Fotosharing-Portale im Kurzcheck

Die (un)bekanntesten Fotosharing-Portale

Die (un)bekanntesten Fotosharing-Portale

Das Interesse an Fotosharing Portalen ist groß – und wächst. Stellt sich schon bei der Nutzung der vermeintlich richtigen oder passenden (besser: meinen Zielvorstellungen und Ansprüchen gerecht werdenden) Netzwerke die Frage “Welche(s)?”, kann man aufgrund des vielfältigen Angebots an Fotosharing-Portalen mittlerweile ebenso standesgemäß mit “kommt darauf an!” antworten.
Im Klartext:

  • Welche Strategie will ich mit der Plattform verfolgen?
  • Wo finde ich meine Zielgruppe oder die relevante Community?
  • Was will ich mit dem Veröffentlichen und Teilen überhaupt bezwecken?

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich keine dieser drei Fragezeichen Fragen (???) derzeit mit voller Inbrunst beantworten kann. Natürlich spiele auch ich mit dem Gedanken, dem Trend zu Folgen und einen Account beim Fotosharing-Portal meines Vertrauens einzurichten. Aber noch betrachte ich die Entwicklung eher als passives Mitglied. Dies liegt unter anderem an meiner anhaltenden Verunsicherung in puncto Urheber- beziehungsweise Bildrecht. Dabei habe ich doch extra einen Rechtsbeistand besorgt ein Buch darüber gelesen. Mein Eindruck ist jedenfalls, dass diese Rechte häufig (wissentlich oder unwissentlich) mit Füßen getreten werden…

Im Hinblick auf das Urheberrecht ist das Veröffentlichen eigener Inhalte (hier: Fotos), in der Regel völlig unproblematisch. Über seine Inhalte kann der Schöpfer in diesem Kontext frei verfügen, also beliebig im Internet oder eben auf Portalen platzieren und teilen. Aber wie verhält es sich beispielsweise bei eigenen Bildern, die fremde Personen zeigen? Wie muss ich ordnungsgemäß den Nachweis verwendeter Fotos aus Bilddatenbanken tätigen? Und wem gehören eigentlich Selfies, womöglich noch Affenselfies? So oder so sind Fotos ein wichtiges Stilmittel der Public Relations!

Ohne gutes Bildmaterial ist die PR nichts wert! Mike Schnoor

Deshalb lohnt es sich umso mehr, sich eingehend mit Fotosharing-Portalen zu beschäftigen. Einige der (un)bekanntesten werden hier im Rahmen der Blogparade “Welches Fotosharing-Portal nutzt du?” vorgestellt:

Flickr

Flickr ist aufgrund der universellen Einsetzbarkeit beliebt. Kurze Videos von bis zu drei Minuten Länge sind ebenso erdenklich wie die Datenübertragung per Mobile. Es besteht die Möglichkeit, Fotos in Kategorien oder sogenannte Tags zu sortieren, in einen Pool aufzunehmen, nach Stichworten zu suchen, Fotostreams respektive kleine Fotoblogs anderer User anzuschauen und Bilder mit Bildausschnitten zu kommentieren. Die Fotos lassen sich bequem in den Online-Speicher laden. Dort wird automatisch eine Chronologie der Bilder erstellt. Eine unkomplizierte Weitergabe in den Social Media ist reibungslos möglich. Kostenlos steht jedem Nutzer standardmäßig seit 2013 ein Terrabyte Speicherplatz zur Verfügung. Dafür muss allerdings Werbung auf der Plattform in Kauf genommen werden. Für 49,99 US-Dollar per annum gibt es die werbefreie Version – weitere 499,99 US-Dollar würden bei der gewünschten Verdoppelung des Online-Speichers fällig.

Instagram

Instagram: Letztendlich eine “schnelle, schöne und spannende” Möglichkeit, sein Leben mit Freunden, der Familie und entsprechender Community zu teilen. Kostenlos, und auf allen Ebenen der Mobilgeräte und sogar per Video-Sharing-App für Android-, iOS- und Windows-Phones. In Anlehnung (und historisch kultiger Erinnerung) an Polaroid-Kameras haben die erstellten Fotos und Videos eine quadratische Form mit netten Retroeffekten. Präsentiert wird eine gesunde Mischung aus Microblog und audiovisueller Plattform. Die Schnittstelle zu den anderen gängigen Netzwerken wird reibungslos gewährleistet. Seit einigen Monaten kann mit der aktuellen Version die Stärke der Bildfilter verändern werden. Es besteht jetzt die Anwendungsmöglichkeit einer sogenannten Vignette, die unter anderem Anpassungen hinsichtlich von Farbe und Ausdruck des Bildes zulassen. Das Hochladen von Bildern und Videos wurde erleichtert und es wurden Follow-Empfehlungen eingeführt. Insgesamt werden derzeit 20 Milliarden Bilder gezählt, rund 20 Millionen kommen täglich hinzu.

