Grundlagen für erfolgreiches Bloggen

Der Weg ist das Blog-Ziel

Der Weg ist das Blog-Ziel

Die Idee zum eigenen Blog kam mir in einer lauen Sommernacht, bei einem Glas Wein, vor zweieinhalb Jahren erstmals bewusst in den Sinn. Finde den Fehler. Es war anfangs schlichtweg eine Schnapsidee, in einem schwachen Moment geboren. Getreu den Motto: „will ich auch, kann ich besser“. Von einer Strategie oder definierten Zielen oder einer groben Stoßrichtung war allerdings nicht die Rede. Eigentlich fand ich die vorhandenen Blogs einfach schon zu geil. Wie bitte schön, soll man in dieser Branche Fuß fassen?

Ungeachtet persönlicher Naivität und struktureller Zeitgefüge, war es am 65. Jahrestag des ersten Überschallflugs endgültig um mich geschehen. F.B. aus S. sprang für einen flegelhaften flügelhaften „Blubberbrause-Hersteller“ aus der Stratosphäre auf die Erde. Schon auch ein PR-Stunt. Darauf folgten zahlreiche Umsetzungsprozedere sowie mittlerweile beachtenswerte, subjektive und private Meinungsäußerungen in mit liebe gemachten, Blogposts…

Ganz ehrlich: ich halte nichts von überschwänglichen Gefühlsduseleien und ich erkenne mich ja selbst kaum wieder. Aber im Endeffekt ist diese Einleitung bloß eine kurze Zusammenfassung von wilden Gedankengängen in der damaligen Zeit. Christian Bossert hat ebenfalls sehr persönliche Einblicke in sein (Berufs)Leben gewährt und zur Blogparade „Ziele & Visionen“ aufgerufen. Deshalb möchte ich hiermit (m)einen Beitrag zur Zielbewältigung leisten!

Eine kleine weitere Randnotiz sei vorab noch gestattet. Ursprünglich sollte der hiesige Titel „Der Blog ist das Ziel“ lauten. Da ich jedoch verstanden und mich habe überzeugen lassen, musste ein anderes Wortspiel herhalten. Heißt doch „der“ Blog ganz klar „das“ Blog:

Per Definition ist ein Weblog (Wortkreuzung aus Web und Log für Logbuch) ein auf einer Website geführtes und somit öffentlich einsehbares Tagebuch, welches meist durch eine Person (Web-Logger, kurz Blogger genannt) oder ein Autoren-Team im eigenen Namen oder beispielsweise für eine Unternehmung mit Sachverhalten und Gedanken gefüttert wird, welche wiederum veröffentlicht (gepostet) werden.

Dieser klitzekleine Exkurs bringt mich wieder zu den wichtigeren Fragestellungen. Sprach ich doch eingangs von einer Branche. In der vermeintlich ein jeder Blogger (und eine jede Bloggerin) gerne etabliert wäre. Demnach möchte ich behaupten, dass es einen „Blogger-Markt“ gibt. Dabei spielen Influencer Relations, Content Marketing, Reputation und Rankings eine im wahrsten Wortsinn einflussreiche Rolle. Zudem verschwimmen die Grenzen zwischen Privatleben und Berufung zunehmend. Lustig ist auch die Diskussion, ob Blogger wie Journalisten sind oder eben nicht. Geht es doch im Kern eher darum, ob diese überhaupt miteinander verglichen werden können oder wollen. Hängt am Ende eben doch alles von der Zielstellung ab.

Einen wesentlichen Teil (an dieser Stelle darf gerne über die Definition von Erfolg philosophiert werden) zur Erreichung der eigenen Ziele machen gewisse Charakterzüge aus. Diese habe ich einst mit Blick auf einen etwaigen Redaktionsplan für Blogs wie folgt zusammengetragen:

Benötigt ein Blog einen Redaktionsplan?

Die Abbildung lässt sich vortrefflich und mit aller Bescheidenheit, als Basis für Ziele und Visionen, auf jegliche Lebenslage übertragen: Wir setzen uns etwas in den Kopf, überlegen verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten, wägen sämtliche Eventualitäten ab und belohnen das Gewissen mit einem ausgeklügelten Masterplan. Ziel. Taktik. Strategie. Punkt- vor Strichrechnung. Besten Dank.

Ein Klavier, ein Klavier. Eine Vision, eine Vision.

Mir fehlt es tatsächlich manchmal an einer Vision. Eigentlich fehlt mir nur der Gedanke an einer „Visionalisierung“, sprich Finalisierung. Aber alle anderen angesprochenen Aspekte sind nicht diskussionswürdig. Es bedarf stets einer Strategie zur Realisierung der Ziele. Auf die Unterscheidung zur Taktik, hat mich Mael Roth gebracht. Ich möchte es bei einer Empfehlung zum Klick auf den Link belassen. Ist äußerst kurzweilig, versprochen.

Demnach müssen zumindest Ziele her. Baut der „Rest der Bande“ doch irgendwie darauf auf. Hinter jeder Idee sollten gewisse Ziele stehen. Sonst kann es passieren, dass ab einem gewissen Zeitpunkt Unordnung, Ablenkung, Frustration und Ratlosigkeit vorherrschen. Wäre doch viel zu Schade und verschenktes Potenzial. Visionen dürfen kurz Pause machen. Ich kann mich nur wiederholen (Auszug aus der Mini-Serie „Step by Step zum eigenen Blog“ via Zielbar.de):

Ziele sollten realistisch formuliert sein. Wenn der ‚Blogbuster‘ zum Beispiel zigtausende Zugriffe hat, möchte ich fünf am Tag. Ziele sollten verlässlich messbar sein. Nach einem halben Jahr möchte ich beispielsweise in fünf Netzwerken und einzelnen Communities ein einheitliches Profil hinterlegt haben. Ziele sollten unnachahmlich authentisch sein. Deshalb werde ich mir vornehmen, monatlich einen Beitrag zu meinem Fachgebiet zu posten und die erworbene Expertise zum Besten zu geben.

