Grundlagen zur Content-Generierung über das Social Web

Content über das Social Web generieren: So geht’s!

Content über das Social Web generieren:
So geht’s!

Gastbeitrag von Mareike Faschinka, Online-Redakteurin

Erfolgreiches Online-Marketing ohne (guten) Content? Inzwischen unvorstellbar! Selbst zu Zeiten der „Generation YouTube“ benötigt Google noch geschriebene Inhalte, um Beiträge zuzuordnen und zu bewerten. Wenn einem Unternehmen viel Zeit zur Verfügung steht und es kompetente Mitarbeiter hat, die dieses Handwerk verstehen – wunderbar! Bloß dass das in den wenigsten Fällen gegeben ist. Vielmehr werden der Aufwand für die Betreuung eines Firmenblogs und die Konzeption sowie das Verfassen aktueller, interessanter Beiträge für verschiedene Marketing-Kanäle oftmals unterschätzt. Nur guter Content ist gute Eigenwerbung. Und guter Content entsteht aus guten Ideen heraus. Um viel Zeit und viele Ressourcen bei der Sammlung von Ideen zu generieren, ist das Social Web eine großartige Hilfe.

Für wen sind die Inhalte bestimmt?

Bevor ein Unternehmen mit der Themenfindung beginnen kann, gilt es für sich zu definieren: Welche Zielgruppe hatte es bisher im Fokus und welche möchte es in Zukunft erreichen. Lieber nicht die Anzahl der Leser versuchen zu steigern, sondern vielmehr die „richtige“ Leserschaft von sich überzeugen.

Das ist essenziell. Denn jedes Unternehmen, das online Inhalte oder Produkte anbietet, befindet sich einen Klick von der Konkurrenz entfernt. Falls ein Unternehmen potenzielle Kunden oder Leser nicht unmittelbar überzeugen kann, landen diese schnell auf der Seite eines Mitbewerbers. Folglich legen Unternehmen besser VOR der Content-Generierung fest, WEN sie erreichen wollen und richten daran aus, WIE die Inhalte aussehen.

Nichtsdestotrotz: Wie entwickeln wir Inhalte für jemanden, dessen Vorlieben nicht bekannt sind? Jedes Unternehmen kann und muss vorab formulieren, welche Eigenschaften der Wunschleser hat, welche Vorlieben, welches Alter et cetera. Professionell angelegtes Social Media Monitoring kann eine gute Unterstützung sein.

Der Problemlöser als Held der Leser

Sobald sich jemand im Social Web bewegt, sucht in der Regel nach einer Antwort auf eine Frage. Besser gesagt nach einer Lösung für ein Problem. „Wie schreibe ich einen kreativen Blog-Post?“. „Wann ist die beste Zeit, um Tulpenzwiebeln einzusetzen?“. „Was ist das perfekte Geschenk für den Schwiegervater?“. Sofern ein Unternehmen eine Frage wie diese beantworten oder eine konkrete Lösung anbieten kann. Ist dies ein Erfolgsrezept für mehr Traffic auf der eigenen Seite.

Hierzu kann die Beobachtung von Mitbewerbern wertvolle Informationen liefern. Themen, die großen Anklang auf anderen (ähnlichen) Blogs finden, bieten ein großes Potenzial für das eigene Blog. Vielleicht gibt es auf manche Fragen noch keine Antwort oder ein Problem wartet noch auf die perfekte Lösung? Klasse – diese Nische genauer betrachten und schnell belegen.

Content in kleinen Dosen servieren

Während ein Unternehmen sich ein Bild von seiner (potenziellen) Zielgruppe im Social Web macht. Gilt es zu versuchen, sein Blog durch die Augen seiner Leser zu betrachten. Schließlich steht die langfristige Bindung an das Unternehmensblog im Fokus. Damit sie nicht nach kurzer Zeit abwandern, sollten Posts neugierig machen. Überdies eine Erwartungshaltung auslösen. Demgemäß Lust auf mehr machen.

Ein Unternehmen ist gut beraten nicht gleich all seine Munition zu verpulvern. Sparsamkeit heißt die Devise. Doch ohne, dass die Qualität der Artikel darunter leidet. Der Leser wird geködert wie mit einem Mehr-Gänge-Menü. Wer steht hier mittendrin auf und riskiert das Beste zu verpassen?

Die Vorspeise entspricht einer intelligenten Überschrift: Sie macht Lust auf mehr. Die Beschreibung ergänzt weitere interessante Informationen. Nun kann es richtig losgehen! Je weiter der Leser vordringt, desto mehr erfährt er über die Lösung seines Problems. Dem Leser wird keine Wahl gelassen und er wird zurückzukommen.

Ein Artikel passt wunderbar zu einem ähnlichen Thema im Redaktionsplan? Dann auf diesen geplanten Blog-Post am Ende des Artikels hinweisen. Eine andere Idee ist, ein Thema in Form einer Artikel-Serie abzuhandeln. Wer an dem Thema interessiert ist kommt wieder … und wieder … und wieder – wenn die richtigen Antworten geliefert sind.

Unterstützung durch Social Media Monitoring

Worüber spricht die Zielgruppe? Wer tauscht sich über meine Themen aus? Wie werde ich wahrgenommen? Unternehmen sind gut beraten, mit der Hilfe von Social Media Monitoring Tools die Aktivitäten der User im Social Web zu analysieren.

