Social is the new Black - Bots on!

Social Media Trends 2017

Social is the new Black – Bots on!

Social Media Trends 2017

Zum Jahreswechsel wird es in den Online-Magazinen, Corporate Blogs und Content Hubs erfahrungsgemäß ruhiger. Alldieweil die Redaktionen nehmen sich ausgiebig Zeit, um im Archiv nach den „Meistgelesenen Artikeln“ zu suchen, einen „Persönlichen Rückblick“ zu gewähren oder „Faszinierende Entwicklungen“ herzuleiten. Blogparaden werden ausgerufen und es werden Analysen, Prognosen und Fragebögen erstellt. Einer dieser Umfragen zu Social Media Trends bin ich gefolgt. Herausgekommen ist dieser Beitrag, in dem ich etwas über Dark Social, Messenger und Chatbots darbiete.

Aufmerksamkeit ist das wichtigste Gut

Beispielsweise greift die Social Media Monitoring Plattform Talkwalker das Thema „Social Media Trends“ auf. Welche Social Media Trends kommen auf die Branche zu? Wovon verabschieden wir uns? Wie verändert sich die Social Media Landschaft im nächsten Jahr?

Kommunikations- und PR-Berater unterschiedlichster Disziplinen sowie Fachleute aus der Medienbranche und aus Unternehmen geben ihre Einschätzung ab. Auf welche Neuerungen dürfen wir uns freuen? Welche Social Media Trends werden sich etablieren? Was verliert an Bedeutung?

Wer nicht bis zum Schluss warten kann oder ohnehin Bewegtbild einem Text vorzieht. Dem empfehle ich das offizielle Video zu den Social Media Trends (hier noch aus dem vergangenen Jahr, da die aktuelle Version bei Redaktionsschluss noch nicht vorlag):

Zuvor meine These, die ich im Rahmen der Einstiegsfrage „Was ist Ihr Social Media Trend 2017?“ habe verlauten lassen: Aufmerksamkeit wird zum wichtigsten Gut und Chatbots werden zu Markenbotschaftern. Wie ich darauf komme und was es damit auf sich hat, beschreibe ich im Folgenden.

Zur Einstimmung lege ich euch das Mission Statement „Wertschätzung für Aufmerksamkeit“ der Agentur fischerAppelt ans Herz:

Aufmerksamkeit wird somit zum wichtigsten Gut – nicht nur in den Social Media. Stories und Storytelling sind in Zeiten der Messenger kein Trend mehr, wie wir im wahrsten Wortsinn bei Snapchat, Twitter, Facebook und Instagram erleben. Vielmehr besteht die Herausforderung darin, die unterschiedlichen Kanäle individuell und ganzheitlich zu bespielen.

Chatbots werden zu Markenbotschaftern

Dark Social, Messenger, Bots – dieser Dreiklang begegnet uns im Jahr 2017 noch häufig. Ein wichtiger Social Media Trend zeichnet sich in der Entwicklung der Dark Social ab. Also bei der nicht öffentlichen, verfolgbaren und messbaren Kommunikation über beispielsweise Instant Messaging Dienste wie WhatsApp oder WeChat. Schon heute generieren wir einen beachtlichen Teil des Traffics hierüber. Deshalb ist das Social Media Marketing extrem gefordert und wird die Strukturen sowie Prozesse mit dem Schlagwort „Bots“ prägen.

Dark Social ist der Traffic, der für Analytics-Anwendungen nicht erfassbar ist beziehungsweise aus nicht messbaren Quellen stammt. Das heißt, dass nicht jeder Zugriff, der durch Social Shares zustande kommt, getrackt werden kann. Unter diese Kategorie fallen beispielsweise Inhalte, die wir über Messenger teilen. Laut der Studie „The Dark Side of Mobile Sharing“ von RadiumOne macht dieser „Dark Traffic“ mittlerweile 84 Prozent der mobilen Shares aus.

Den Marketing-Verantwortlichen muss es gelingen, dass nicht die Markenbotschaft, sondern der Nutzen beim Rezipienten überzeugt. Zur rechten Zeit am richtigen Ort mit der nötigen Relevanz. Bei immer mehr Inhalten und neueren Formaten auf immer mehr Plattformen.

So gibt es beispielsweise unendlich viele Berührungspunkte zur Customer Journey. Die Digitalisierung lässt die Anzahl der Touchpoints zwischen Mensch und Marke schier explodieren. Von 125 Portalen und Plattformen sowie 180 Touchpoints ist die Rede. Andere Quellen beziffern die Kontaktpunktanzahl auf bis zu 300. Gefragt ist und bleibt, was Emotionen weckt und unterhaltsam, bedeutsam oder faszinierend wirkt.

Lesetipp: Der Blogpost „Dark Social: what it is and why you should care“ beschreibt die größten Dark-Social-Kanäle. Zugleich bietet er konkrete Lösungsvorschläge in Form von Tools und Anwendungsbeispielen an.