Infografik zu Erstellung des eigenen Blogs

Welche Ziele im Content Marketing definiert werden können, hat Damir Dzelalagic bei contentsquare aufgedröselt. Im Beitrag werden unter anderem ökonomischen Zielen einzelne „Instrumenten“ wie Infografiken, Slideshares, Videos, Audios und Blogs zugeordnet. Bei letztgenannten werden Markenbildung, Leadgenerierung, Meinungsführerschaft, Suchmaschinenoptimierung und Konversionssteigerung als mögliche Zielsetzungen genannt. Ich möchte nicht weniger als jeden Tag ein bisschen besser zu bloggen

What the hell! You’ll find out.


Autor: Stefan Schütz /
Foto: Jürgen Hüsmert / pixelio.de

Comments
  1. Oh lieben dank für die Erwähnung. 🙂

    Wie schon auf Twitter erwähnt, finde ich sehr schön geschrieben 🙂

    Ich glaube wir müssen bei Content Marketing (mit einem Blog) zwischen Bloggern und Unternehmen unterscheiden. Blogger bloggen meistens aus reinem Interesse an einem Thema, Unternehmen müssen eine Art ROI haben, sonst hat das Ganze keine Daseinsberechtigung.

    • Immer gerne und danke schön (auch für dein Feedback)!

      Bei der Unterscheidung zwischen privaten und Corporate Blogs gibt es sicher noch weitere Ansatzpunkte als die von dir richtigerweise genannten. Zum Beispiel Vorgaben/Richtlinien, Wettbewerb/USP, Ansprache/Zielgruppe usw. Muss alles definiert und festgehalten werden – womit wir wieder bei Zielen, Planungen und den Ursprungsgedanken zu „Zielen & Visionen“ angelangt wären 😉

  2. Wahrscheinlich fachlich ein sehr guter Artikel. Ist für mich leider sehr schwer zu beurteilen, da ich etliches nicht verstanden habe, was ja nicht weiter schlimm ist, da ich ja den „Babyschuhen“ des Bloggerdaseins noch nicht entwachsen bin.
    Was mich dann ein wenig näher an mein persönliches Bloggerdaseins gebracht hat, war dein abschließender Satz:

    „Ich möchte nicht weniger als jeden Tag ein bisschen besser zu bloggen…“

    Vielen Dank für deinen Artikel
    LG
    Ede

    • Hallo Ede,

      ich würde gerne Abhilfe schaffen! Wo drückt denn der „Babyschuh“?
      Kannst auch gerne eine PN (persönliche Nachricht) schreiben ;-)

      VG
      Stefan

  3. Hallo Stefan,

    Ziele beim Bloggen sind sehr wichtig, da sage ich nichts Neues und ich habe mir auch einige Ziele gesetzt, die in diesem Jahr erreicht werden sollen. So ganz planlos durch die Gegend zu bloggen, macht nicht so viel Spaß und man kann sich ruhig überlegen, was man nun wirklich möchte.

    Was die Zielsetzung anbelangt, so ist es für mich einfach und ich weiß wo meine Blogs stehen und wo ich hin möchte. Damit habe ich keine Probleme.

    Bezüglich der Blogger und Journalisten, so denke, dass man sie nicht vergleichen kann. Beide informieren zwar, aber die meisten Blogger sind doch Privatblogger ohne einen journalistischen Hintergrund und bloggen in erster Linie für sich und die Leser.

    Auch bloggende Journalisten dürfte es viele geben und ich las glaube ich schon mal auf solchen Blogs, weiß aber nicht mehr, auf welcher URL es war.

    Unternehmen sollen auch bloggen, wobei es eine Menge dazu gehört. So ein Unternehmensblog kann viel schneller bekannt werden, als wäre man ein Hobbyblogger auf einem kleinen und jungen Blog. Ich denke, dass Unternehmensblogger im Unternehmen geschult werden sollen oder man lässt ihnen so viel freien Raum, dass sie sich selbst beim Bloggen entwickeln.

    • Hallo Alex,

      leider haben nicht alle Blogger ihre Ziele definiert, fest im Blick oder kontrollieren die Erreichung regelmäßig – und wundern sich dann über gähnende Langeweile und fehlendes Feedback!

      Der Vergleich von Bloggern und Journalisten stammt ja nicht von mir. Es gibt diesen Anspruch oder die gewollte Abgrenzung der schreibenden Zunft… aber ich gebe dir recht: beide haben eine Daseinsberechtigung und beide liefern ihren Teil zur bunten Online-Welt 😉

      Die Anzahl an Corporate Blogs wird zunehmen. Natürlich gibt es Unterschiede zu privaten Blogs – beim Vorgehen, bei der Zielsetzung, bei der Implementierung usw. Michael hat dazu ja auch schon Stellung bezogen. Denn wie du richtigerweise sagst: kann ein Unternehmensblog zu schnellerem Ruhm führen, jedoch ist die Fallhöhe ebenfalls deutlich höher!

      Gruß
      Stefan

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