollends fest, wann genau die ersten Anzeigen geschaltet und wie teuer diese sein werden.

Zunächst ist eine Testphase mit einer Gruppe von Unternehmen geplant, die für sogenannte „Promoted Pins“ auf der Seite bezahlen. Einige Versuche sind schon abgeschlossen. Die daraus resultierenden Einblicke verdeutlichen die Ähnlichkeit der Anzeigen mit anderen Bildern. Deshalb werden die Pins gekennzeichnet. Die Preise für die Anzeigen will das Unternehmen entweder pro tausend Ansichten berechnen (was Unternehmen entgegenkommt, die eine breitere Zielgruppe erreichen wollen) oder für jeden einzelnen Klick (was für E-Commerce-Anbieter interessant sein könnte).

Ein kurzer Steckbrief

Pinterest ist mit über 70 Millionen (überwiegend weiblichen) Nutzern weltweit mittlerweile ein Social Media-Gigant. Das US-Unternehmen stellt eine virtuelle Pinnwand im Internet zur Verfügung. Dort werden Fotos, Grafiken, Kollektionen oder Bilder-Serien angeheftet. Klassisch können die Inhalte dann geteilt („repinnen“), für gut befunden („liken“) und kommentiert („dealen“ – völliger Quatsch, aber ich fand den hiesigen Begriff irgendwie passend) werden.

Der Name setzte sich aus den englischen Wörtern pin („anheften“) und interest („Interesse“) zusammen. Derzeit können hochgeladene Bilder und Videos der Plattformen YouTube (Achtung, gehört wiederum zu Google) und Vimeo direkt gepostet werden. Nachdem Instagram seine Zusammenarbeit mit Twitter beendet hatte, trat Pinterest an dessen Stelle. Seitdem können Inhalte von Pinterest bequem in Form von Tweets dargestellt werden.

Die Drei Fragezeichen

Bleiben einige Fragen offen:

  1. Wird es Pinterest gelingen, aus den Werbern, die es gewohnt sind, sich kostenlos auf der Seite zu präsentieren, zahlende Kunden zu machen?
  2. Kann es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der jeweiligen Anzahl an Anzeigen und „echten Posts“ geben?
  3. Haben die potenziellen Firmen eine Vision respektive Strategie und bringen sie ausreichend Geduld mit?

Ich finde nach wie vor, dass Kork das geeignetste Material für eine Pinnwand ist! Warten wir die Entwicklung einfach weiter ab…


Autor: Stefan Schütz / 
Foto: derateru / pixelio.de

Comments
  1. Wer mal ernsthaft versucht hat, bei Pinterest einen Account zu einer Social Media Waffe hochzuzüchten, wird gemerkt haben, wie „smart“ Pinterest und besonders seine User sind. Da diese alle von Qualität verwöhnt sind, wird es immer schwieriger seine Pins an den Mann zu bringen, und sie mit konventionellen Mitteln einer großen Masse sichtbar zu machen. Momentan ist die geheime Regel : Alle 12h poppt ein Pin pro Person in einer Kategorie für ein paar Sekunden auf. Da hilft es nur über Monate hochqualitative Boards zu erschaffen, natürliche Followers zu generieren und Group Baords zu joinen. Ich denke , dass gerade für viele Marketer der Shortcut mit der Werbung sehr attraktiv ist, da der Traffic auf Pinterest wirklich genial ist. Eine Armada von klickbereiten Vegan-Detox-Fitness Hausfrauen, welche bei guter Qualität auch schnell mal was kaufen. Nie hatte Werbung soviel Potential wie bei Pinterest. Im Vergleich zu Facebook wird die CTR exorbitant hoch sein.

    • Hallo Walter Weiss,

      vielen Dank für die tiefen Einblicke in die Praxis – mir scheint, als spricht hier jemand mit (positiver) Erfahrung!

      Pinterest wird jetzt ja noch um eine Messaging-Funktion ergänzt. Die Idee sei, dass sich Nutzer zum Beispiel beim Planen neuer Wohnungseinrichtung oder einer Reise besser austauschen können – wird dem ohnehin „genialen Traffic“ (wie du schreibst) sicher keinen Abbruch leisten…

      Gruß
      Stefan Schütz

  2. Hallo Stefan,
    fast jedes soziale Netzwerk ist kostenlos, wenn man mal von der Arbeit absieht, das Profil zu pflegen. Die neue Nachrichtenfunktion finde ich gut. Weitere Funktionen sind meist kostenpflichtig. Google, Twitter, Facebook, YouTube, u. a. haben auch Werbemöglichkeiten. Liegt doch nahe, dass Pinterest da auch folgt. Gekauft habe ich noch nie etwas über Pinterest, finde es aber eine ideale Plattform für alle, die visuell mit guten Bildern Werbung machen können. Dass ich ein großer Fan von Infografiken bin, ist auch ein Grund, warum ich auf Pinterest bin.
    Viele Grüße
    Claudia

    • Hallo Claudia,

      ich finde es auch legitim, mit seinen Diensten Geld verdienen zu wollen – eine zwangsläufige Entwicklung, wir reden schließlich über Unternehmen! Da ich noch bei keinem Fotosharing-Anbieter eine Präsenz habe, geleiten mich u.a. deine Worte zunehmend zu meinem Favoriten Pinterst…

      VG
      Stefan

  3. Hallo zusammen, Stefan! Hier meldet sich ein Pinterest-Beginner und ich weiss noch nicht, was ich von Werbung in diesem Dienst halten soll. Vermutlich ist es mir gleich, denn Interesse habe ich an Pins meiner Blogger-Kollegen. Ich habe ein Board für Internetblogger.de eingerichtet, doch jetzt muss ich erkennen, dass ich es so nicht nutzen können dürfte, weil ich auf Internetblogger.de Shutterstock-Bilder verwende und diese dürfen ganz sich sicher nicht in Pinterest auftauchen.

    So kann ich nur meine anderen Blogs dafür verwenden, nutze aber nur eigene Bilder. Erstmals möchte ich dort meine Artikel teilen und dann sehe ich auch schon weiter.

    • Hallo Alex,

      in einigen Wochen weißt du mehr – halte mich gerne auf dem Laufenden!

      Gruß
      Stefan

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