Pinterest

Pinterest: Das derzeit wohl gefeierteste Netzwerk respektive Fotosharing-Portal und mein persönlicher Favorit. Nutzer heften Foto-Kollektionen mit Anekdoten an virtuelle Pinnwände. Andere Mitglieder können dieses Bild wiederum teilen (“repinnen”), für gut befinden (“liken”) und kommentieren (“dealen” – völliger Quatsch, aber ich fand den hiesigen Begriff noch immer passend). Der Name setzt sich aus den englischen Wörtern pin (“anheften”) und interest (“Interesse”) zusammen. Derzeit können hochgeladene Bilder und Videos bei YouTube und Vimeo direkt gepostet werden. Nachdem Instagram die enge Zusammenarbeit mit Twitter beendete, trat Pinterest an dessen Stelle. Seitdem können Inhalte von Pinterest bequem in Form von Tweets dargestellt werden. Ab sofort soll aber auch Geld verdient werden. Kaum weniger als “künstlerische Anzeigen” werden abverlangt. Native Advertising erhält also Einzug. Noch läuft die Testphase mit einer Gruppe von Unternehmen, die für die sogenannten “Promoted Pins” bezahlen. Frühzeitig wurde damit begonnen, Apps für mobile Endgeräte anzubieten. Allerdings erfolgte die letzte größere Überarbeitung der Pinterest-Apps vor zwei Jahren, so dass derzeit nur die Betriebssysteme Apple iOS und Android unterstützt werden.

Mir in Funktion und Inhalt gänzlich unbekannte Fotosharing-Portale sollen der Vollständigkeit halber zumindest Erwähnung finden. Sollten hierzu weitere Bedarfe bestehen, freue ich mich über ein entsprechendes Feedback – gerne greife ich dann Details zu den Plattformen nochmals auf und gebe Kund!

Amazon Cloud Drive

Amazon Cloud Drive: Die virtuelle Festplatte (also de jure/de facto keine klassische Fotosharing-Plattform), enthält Anwendungen für iPhones, Android-Geräte sowie Desktop-Programme für Mac- und Windows-Nutzer. Klar, Zugangsvoraussetzung ist ein Amazon-Konto. In den standardmäßig fünf Gigabyte großen Speicher lassen sich Fotos, Dokumente und sonstige Dateiformate laden. Speicher-Upgrades gibt es ab acht Euro pro Jahr.

Dropbox

Dropbox: Ähnlich wie beim zuvor genannte Tool, ist auch hier vielmehr von einer Art Online-Festplatte die Rede. Es wird per Drag & Drop ein instinktives Hochladen von Bildern im persönlichen Online-Speicher ermöglicht. Entweder direkt über den Browser oder als Desktop-Anwendung.

Photobucket

Photobucket: Die allgemeine Affinität dieses Themas zu den Social Media zeigt sich am deutlichsten bei dieser Plattform. Wird doch der Einstieg mit Zugangsdaten von Twitter oder Facebook propagiert. Leicht störend wirken die zahlreichen Werbebanner.

Photoshop

Photoshop: Made by Adobe. Alle Online-Tools der populären “Bildbearbeitungsfamilie” laufen unter Flash. In Sachen Benutzerfreundlichkeit und Interaktion stehen sie Desktop-Programmen in nichts nach. Für die Anmeldung benötigen User eine Adobe-ID samt Kennwort. Apps für iPhone und iPad machen die Funktionen mobil verfügbar.

Picasa

Picasa: Erscheint nach Google-Manier in reduzierter Optik. Eine Mischung aus Desktop-Software und Online-Plattform. Natürlich wird eine Registrierung bei Google vorausgesetzt, die Bildverwaltung ist kostenlos. Die Version 3.9 enthält verstärkt Funktionen für Google+.

Snapfish

Snapfish: Legt den Fokus auf die Erstellung von Fotobüchern, Grußkarten, Kalendern, Abzügen und Postern. So können alle erdenklichen Produkte – vom T-Shirt bis zur Tasse – realisiert werden. Meist zu Preisen, bei denen das Fachgeschäft um die Ecke leider nur schwer mithalten kann.

