Blogparade zum Arbeitsplatz der Zukunft

Arbeitsplatz der Zukunft

Arbeitsplatz der Zukunft

Mobilität, Arbeitsmodelle, Gesellschaftsdenke – das alles verändert unseren Arbeitsplatz sowie ferner die Wichtigkeit, der man Arbeit oder eben Freizeit beimisst. Ich bin in der glücklichen Situation, die Arbeitszeit recht flexibel gestalten und an die eigenen Familiengepflogenheiten anpassen zu dürfen. Es gab in der Vergangenheit durchaus den unausgesprochene Wunsch nach einem Home Office. Die technischen Möglichkeiten würden ein regelmäßiges Arbeiten von zu Hause aus gewiss zulassen. Schließlich trägt man das Netz(werk) im wahrsten Wortsinn ständig mit sich, durchgängige Erreichbarkeit ist gewährleistet und virtuelle Kommunikation lässt sich auf vielfältige Art zelebrieren. Kaum auszumalen, was nach Smartphones, Hangouts und Social Media noch kommen wird… aber letztendlich bevorzuge ich wohl zum jetzigen Zeitpunkt die in Deutschland gängige Präsenzkultur!

Natürlich sind Ortsunabhängigkeit und Flexibilität schlagende Argumente sowohl für die Technologieentwicklung als auch für die Arbeit in den eigen vier Wänden oder vielleicht sogar beides oder umgekehrt. Aber müssen damit nicht einfach andere Herausforderungen gemeistert werden? Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus? Spielt das Home Office eine tragende oder überhaupt eine Rolle? Diese und weitere Fragen gilt es im Rahmen der “Blogparade zum Arbeitsplatz der Zukunft” des CeBIT Blog zu beantworten.

Dienstliche Anrufe nach Feierabend, Mails am Wochenende

Um es vorweg zu nehmen: Meine persönlichen Erfahrungen mit dem Home Office halten sich in Grenzen. Als Unternehmensberater und Marketingleiter war ich viel unterwegs – noch heute bevorzuge ich als PR-Berater den direkten Kontakt mit Kollegen und Kunden vor Ort. Kurze Wege, schneller Daten- und Ideenaustausch, ein kleiner Schnack. Allerdings habe ich die Vorzüge der Heimarbeit immer dann genossen, wenn nach einer längeren Reise einiges aufzuarbeiten war. Weniger Zeitdruck und vermeintlich höhere Produktivität. Hinderlich (und das ist noch milde ausgedrückt) waren hingegen die nervenaufreibenden Telefonate an den Wochenenden danach.

Immer mehr Unternehmen ziehen nun endlich klarere Grenzen. Bei BMW wurde beispielsweise mit dem Betriebsrat eine Regelung getroffen, die die Vorteile flexibler Arbeit erhalten und zugleich die Vereinbarkeit mit dem Privatleben verbessern soll. So wurde zum Beispiel ein “Recht auf Unerreichbarkeit” nach Feierabend verankert. Crossmedial kontrovers diskutiert stößt dieser Ansatz nicht überall auf Anklang. Meiner Meinung nach ein schönes Instrument zur Attraktivitätssteigerung der Arbeitgebermarke (Neudeutsch: Employer Branding). Nicht zuletzt einer von jeweils drei Themenschwerpunkten der “Recruiting Trends 2014” sowie subjektiv formulierten Kommunikations-Trends.

Daimler wertet außerdem einen Modellversuch aus, bei dem Mitarbeiter in ihrer Freizeit und im Urlaub eingehende E-Mails auf Wunsch automatisch löschen lassen können. Ein Abwesenheitsassistent informiert den Absender über den zuständigen Vertreter und darüber, dass die E-Mail vom Angeschriebenen nicht beantwortet werden kann.

Die dunkle Seite der Macht

Laut BITKOM-Studie “Arbeiten in der digitalen Welt” waren Anfang 2013 drei Viertel aller Berufstätigen in Deutschland außerhalb ihrer regulären Arbeitszeiten per Handy oder E-Mail erreichbar. In 62 Prozent aller befragten Betriebe gibt es bedauerlicherweise keinerlei Vorgaben, wann Mitarbeiter elektronisch erreichbar sein sollten und wann nicht…

…weit verbreitet ist die Arbeit im Home Office, allerdings prognostiziert eine aktuelle DIW-Studie einen rückläufigen Trend. Noch arbeitet ein Drittel der Berufstätigen regelmäßig von zu Hause aus, 21 Prozent sogar täglich, 10 Prozent an mehreren Tagen in der Woche und 2 Prozent an einem Tag pro Woche. Weitere 13 Prozent arbeiten zumindest gelegentlich zu Hause. Vier von fünf Arbeitnehmern sind der Ansicht, dass sich dadurch Arbeit und Familie besser vereinbaren lassen. Hingegen sind 55 Prozent der Meinung, dass sich Beruf und Freizeit zu stark vermischen.

Zu Hause ist es doch am schönsten, Kritikpunkte zum Home Office

Home Office passt eben nicht zu jedem. Will man zu Hause genauso produktiv arbeiten wie in der Firma, bedarf es an ausreichend Disziplin und einem straffen Zeitmanagement. Gerade weil der Zeitdruck fehlt, ist die Verlockung zu trödeln oder Wichtiges auf später zu verschieben recht groß.

Fünf silberne Regeln zum Home Office

Mit den letzten Zeilen wird mir bewusst, dass ich im Grunde genommen beide Arbeitsplatz-Modelle vereine. Ich arbeite stationär im Büro und die hiesigen Blogposts verfasse ich im Home Office!

Frohes Schaffen!


Autor: Stefan Schütz / 
Foto: Harald Wanetschka pixelio.de

Comments
  1. Die Gefahr im Home-Office mehr zu trödeln, sprich Zeit zu verlieren, sehe ich gerade nicht. Wann etwas fertig werden muss, bestimmen ja vielfach die Kunden. Insofern besteht für Home-Office als auch für den klassischen Büroarbeitsplatz die gleiche Deadline.

    Während ich früher erst einmal einen Anfahrtsweg zu bewältigen hatte, bevor ich mich an eine Aufgabe setzten konnte, hab ich im Home-Office schon mindestens eine Stunde an der Aufgabe gearbeitet – und das auch noch ungestört. Ich habe mich für das Home-Office entschieden, gerade weil ich dort produktiver arbeiten kann als in der Firma.

    • Hallo Joas Kotzsch,

      …in erster Linie zählt wohl Disziplin! Lenken mich im Büro vielleicht die Kollegen oder “andere Störfeuer” ab, können es im Home Office der Postbote oder die WG im 5. Stock sein 😉

      Viele Grüße
      Stefan Schütz

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