Rezension “Texten fürs Social Web“

Buchrezension: Texten fürs Social Web

„Texten fürs Social Web“

Das Handbuch für Social-Media-Texter

Cover für Rezension

Netzwerke sind nur ein Teil des Social Web und das Schreiben von Nachrichten wiederum nur ein weiterer Aspekt beim Umgang mit dem großen Ganzen. Nichtsdestotrotz ein bedeutender, darauf können wir uns sicher schnell einigen. Vieles läuft intuitiv und vermeintlich richtig ab – einiges mündet in einer Katastrophe. Klar ist: Man sollte Spaß bei der Nutzung haben und sich nie zu schade sein, einen guten Rat von Experten anzunehmen.

Florine Calleen ist ein solcher Profi und man merkt ihr die Freude am Texten an. Die Erfahrungen als Journalistin, Redakteurin, Lehrerin und Lektorin finden jetzt Eingang in ihr Erstlingswerk „Texten fürs Social Web – Das Handbuch für Social-Media-Texter“ (BusinessVillage; 21,80 EUR).

Das Buch liest sich äußerst kurzweilig und bietet mit abgeschlossenen Kapiteln stets die Möglichkeit, in das jeweilige Interessensgebiet ohne Streuverluste zu wechseln. Doch auch ein Streifzug in die mutmaßlich stärkeren Felder des eigenen „Netzdaseins“ lohnt sich. Aufgrund des hohen Praxisbezugs und Aufkommens von Best Practice Beispielen gibt es zahlreiche Hinweise, die bei der individuellen Vorgehensweise bislang eventuell vernachlässigt oder sogar überhaupt nicht beachtet wurden. „Vielleicht kann ich Ihnen ein paar Tipps geben.“, heißt es fast bescheiden in der Einleitung  – meine persönliche Antwort darauf lautet: ja!

La guerre du feu (oder: Am Anfang war das Feuer)

Werden anfangs Begrifflichkeiten wie Fans, Freunde und Follower abgegrenzt und weitere Bausteine des Socia Web wie Foren, Blogs und Wikis wegen ihrer Komplexität lediglich angerissen, geht es schnell ins Eingemachte. So wird Laien der Einstieg leicht gemacht und Fortgeschrittene müssen nicht lange auf informativen Mehrwert warten. Zudem können kurz angebundene Leser am Ende eines jeden Abschnitts eine Zusammenfassung erfahren. Ein Patentrezept stellt das Werk indes nicht zu Verfügung – und das ist auch gut so! Faible oder Grundverständnis sollten demnach vorhanden sein.

Gelungen finde ich den Ausflug in die Search Engine Optimization (SEO) und den Bezug zu entsprechenden Keywords oder Tags. Unverzichtbar sind außerdem die Fingerzeige auf Authentizität, Content („lange lebe der König“) und die allgemeinen Spielregeln namens Netiquette. Abschnitte wie über den richtigen Zeitpunkt eines Posts habe ich hingegen vernachlässigt. Niemand kann meines Erachtens den besagten spezifischen Augenblick genau vorherbestimmen. Wie verhalten sich zum Beispiel international aufgestellte Unternehmen? Was einmal geht, geht auch zweimal? Muss nicht!

Grundsätzlich gilt doch: Gebe ich leblose Inhalte oder unnützes Wissen ohne jeglichen Bezug von mir, werden die Empfänger (hier kann nicht von Zielgruppe gesprochen werden) dies mittelfristig mit Missbilligung abstrafen. Unabhängig vom Augenblick. Aus diesem Grunde setze ich das gewissenhafte Benehmen (Stichwort: Spam) sowie den positiven Umgang mit Kritik („Trolle im Shitstorm“) voraus, weshalb sich wiederum meine Neugier auf diese Absätze zunächst in Grenzen hielt. Aber ich wiederhole mich gern: Jeder Bücherwurm und mutmaßlicher Könner wird hier ebenfalls positiv überrascht sein und tolle Effekte einheimsen.

Der Hauptteil besticht, in Anlehnung an den anhaltend zu erkennenden roten Faden des gewählten Themenspektrums, erneut durch einen scharfen Blick auf das Wesentliche. Besser könnte man auf etwas mehr als 100 Seiten den „blauen Riesen“ Facebook, „das Imperium“ Google+, die Businessnetzwerke LinkedIn und Xing sowie die aufstrebenden Social Media Twitter und Pinterest nicht adäquat beschreiben und dem „digitale Appetithäppchen“ about.me Beachtung schenken. Geneigte Kritiker werden dennoch die Vorlieben der Autorin erahnen können.

All’s Well That Ends Well

Am Ende des Tages (und des Buches) gebührt jedem Schreiber respektive Texter die notwendige (in einer sonst so schnelllebigen) Zeit, den eigenen Stil entwickeln und Ideen einbringen zu können. Hält man sich an Guidelines, an Urheber- und Verwertungsrechte und an dieses Handbuch, steht einem erfolgreichem „Texten fürs Social Web“ nichts mehr im Wege!

Ich freue mich jedenfalls über die Danksagung (in der ich tatsächlich und schmeichelnd erwähnt werde) sowie das demnächst kostenlos zur Verfügung gestellte Glossar und die etwaige Fortsetzung und möchte an dieser Stelle mit Verlaub eine Empfehlung aussprechen…

Florine Calleen war in 30 Berufsjahren Journalistin, Redakteurin, Lehrerin und Lektorin. Seit 2010 ist sie selbständige Texterin und Social Media Managerin mit dem Fokus auf PR. Außerdem hat sie ein großes Interesse an Kunst und moderner Kommunikation.

Autor: Stefan Schütz /
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Comments
  1. Hallo Stefan,
    gut geschriebene Rezension, im Texten bist Du auch nicht schlecht. Liest man gerne komplett, weil man immer wieder schmunzeln muss und es nicht langweilig wird.
    Viele Grüße
    Claudia

    • Hallo Claudia,

      herzlichen Dank für die lobenden Worte! Ich werde mir auch weiterhin Mühe geben, zumindest über mich selbst lachen zu können 😉

      Viele Grüße
      Stefan

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