Erfolgreich Bloggen ohne eigenes Blog?

Blogger ohne Blog, bloggen nix!

Blogger ohne Blog, bloggen nix!

Erfolgreich bloggen ohne eigenes Blog?

Blogger und Blogs gibt es wie Sand am mehr. Diese zeichnen sich einerseits durch eine bunte Themenvielfalt und andererseits durch erschreckende Niveauunterschiede aus. Das bekommen wir aber meistens gar nicht mit. Am Ende des Tages bewegen wir uns nämlich aufgrund persönlicher Interessen stets in einer Filterblase. Leider viel zu selten blicken wir über den Tellerrand, erkennen fruchtbare Synergien einzelner Gewerke und lassen uns von vielleicht innovativen Ansätzen leiten.

Wer nichts wird, wird Wirt

Als das Internet gesellschaftsfähig wurde, war es schick sich mit den sogenannten Neuen Medien zu beschäftigen. Als Facebook zum Mainstream wurde, hat jeder vermeintlich die Social Media verstanden. Als Bloggen publik wurde, konnten sich alle plötzlich einen neunen Titel namens Blogger einverleiben. Als durch Videos der Radio-Star getötet wurde, sind YouTuber geschaffen worden. Als Content-Marketing zum Heilsbringer der Kommunikation auserkoren wurde, mussten die meisten Agenturen im Kopf umparken.

Vermutlich habe ich die Chronologie des digitalen Wandels nicht vollständig oder richtig wiedergegeben. Und sehr wahrscheinlich können die vorherigen Zeilen Ironie und Erdnüsse oder Spuren derselben enthalten. Mir geht es im Kern um den Teufel im Detail: meines Erachtens ist es unabdingbar, sich mit einer Thematik stets kritisch, konstruktiv und ganzheitlich auseinanderzusetzen. Einem Trend halbherzig nachzueifern, weil die Lemminge es tun, tut man wie tun schon aus Prinzip nicht. Vielmehr geht es um eine Strategie – auch oder eben ganz besonders bei der Entwicklung des eigenen Ichs oder des Auftraggebers.

Bloggen um des Bloggens willen, wird deshalb weder der persönlichen Reputation (eigener Blog) noch der etwaigen Berufung (Corporate Blog) zugutekommen, geschweige denn überhaupt funktionieren! Genau darum geht es im hiesigen Blogpost und im Rahmen der Blogparade von Star Talking um Meike Leopold zum Thema „Erfolgreich bloggen ohne eigenes Blog? #bloggenohneblog“.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre

An allererster Stelle steht bei der Entscheidung pro oder contra eigenes Blog fortwährend die Frage: was möchte ich damit erreichen? Also abgesehen davon, überhaupt oder irgendeine Basis respektive Präsenz in diesem sagenumwobenen Internetz zu schaffen. Awareness steigern? Traffic erzeugen? Leads generieren? Reputation aufbauen?

Ein Corporate Blog im Rahmen eines Kommunikationskonzeptes ist beispielsweise bei weitem keine Pflicht, birgt es andererseits doch viele Pflichten.

Erwarten schließlich die Besucher oder Leser unter anderem nicht weniger als

  • fundierte Antworten auf aufkeimende Fragen, die sie häufig vorher schon beschäftigt haben,
  • inhaltlich sinnvoll und konsistent gestaltete Artikel, die sie in dieser Form noch nicht kennen,
  • einen offenen Dialog auf Augenhöhe, um sich auszutauschen und ernst genommen zu fühlen.

Infografik zu Erstellung eines Corporate Blog

Habe ich mich also dazu entschlossen Blogger zu werden oder im Namen eines Unternehmens einen Blog zu führen, sollten all die zuvor genannten Voraussetzungen final geklärt sein. Dazu gehören vor allem auch der angestrebte Content-Mix, mit dem die Zielgruppe erreicht werden soll und nicht zuletzt die regelmäßige Pflege. Gerade die Blogpflege wird leider zu oft vernachlässigt. Schlussendlich bedarf das Betreiben eines Blogs Leidenschaft, Enthusiasmus und Geduld.

Alternativen sind nur Optionen

Natürlich kann ein Jeder bei der schier unbegrenzten Anzahl an Möglichkeiten innerhalb des Social Web seine Formate nach eigenem Belieben verbreiten. Um möglichst viele Menschen mit seinen aussagekräftigen und hoffentlich nutzenstiftenden Inhalten zu erreichen, bitte ich sogar darum. Wollen wir doch alle Resonanz und vielleicht sogar Reaktanz erfahren und uns behaupten.

Wer letztendlich nicht für das Blog brennt und mit Passion und Regelmäßigkeit präsent ist, wird keinen oder nur geringen Erfolg haben. Johannes Lenz, Corporate Blogger bei Akom360

Dennoch sehe ich die gängigen Alternativen zum eigenen Blog aus oben genannten Gründen einzig als Add-on an. Entweder richtig oder gar nicht. Ich glaube, dass der Weg des Bloggens ohne eigenes Blog zur Erreichung der gesetzten Ziele langwieriger ist als mit eigenem Blog – wenn man sich hierfür entscheidet.