Die Weiterentwicklung von Bots wird verstärkt und gibt Hilfestellung. Noch sind authentische Bots und innovative Cases rar. Doch 2017 werden „Weboter“ zu Markenbotschaftern. Davon bin ich überzeugt.

Infografik: Die Geschichte der Chatbots

Social is the new Black – Bots on!

Lesetipp: Das „Chatbots Magazine“ beschreibt in einen Artikel sieben Typen von Bots. Diese unterscheiden sich ihrer grundlegenden Motivation der Nutzung. Verkörpern jeweils eine Hypothese respektive einen Wege zur Wertschöpfung.

Sicher ist, dass Markenbotschafter wichtiger werden. Für das digitale Zeitalter der Kommunikation und vor allem für die Beherrschung der Informationsflut. Meinungsbildner und Lotsen sind gefragter denn je. Sie sorgen für Orientierung, Sichtbarkeit und Erfolg.

Über diese Köpfe in Unternehmen und das Potenzial, das sie bieten, habe ich mit der geschätzten Kollegin Dr. Kerstin Hoffmann vor kurzem für das Online-Magazin Zielbar gesprochen.

Ephemeral Marketing hat noch nie funktioniert

Ich glaube, dass Ephemeral Marketing dieses Jahr nicht überdauert. Inhalte für einen bestimmten Zeitraum zugänglich machen? Eine künstliche Verknappung des Konsums hervorrufen zu wollen? Das wird nicht funktionieren und ist ein Ammenmärchen.

Ephemeral Marketing bezeichnet die Kommunikation über Messaging-Dienste wie Snapchat, Yo oder WeChat. Diese Dienste zeichneten sich ursprünglich dadurch aus, dass sie die publizierten Inhalte für eine kurze Zeit zur Verfügung stellten. Während über Google indizierte Inhalte auf Webseiten, Blogs, in Foren oder öffentlichen Facebook-Fanpages ewig auffindbar und konsumierbar sind. Werden Ephemeral Media Inhalte nur in einem bestimmten Moment für deren Konsum und Verbreitung vorgehalten.

Beispiele wie Periscope #save, Snapchat Memories oder Google+ Stories zeigen eines. Der Versuch, eine „Art des Vergessens“ in den Social Media zu implementieren und Sicherheitsaspekte zu suggerieren, ist gescheitert. Wenn das von Seiten der User überhaupt jemals gewollt war. Zumal dies ohnehin schlecht möglich ist, da digitale Inhalte natürlich im Empfangsmoment unendlich oft auf anderen Kanälen oder Medien gespeichert und distribuiert werden.

Außerdem erscheint Big Data bei genauerer Betrachtung von beispielsweise der Psychometrie als nahezu lachhaft. Was wir im Internet, in den Social Networks, im Rahmen von Dark Social oder Mobile anklicken, hinterlässt digitale Spuren. Unsere Persönlichkeit wird vermessen und durch Algorithmen, Newsfeeds und Filterblasen beeinflusst. Jegliche Aktionen haben nachhaltige Bedeutung. Wer das Gegenteil behauptet, ist entweder naiv oder Autor eines Buches über Ephemeral Marketing.

Lesetipp: Apropos Social Media und Langlebigkeit. Blogs oder Social Hubs dienen zunehmend als Kommunikationszentrale. Sie stellen laut bloggerabc eine stabile und langfristige Plattform dar, die der Betreiber eigenhändig steuert.

Experten-Statements zu Social Media Trends

Auf jeden Fall stand das vergangene Jahr im Zeichen der Live-Berichterstattung auf Facebook und Twitter. Snapchat musste sich gegen die Konkurrenz aus dem Hause Instagram wehren. Google+ verschwand noch weiter in der Versenkung. Dafür starteten Messenger-Bots wie Allo und Resi durch.

Social Media Trends 2017

Und was bringt uns 2017?

Lesetipp: Erneut sind mehrere Journalisten und Social Media Experten aus dem deutschsprachigen Raum dem Aufruf von Jörgen Camrath gefolgt. Haben die offene Frage beantwortet: „Welche SoMe-Trends erwarten uns 2017?“. Unter anderem kommen die Head of Social Media der Tagesschau und Spiegel Online sowie zahlreiche Journalisten und Influencer zu Wort.

Demzufolge bin gespannt, welches neue Social Network in naher Zukunft die Welt erblickt und welcher Ansatz hiermit verfolgt wird. Auch werden wir uns erneut von mindestens einer Plattform verabschieden – R.I.P. Vine. Was bringt der Börsengang von Snapchat? Wie lange hält sich Twitter in der jetzigen Form? Wann legt Pinterest den Hebel um? Ich freue mich auf das Jahr 2017!

Welche Trends seht ihr auf uns zukommen? Was habt ihr euch vorgenommen? Wo besteht aus eurer Sicht Nachholbedarf?

Autor: Stefan Schütz /
Foto: Konstantin Gastmann / pixelio.de

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