Außerdem werden auf diesem Wege relevante Influencer identifiziert. Diese liefern Inspiration, wie sich das eigene Potenzial optimal entfaltet. Wie besetze ich eine Nische, schließe ich eine Lücke, biete ich einen Mehrwert, den es im Social Web respektive am Markt noch nicht gibt?

Neben der Beobachtung anderer Wettbewerber am Markt, ist die Erfolgsanalyse des eigenen Onlineauftritts bedeutend. Nur hierdurch gelingt eine unmittelbare Anpassung der Content-Strategie.

Folgende Aspekte helfen zu erfahren, wo ein Unternehmen gegenüber der Konkurrenz steht:

  • Welche Inhalte wecken das Interesse der Leser?
  • Wie ist das demographische Profil der Besucher?
  • Wie sieht das Userverhalten auf der eigenen Webseite aus?
  • Wo besteht diesbezüglich Optimierungsbedarf?
  • Wer verweist oder verlinkt auf meine Seite?
  • Wie steht es um eine Partnerschaft mit einem inhaltlich ähnlichen Blog?
  • Sind gegenseitige Gastbeiträge eine Option?

Die Konkurrenz als Inspirationsquelle

Das Beobachten inhaltlich ähnlicher Social Media Profile und Corporate Blogs hat zahlreiche Vorteile. Hierüber erfährt ein Unternehmen, worüber Mitbewerber schreiben und beispielsweise, welche Posts bei Lesern überdurchschnittlich beliebt sind. Das unterstützt die Themenfindung für eigene Beiträge.

Dieses Wissen gilt es als Unternehmen für sich zu nutzen und zum Anlass zu nehmen, witzigere, detailliertere oder besser recherchierte Artikel und Posts zu schreiben. Dann stehen die Chancen gut, dass die alten Leser bleiben und neue Leser hinzukommen.

Wie im vorherigen Abschnitt erwähnt, sind inhaltlich ähnliche Blogs ein wertvoller Partner für das eigene erfolgreiche Content-Marketing.

Durch Mehrwert neue Leser gewinnen

Selbst gut recherchierte und unterhaltsam geschriebene Beiträge führen nicht zwangsläufig zum Erfolg. Viele Unternehmen haben erkannt, dass es Beiträge ohne einen gewissen Mehrwert schwer haben, Leser nachhaltig von einem Blog oder einer Fan-Seite zu überzeugen. Was sie erwarten, ist ein deutlicher Mehrwert.

Auch hier lohnt es sich einen Blick auf die Strategie von Mitbewerbern zu riskieren. Wie sehen dort weiterführende Angebote im Social Web aus? Ist ein Newsletter abonnierbar? Gibt es weitere interessante Kommunikationsmittel, die den eigenen Bedürfnissen entsprechen? Beispielsweise machen Infografiken und Videos einen Artikel attraktiver. Auch Zusatzangebote wie Webinare und eBooks sind bei den Lesern willkommen.

Die Zeit ist zu knapp, um solche Extras zu gestalten? Dann besteht die Möglichkeit, auf andere Internetseiten mit solchen veröffentlichten Inhalten zu verweisen. Generell ist es von Vorteil für ein Unternehmen, seine Inhalte in Eigenregie zu gestalten. Schließlich sind es gleichzeitig die eigenen „Produkte“, die die Leser konsumieren. Ferner ein gewisser Vorteil für das Firmen-Image. Ein Unternehmen profitiert davon, Vorreiter und nicht „Copycat“ zu sein.

Zusammenfassend zeige ich vier Regeln auf, die es für eine erfolgreiche Content-Generierung zu beachten gilt:

  • Erstens, der Content ist zielgerichtet.
  • Zweitens, der Content ist auf die „richtigen“ Leser zugeschnitten.
  • Drittens, der Content bietet einen Mehrwert und Antworten auf Leser-Fragen.
  • Viertens, der Content bindet Leser nachhaltig.

Unternehmen, die diesen vier Regeln folgen, haben gute Chancen sich im Internet erfolgreich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Das Social Web bietet eine Basis für die Generierung von guten Content-Ideen. Der Fokus liegt auf der eigenen Zielgruppe. Die Inhalte orientieren sich gezielt an deren Bedürfnissen. So werden die Leser animiert, auf Inhalte zu reagieren, sie zu kommentieren, zu teilen und den Unternehmensblog sowie die Social Media Seiten regelmäßig zu besuchen.

Über die Autorin

Grundlagen zur Content-Generierung über das Social Web

Mareike Faschinka ist Online-Redakteurin bei der Social Media Marketing Agentur media by nature in Hamburg. Die gebürtige Hamburgerin hat es nach einigen Jahren in England wieder zurück in die Hansestadt getrieben, wo sie nun vorzugsweise über diverse Themen aus ihrem Fachgebiet Social Media schreibt.


Autorin: Mareike Faschinka
Foto: LoboStudioHamburg / pixabay.de

Comments
  1. Hi Mareike!
    Danke für den tollen Artikel! Was ich erst seit Kurzem bei der Generierung von Content-Themen auf dem Schirm habe: dokumentieren des eigenen beruflichen Alltgs. Das könnte zum Beispiel ein Artikel darüber sein, wie ein Unternehmen ein bestimmtes Problem löst. Passt zu dem von Dir beschriebenen Problemlöser-Ansatz, bringt aber ein bisschen mehr Schwung durch authentisches Storytelling rein.

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