Regelmäßige Blog-Pflege leicht gemacht

Blog-Pflege ist wichtig und wird oft vernachlässigt

Blog-Pflege ist wichtig und wird (leider zu) oft vernachlässigt

5 wertvolle Tipps für ein sauberes Blog

Oft kommen mir die besten Ideen unter der Dusche oder auf dem Klo, wenn ich alleine bin und vor mich hin sinniere. Das kommt mangels Zeit (die man sich hierfür definitiv häufiger gönnen sollte) leider nicht so beständig vor. Was wiederum nicht heißen soll, dass die meisten meiner Gedankengänge für die Tonne bestimmt sind. Dieser nahezu nahtlose Übergang beispielsweise zur Pflege des eigenen Blogs ist doch nun wirklich ein Meisterwerk… Wie bitte? Na, ganz einfach: Mülltonne, Aufräumen, Blog-Pflege! Och, wenn man Witze erklären muss 😉

Do bes en Blog met Hätz un Siel

Sowohl privat als auch beruflich oder in der Mitte beider Leben im hiesigen Blog – ich benötige stets einen Konterpart. Jemanden, der mich auf den harten Kunstrasen der Tatsachen zurückholt, meine Euphorie für die Sache teilen kann oder die Geistesblitze weiterdenkt und gegebenenfalls in der Luft zerfetzt. Konstruktive Kritik und aufmunternde Worte sind wirklich immer willkommen (sic!). Ob ich damit umgehen kann, steht auf einem ganz anderen Blatt. Im Ernst: vernichtende Missbilligungen hört im schlechtesten Falle niemand gerne. Solange diese oberhalb der Gürteltierlinie bleiben, sind sie jedoch Gold wert. Deshalb bin ich auch so auf Kommentare und Leserreaktionen erpicht. Von Trollen und anderen Bestien in Menschengestalt bin ich bislang dankenswerterweise verschont geblieben.

Die Basis zu diesem Blogpost entstand beispielsweise in einem lustigen Dialog mit Marc Ostermann, seines Zeichen Kopf, Herz und Schreibmaschine des PR Desk. Zuvor hatte ich einen älteren Beitrag zur Krisen-PR auf ein aktuelles Ereignis bezogen und diesen leicht aufgewärmt abermals in den Netzwerken geteilt. Er fand es super (eigentlich war von cool die Rede, aber auch knorke wollte ich nicht nutzen), dass ich so „schnell geschaltet und Schätze aus dem Archiv geborgen“ hatte. Und dann kam der alles entscheidende Satz. Schließlich sei diese Aktion doch lediglich: „Content-Recycling zum Krisen-Revival„!

Wo er Recht hat, hat er Recht

Habe ich da Kritik gehört? Nein, doch, oh. Allerdings sollte man beim Wiederkäuen von mehr oder minder erfolgreichen Blogartikeln einige Dinge berücksichtigen. Es geht folglich um die Blog-Pflege…

Ist ein aktueller Bezug gegeben?

Je mehr Beiträge man veröffentlicht hat, umso mehr wird man auf ähnliche Gegebenheiten stoßen. Das kenne ich doch irgendwoher, dazu habe ich neulich um Mitternacht (Schlurch! Shtoink! Fla-Datsch!) eine Kleinigkeit zum Besten gegeben, da war doch was. Indes passt ein wahlloses Verteilen alter Schlauch-Inhalte mitnichten ohne vorheriger Korrekturen. Persönlich finde ich es eher abstoßend, wenn uralte Posts um ihrer selbst willen und auf Teufel komm raus unters Community-Volk geschmissen werden. Womöglich durch mechanische Automatismen gesteuert. Noch schlimmer wird es, wenn ein Datum der ersten Veröffentlichung fehlt. Ist dagegen wie im vorliegenden Fall ein aktueller Bezug gegeben, sind erneute Offenbarungen durchaus legitim. Möge der Zusammenhang mit dir sein.

Liegen die erworbenen Bildrechte vor?

Die ewige Leier: sobald man sich an einem der Stock-Archive bedient hat, begibt man sich auf dünnes Eis. Kriterien wie „nur redaktionelle und/oder kommerzielle Nutzung“ sowie „eingeschränktes und/oder erweitertes Bildbearbeitungsrecht“ stellen bereits erste Stolperfallen dar. Ganz zu schweigen von den aberwitzigen Abmahnmaschen vermeintlich gewiefter Fotografen, die auf die Unwissenheit der User abzielen und sich so ein nicht zu unterschätzendes Taschengeld verdienen. Erst kürzlich ging eine Abmahnwelle aufgrund angeblich falscher Urheberangaben bei Fotolia-Kunden reihum. Ein kurzer Check etwaiger Nutzungsänderungen kann hiervor schützen. Bestenfalls findet eigenes Fotomaterial Verwendung.

Führen sämtliche Links zum Ziel?

