Content Marketing – Heilsbringer oder Hydra?

Im Zweifel Content Marketing

Im Zweifel Content Marketing

Zu Beginn meines BWL-Studiums erhielt ich meine erste E-Mail-Adresse – das war vor über 1,5 Jahrzehnten. Weitere Neuerungen in meinem Leben waren mein erster Mobilfunkvertrag, ein Tageszeitung-Abonnement und die „sonstigen Vorzüge“ einer Metropole. Schräge Zeiten!

Schon damals beschäftigte ich mich im Rahmen meiner Diplomarbeit intensiv mit dem Thema Marketing. Dabei hatte ich unter anderem den Versuch unternommen, zahlreiche Quellen wie Bücher oder das (ebenfalls für mich neue) Internet nach Definitionen und Begrifflichkeiten zu durchforsten, um die mühsam gewonnenen Erkenntnisse anschließend in einer einzigen Abbildung zu bündeln. Das war nur eine von vielen fragwürdigen Entscheidungen in meinem Studentenleben. Meine Gedanken an dieses Relikt begründen sich jedoch darin, dass die kolportierten Informationen schon immer möglichst mit hochwertigen Inhalten untermauert werden mussten. Also früher wie heute, in der PR wie im Marketing!

Das Blatt wendet sich

Wechseln wir stattdessen vom Neuland in die Neuzeit: Natürlich kam das Wort „Content“ in der zuvor genannten historischen Abbildung nicht explizit zur Sprache, aber es war fortwährend fester und wichtiger Bestandteil im Marketing-Mix – egal in welcher Ausprägung. Vor Kurzem habe ich die Wortkreation „Content Activities“ in den Raum geworfen, um endlich den Einheitsbrei von Content Marketing, Content PR, Native Advertising oder wie sie alle heißen in einen Topf zu werfen – disziplinübergreifend, ohne strikte Trennung, mit einem gemeinsamen Ziel. Mehrwert bieten!

Content Marketing ist eine Form des Online-Marketings, bei dem durch die Bereitstellung interessanter Informationen Kunden gewonnen oder ans Unternehmen gebunden werden sollen. t3n

Klassische Online-Werbung wie Banner, Pop-Ups, Anzeigen oder Werbespots werden vom Gros der Media-Leserschaft als Störfaktor empfunden. Bei dieser Variante wird der Lesefluss hingegen nicht unterbrochen und die Botschaft eher unterschwellig im Kontext und entsprechenden Themenumfeld platziert. Man erzählt eine schöne Geschichte, bettet die zu vermittelnde Botschaft in einem für den Leser relevanten Thema ein und erzielt so fast zwangsläufig einen Nutzen respektive Mehrwert für alle Beteiligten. Nicht das Unternehmen mit seinen Produkten oder Dienstleistungen steht im Mittelpunkt, sondern nützliches Wissen gepaart mit Unterhaltung.

Im Idealfall fördert dies die Viralität der Inhalte, sodass ein möglichst großer Teil der Zielgruppe erreicht wird. Das Zusammenspiel von Content Marketing und Social Media wird durch andere Aktivitäten des Online-Marketings ergänzt, zu denen unter anderem die Suchmaschinenoptimierung zählt. t3n

Bei Gelingen droht die Wahrnehmung als Influencer, Experte, Berater oder (Allein)Unterhalter. Kein schlechter Gedanke mit Kompetenz, Know-how, Philosophie oder Reputation in Verbindung gebracht zu werden. Korrigieren Sie mich…

Leider habe ich die eingangs erwähnte Abbildung nicht vom Staub befreien können, hätte vermutlich auch gar nicht (mehr) richtig gepasst 😉 Aber es gibt eine neue Grafik, die diesmal sogar den Begriff Content ausdrücklich beinhaltet:

Abbildung zu Content Marketing

Um abschließend die Frage zur Blogparade „Content Marketing – Heilsbringer oder Hydra?“ zu beantworten: weder noch! Indes gibt es deutliche Anzeichen dafür, dass Content Marketing wenigstens kein vorübergehendes Buzzword ist.


Autor: Stefan Schütz /
Foto: Michael Ottersbach / pixelio.de

Comments
  1. Hallo Stefan,

    vor über 1,5 Jahrzehnten?
    Ich liebe es, mit Werten und Wörtern zu jonglieren. Als ich vor über 130.000 Stunden wie du meine erste E-Mail-Adresse eingerichtet hatte, habe ich mir noch keine Gedanken darüber gemacht, welche Ziffern und Wörter am ehesten Aufmerksamkeit erregen und dabei nicht zu verspielt wirken. 🙂

    Ich finde es schön, dass Google konsequent am Mehrwert für die Nutzer festhält. Der Suchalgorithmus wird immer lebendiger. Aus der staubigen Mechanik wird eine wohlriechende Blume. Hier hätte ich allerdings eine wärmere Farbe gewählt. Orange beispielsweise. 😉

    Beste Grüße
    Steve

    • Hallo Steve,

      ja, Wortspiele sind etwas Schönes! Bei 1,5 Jahrzehnten denke ich zunächst ans „alt werden“ 😉 Bei der Farbwahl habe ich mich von meinem selbigen Liebling leiten lassen…

      Viele Grüße
      Stefan

Dein Kommentar