Smugmug

Smugmug: Eher eine Plattform für professionelle Fotografen. Den Anwendern werden unbegrenzter Speicherplatz sowie die Möglichkeiten geboten, die Bilder online zu bearbeiten und Vorlagen für spezielle Foto-Homepages zu nutzen. Nach 14-tägiger Testphase kostet der Spaß fünf Dollar monatlich.

Bitte lächeln 🙂


Autor: Stefan Schütz /
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Comments
  1. Sehr interessanter Artikel und gute Übersicht. Ich muss gestehen, dass ich auch nicht alle Ergebnisse deiner Recherche kannte und oft sogar schon mal den Namen gehört hab, aber nie eine Verbindung zu dem Thema Picturesharing aufbauen konnte/wollte.

    Ich werde dennoch wohl bei meinen gewohnten Anwendungen wie Pinterest und Flickr bleiben. Instagram zum Beispiel wird ja dann doch bei mir eher privat genutzt und da bin ich auch überrascht, dass ich dort tatsächlich follower habe, die ich nicht kenne, da ich gar nicht weiß warum man sich so für mein Leben interessiert. Instagram ist bei mir eher ein persönlich genutzter Dienst damit ich mich erinnern kann wo ich so überall war. Eine Art Tagebuch in Bildern als Gedächtnisstütze.

    Vielen Dank für den Artikel 🙂

    • Hallo Julia,

      …danke, vielleicht schreibe ich dann mal in puncto flickr, pinterest und instagram um Hilfe!

      VG
      Stefan

  2. Ein gelungener Artikel. Ich persönlich nutze Flickr schon seit Jahren. Pinterest und Instagram erst seit 2013. Die Dropbox nutzte ich natürlich auch, aber immer nur kurzzeitig. Picasa habe ich mal eine ganze Zeit mit der Gesichtserkennung genutzt. Das ist zwar praktisch aber mit der Zeit auch relativ aufwändig 😉

    Die anderen Plattformen kenne ich zwar auch, habe mich aber bewusst für diese hier entschieden.

    Wünsche noch einen schönen Abend
    Liebe Grüße
    Rike
    http://kochenbackenrandalieren.blogspot.com

    • Hallo Rike,

      man merkt, dass bei “Food-Themen” die Fotosharing-Portale längst etabliert(er) sind! Das Marketing fängt langsam erst an, diese für sich zu entdecken – und die Public Relations… naja?!

      Dank dir fürs Feedback
      Stefan

      p.s. wenn ich einen Blog zu Kochen/Backen gewollt hätte, wäre “Randalieren” bestimmt darin vorgekommen 😉

  3. Evy

    omg, das sind ja viele! Ich bleibe dabei: kleine Fotoserien kommen auf den Blog und die für Freude auf FB. Und wenn ich wirklich mal jd. Externen was zeigen will, kommt die Dropbox zum Einsatz.

  4. Hallo Stefan,
    eine gelungene Aufstellung von Fotosharing-Portalen. Ich bin hauptsächlich in Pinterest und flickr aktiv. Meine Bilder und Grafiken mache ich selbst, sind natürlich nicht so professionell wie die von Steve Brattig, aber dafür habe ich kein Problem mit dem Urheberrecht.
    Viele Grüße
    Claudia

    • Hallo Claudia,

      ist flickr empfehlenswert und unterscheidest du bei den Portalen nach Inhalten? Ich bin bislang ausschließlich bei Pinterest – habe dort aber noch nicht wirklich Fuß gefasst!

      Viele Grüße
      Stefan

      • Hallo Stefan,
        ich stelle bei flickr und Pinterest dieselben Bilder ein. flickr ist meiner Meinung nach eher für den privaten Gebrauch, vor allem wenn Du spezielle Dinge fotografierst, wo es dann Gruppen gibt, wo Du Deine Bilder auch einstellen kannst. Mehr Reichweite hast Du auf alle Fälle mit Pinterest, weil Du da auch fremde Dinge repinnen kannst. Bei flickr kannst Du fremde Dinge nur favorisiren und kommentieren.
        Viele Grüße
        Claudia

  5. Hallo Claudia,

    vielen Dank für die Kurzbeschreibung der beiden Portale und deine Einschätzung!

    Liebe Grüße
    Stefan

Dein Kommentar