Den einen richtigen Umgang mit Links gibt es wohl nicht. Persönlich empfinde ich es als angenehm, wenn nicht unnötig viele Worte verschwendet werden und weiterführende Links den Wissensdurst löschen. Äußerst nervig ist es hingegen, wenn der angeklickte Link des Vertrauens im Nirwana mündet. An dieser Stelle breche ich dann meist das Lesen umgehend ab. Zudem bleibt mir der oder die BloggerIn zumindest kurzfristig negativ im Gedächtnis. Da ich aber weiß, dass Links über Nacht Änderungen unterworfen werden oder spurlos verschwinden können, melde ich solch einen Fauxpas bei Gelegenheit – abhängig von Sympathie, Kontaktfülle, Wiederholungstat. Manchmal weiß der betroffene Link-Setzer es einfach nicht besser. Letztendlich sind leere 404- oder 0815-Links so oder so ein absolutes No-Go. Wie ich grundsätzlich zum Linkbuilding stehe und was es dabei zusätzlich zu bedenken gilt, habe ich an anderer Stelle kundgetan. Wer dann noch Tipps für die interne und externe Verlinkung benötigt, wird bei PR-Stunt ebenfalls fündig. Um die Blog-Pflege jedenfalls nicht ausufern zu lassen, würde ich vor der geplanten Neu-Veröffentlichung zunächst die beiden nachfolgenden Ebenen (sprich: die Links im Beitrag und dann im entsprechenden verlinkten Beitrag) kontrollieren. Selbiges betrifft übrigens auch allesamt die verwendeten Abbildungen/Grafiken.

Sind die inhaltlichen Aussagen korrekt?

Beim eingangs erwähnten Post sind, durch die drei zuvor genannten und vollzogenen Maßnahmen der Blog-Pflege, weitere (nennen wir sie) Flüchtigkeitsfehler aufgepoppt. So war zum Beispiel ein zitierter Geschäftsführer gar nicht mehr in dieser Position tätig. Schnell den Titel „ehemaliger Geschäftsführer von“ verpasst. Auf den ersten Blick banal klingt ferner die Möglichkeit, dass sich durch Heirat oder sonstige Ereignisse ein Nachname verändert hat. Zugegebenermaßen eher unwahrscheinlich (wer heiratet denn heute noch), aber eben nicht vollends auszuschließen (an alle Eventualitäten gedacht). Komisch wirken darüber hinaus Formulierungen wie „in den letzten zwei Wochen“ oder „es bleibt abzuwarten, wie sich das Ganze entwickelt“. Zurück in die Zukunft: damals waren solche Aussagen gewiss korrekt, mittlerweile wissen wir allerdings ob der Entwicklung. Befinden wir uns doch in einem Raum-Zeit-Kontinuum. Ich will ja niemanden erschrecken, aber die Welt dreht sich immer wigger 😉 Einfach von Anfang an mit zeitlichen Bezügen sparsamer umgehen. Dann gibt es später weniger zu tun – bei der Blog-Pflege meine ich!

Gibt es den richtigen Zeitpunkt für eine Blog-Pflege?

Summa summarum gibt es nie den richtigen Zeitpunkt für Unannehmlichkeiten. Während der Klausurenphase trimmte ich meine Bude immer auf Hochglanz. Um Ausreden nie verlegen. Apropos Vorwände: liebe Digital Natives formerly known as Generation Y – via WhatsApp eine Beziehung zu beenden ist echt uncool. Unheimlich geschickt einen weiteren Link mit dem Zaunpfahl (zu Kommunikationsstrategien) eingefügt. Exkurs beendet. Wer viel schreibt und über sein Blog publiziert, generiert neben hoffentlich nutzenstiftenden Inhalten ebenfalls reichlich Altlasten. Es lohnt deshalb ein regelmäßiges Durchlüften des putativ angestaubten Content. Reinemachen ist angesagt, das Blog auf Vordermann bringen. Dazu gehören unter anderem kontinuierliche Backups (wöchentlich), die Identifizierung toter Links (monatlich) sowie das Überarbeiten alter Artikel (quartalsweise). Wenn es überhaupt ein „Sommerloch“ gibt, dann kann ich die Ferienmonate für eine umfassende Blog-Pflege empfehlen.

Hey, alles glänzt, so schön neu. Hey, wenn’s dir nicht gefällt, mach neu.
(Peter Fox)

An alles mit Bedacht gedacht? Wie steht ihr dazu und wie sieht eure Lösung respektive Handhabung aus? Klare Sicht voraus!


Autor: Stefan Schütz /
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Comments
  1. Hi Stefan, wieder mal ein schöner Beitrag von dir! Werde ich gleich mal auf Twitter teilen. Was mich interessieren würde: Wie stehst du generell zur Überarbeitung alter Artikel? Sagen wir mal die Zielgruppe eines Bloggers hat sich geändert und einige ältere Artikel passen einfach nicht mehr. Also fix einen Content Audit durchgeführt – und nun? Die unpassenden Beiträge einfach zu löschen wäre in mehrerlei Hinsicht fatal. Aber die Beiträge alle zu überarbeiten, ist eine „Heidenarbeit“ 😉 Also, was meinst du? Viele Grüße, Katharina

    • Hallo Katharina,

      danke dir!

      Ich finde die Überarbeitung alter Artikel dann sinnvoll, wenn man diese in irgendeiner Form nochmals verwenden möchte. Als Quelle, als Link, als Inhalt etc. Das da viel Arbeit hinter steckt stimmt natürlich. Aber am Ende des Tages wird man dafür hoffentlich belohnt… Sollte sich die Zielrichtung vollends verändert haben, kommen die Beiträge aus meiner Sicht zu den oben genannten „Zweitverwertungsgründen“ nicht mehr in Betracht und können zumindest vernachlässigt werden. Eine grundlegende Pflege bedürfen diese aber auch 😉

      Viele Grüße
      Stefan

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