Zudem darf nicht vergessen werden, dass so richtig geiler Content erst zu diesem gemacht wird! Ein noch so investigativ recherchierter Beitrag zu einer bis dato nie dagewesenen Thematik mit einer Fülle an kritischen und diskussionswürdigen Thesen wird erst die wohlverdiente Beachtung finden, wenn darüber tatsächlich auch gesprochen wird. Demnach haben es Influencer wie Klaus Eck, Blogger-Pionier und bekennender Medium-Nutzer, wesentlich leichter ihre weitreichenden Erfahrungen auf anderen Plattformen einzubringen und damit für Buzz zu sorgen, als du und ich.

Crossmedia Marketing Kanäle

Blogs sind längst nicht out, bloß weil es vermeintlich sinnvolle Alternativen gibt. Sie machen Arbeit und bekommen Konkurrenz, ja! Aber noch viel mehr sind Blogs ein überaus gern gesehenes Medium, in dem fernab der Journaille und in den meisten Fällen purer Mehrwert geboten und konsumiert wird.

Guter Rat ist nicht teures Bloggen

Meine Empfehlung lautet: ein eigenes Blog als Content-Hub nutzen und auf den sonstigen Social-Media-Blogging-Plattformen die Inhalte lediglich anteasern. Das kann sich zum Beispiel in Form von Textauszügen in Facebook- oder Xing-Gruppen oder in abgestimmten Teilen des jeweiligen Beitrags wie Fotos, Infografiken oder O-Tönen äußern. Je nachdem, was auf dem entsprechenden Podium gefragt ist und von den Nutzern geschätzt wird. Außerdem bietet es sich an, sich ein Netzwerk nach dem anderen vorzunehmen und nichts zu überstürzen.

Wo wir abschließend gerade bei Ehrerbietung sind, möchte ich neben den bisherigen Links explizit auf drei weitere Blogposts verweisen. Diese nehmen sich, unabhängig von der Blogparade, dem Thema #bloggenohneblog ebenfalls (im weiteren oder engeren Sinne) an und wurden von verlässlichen und mir äußerst geschätzten Autoren verfasst:

In „Social Media um jeden Preis? Das funktioniert nicht!“ stellt der WordPress-Programmierer Jonathan Torke unter anderem Aufwand und Nutzen der Social Media gegenüber und geht hinsichtlich Blogs der Frage nach, was von anderen Plattformen gelernt werden kann.

Der Kommunikationsberater und Coach Christian Müller, beschreibt bei bloggerabc in „Alternativen zum eigenen Blog: Bloggen für Nicht-Blogger“ die Vorteile und Risiken eigener Blogs respektive deren Alternativen. Bei aller Euphorie sollte niemand ausblenden, dass der eigene Content auf fremden Servern liegt.

Mit dem Beitrag „Experten, die Ghostwriter schreiben lassen“ zielt der Marketing-Stratege Maël Roth ein wenig in die Richtung der eingangs beschriebenen Leidenschaft. Durch Ghostwriting in Blogs werden im schlechtesten Fall Kompetenzen vermittelt, die eigentlich gar nicht vorhanden sind.

Ein Taucher, der nicht taucht, taucht nix. Lasst uns also bitte nicht im Trüben bloggen!


Autor: Stefan Schütz /
Foto: Joachim Kant / pixelio.de

Comments
  1. Danke Stefan für deinen tollen Beitrag! Wie machst du eigentlich deine schicken Infografiken? lg, Meike

    • Hallo Meike,

      gerne – bei der netten Einladung! Die Infografiken erstelle ich mit easel.ly. Das Online-Tool ist in der Basisversion kostenlos und enthält viele Vorlagen. Der Rest ist dann ein bisschen Fleißarbeit und kreativer Grips 😉

      LG
      Stefan

  2. Danke Stefan! Übrigens kann man dein Blog nicht ausdrucken! ;)) Wahrscheinlich liegst an den Grafiken. lg, Meike

  3. …da glaubt man total „responsive“ unterwegs zu sein und dann so etwas 😉

    Danke und viele Grüße
    Stefan

  4. Lieber Stefan,

    vielen Dank für diesen Text, ich habe mich die letzten Wochen total unter Druck gesetzt gefühlt meinen Blog weiter zu verbreiten, möglichst vielen Blog-Verbreitungsseiten beizutreten und dabei festgestellt, dass mir der Stress dahinter zu groß ist, für die Resonanz, die ich dadurch erhalte. Da bleibe ich lieber bei meinen Stammlesern und meinen bisherigen Verbreitungsmethoden über social media.
    Dein Blogbeitrag hat meine neu entstandene Meinung dazu bestätigt, danke dafür!
    Liebe Grüße und einen guten Start in die Woche,
    Julia

    • Hallo Julia,

      schön, wenn ich „helfen“ konnte – in erster Linie geht es ja auch um Spaß!
      Du wirst weiter deinen Weg gehen.

      VG
      Stefan

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